Inseln im Golfstrom [1]

Hätte Columbus auf seinen Reisen überall dort genächtigt, wie es uns die Canarios marketingschlau heute weismachen wollen, er hätte eine gute Ausrede, warum ihm Vespucci bei Amerika zuvor kam. Alex Kramel ging für einige Tage vor Anker und kam mit emotionalem Übergepäck zurück nach Hause.

Aus Golfreuve 4&5/2007

Einige Zeit hat der Entdecker bestimmt auf den Kanaren verbracht, wenn auch nicht aus jenen Gründen, die wir dafür haben. Und die Christophers von heute heißen auch eher Kalle, Nigel oder Miguel. Und sie kommen nicht mehr mit der Santa Maria und seinen Beibooten, sondern mit Luftschiffen, quasi. In unserem Fall mit der Lauda Air, die einen fantastischen Job macht: Einen professionelleren und freundlicheren Service gibt es selten in der Business-Class anderer Airlines, womit ein guter Einstieg in unsere alljährlichen Endeckungsfahrten – pardon: Urlaub – garantiert ist. Die Explorer des neuen Jahrtausends suchen freilich nicht nach Ungläubigen, denen sie ein wenig Land abnehmen und Weisheiten vorbeibringen, vielmehr wird etwa die „beste Bratwurst außerhalb des deutschsprachigen Raums“ gesucht.

Aber der geübte Reisende weiß: Dort wo sich Touristenströme verdichten, bleibt auch immer Platz für feine, elegante Nebenarme, in denen es sich gut urlauben lässt. Und so haben auch die Kanaren viele sehenswerte und angenehme Seiten, sonst würde es hier wohl nicht so viele Nachsendeadressen für die PVA geben. Ein wesentlicher Punkt ist das Klima, nahezu immer gleich und nahezu immer warm. Temperaturen, die auch im Winter selten unter die 20-Grad-Grenze fallen und im Sommer keine schweißtreibenden 30 Grad übersteigen, laden ein, die Naturgewalten des Archipels zu erkunden.

Wer seinen Besuch zum Beispiel auf Teneriffa nicht mit einer Fahrt auf den Teide, den hauseigenen Vulkan und mit 3.718 Metern auch höchster Berg Spaniens, krönt, dem entgehen die nach wie vor sichtbaren und beeindruckenden Einblicke in das Erdinnere. Genauso schnell wie man von 2.500 Metern (der höchste mit dem Auto erreichbare Punkt) wieder auf Meeresniveau ist, genauso schnell ist man auch von einer Landschaft in der nächsten. Vom urtümlichen, mediterranen Wald gelangt man wie in einem filmischen Szenenwechsel in eine Karstlandschaft, die an einen George Lucas Film erinnert. Das Wetter gibt sich meist zweigeteilt: im Norden der Inseln oft bewölkt, im Süden meistens sonnig. Der Grund: Die Berge geben eine natürliche Barriere für Wolken.

Man erkennt rasch: Wer ausschließlich zur Jagd nach dem kitschigsten kanarischen T-Shirt oder zum Golfen auf die Inseln kommt, ist selber Schuld. Obwohl: Zwischen Kitesurfen, Tauchen, Trekking und sonstigen sportlichen Aktivitäten sticht die Qualität der Golfplätze imposant wie der Teide hervor.

Rundreise in Sachen Golf

Starten wir unsere ausgiebige „Tour de Golf“ auf Gran Canaria. Ein fast kreisrundes Eiland, nur 150 Kilometer von der afrikanischen Küste entfernt. Abgesehen von den Touristenzentren ist hier das Leben noch beinahe beschaulich. Im hauptsächlich von der Industrie erschlossenen Ostteil der Insel, wo sich auch der Flughafen befindet, steigen wir aus dem Flieger und das erste was uns auffällt sind die Kolonien an Windrädern. Ein Omen? Wohl kaum. Unser geistiges Auge sieht die Bälle schon „schiach o´biagn“. Der Wind ist auf einigen Plätzen sicher Thema, aber auch der Grund warum auf Gran Canaria vom Wald bis zu den Wüstengegenden jede Landschaft existiert.

Die erste Station bringt uns ins im Süden gelegene Salobre Resort. Der seit sechs Jahren bestehende 18-Loch Platz wurde in den letzten Jahren um Villen, ein Resorthotel und einen 9-Loch Kurs erweitert.

Der 18-Loch Südkurs wirkt wie in die Karstlandschaft gegossen und breitet sich in einem Tal bis zur Nordgrenze aus, wo er langsam den Hügel hinauf kraxelt. Der im Arizona-Style angelegte Kurs besticht neben seinem Pflegezustand und dem perfekten Service vor allem durch viele unterschiedliche Ansichten und den Kontrast zwischen felsigem, steinigem Rundherum und dem gestriegeltem Grün der Spielbahnen.

Die Löcher sind nicht allzu eng und halten den Streuverlust in Grenzen, ist man aber allzu weit aus der Richtung, gilt: nicht alles, was man in die Steine jagt, kommt auch wieder zurück. In Erinnerung bleibt Loch 6, ein Par 3 mit enormer Grüntiefe und einer Out-Grenze, die das Green umgibt und fast bis aufs Vorgrün reicht. Richtig spannend wird’s ab Loch 13 mit herrlichen Ausblicken und Zielschüssen über die logostiftenden Kakteen. Alles in allem ein Platz für Körper, Geist und Seele.

Ganz anders präsentiert sich der, im Dezember 2006 eröffnete Nordkurs. Diese 9-Loch Wiese ist das Skurrilste was wir bisher erlebt haben. Wer die gezeichneten oder computeranimierten Holes vor Augen hat, die scheinbare Unmöglichkeiten des Golfsports zeigen und Löcher präsentieren die es nicht geben kann – Irrtum es gibt sie, und zwar in Salobre Nord. Er sollte auf jedem Besichtigungsplan stehen und wer diesen Kurs auch spielen will,  muss sich mit Kugeln „en masse“ eindecken. Wer ein Fairway verfehlt trifft immer Steine und Felsen, quasi 6 aus 45 auf golferisch. Die zweite Bahn, ein Par 3 mit einer Grünbreite wie eine Scheibe Carpaccio hochkant: Rechts Stein, links ein harter abfallender Bunker. Aber keine Sorge: am Sand liegt der Ball selten, denn mitten im Bunker steht ein sehr massiver Kaktus-Strauch. Der Höhepunkt der Runde ist schließlich ein nur 425 Meter kurzes Par 5 – vom Champions-Tee.

Zu früh gefreut: Das Fairway ist gespickt mit pieksenden Büschen und ähnelt so optisch einer Minigolfbahn. Und natürlich hängt es auch massiv nach rechts Richtung Schlucht, tiefe Schlucht. Gelangt man an den Büschen vorbei – hey, Lottosechser gemacht! – sieht man das Dogleg nach rechts. Kein Problem, weit ist es dann zum Grün nicht mehr, bloß 80 bis 100 Meter. Aber! Das Grün entdeckt man erst nach eingehendem, topografischem Studium. In den Felsen gehauen, ohne Rundherum und ungefähr so tief wie die Sitzfläche eines Kindersessels. Diese Puttfläche soll demnächst entschärft werden, mit einem Sperrbunker hinter dem Green. Was danach kommt, nimmt sich aus wie ein Spaziergang, es gilt nur mehr die Schlucht zu überwinden, eine bombierte Spielbahn zu treffen und bei den nächsten Löchern „such die grünen Stellen“ zu spielen. Der Wahnsinn soll auch noch ausgebaut werden und um noch neun Bahnen erweitert zur 18-Loch Attraktion werden, mutig! Jedenfalls ist der Nordkurs echt sehenswert und man wird hier mit tollen Ausblicken belohnt.

Die hat man aber auch von der Poolbar, mit einem Drink in der Hand, am obersten Level des Sheraton Salobre, dessen Schönheit sich erst auf den zweiten Blick eröffnet. Aus der Ferne als scheinbar sinnloser Klotz in der Landschaft, offenbaren sich bei näherer Betrachtung sämtliche Ideen und Details des Architekten. Die gemütlichen Zimmer mit prominenter Dusch-Badekombination und sensationellen Aussichten auf das Resort (speziell bei Abendlicht ein Genuss) und die ausgezeichneten Restaurants sind nur einige Gründe für einen entspannten Aufenthalt in den Hügeln über Maspalomas.

Entspanntes Golf

Golferisch wesentlich gemütlicher geht’s auf einem der ältesten Touristenplätze Spaniens zu. Der inmitten der Ferienanlagen und direkt hinter den Dünen von Maspalomas gelegene gleichnamige 18-Loch Golfplatz lässt allein schon mit seiner Adresse  – Avenida Touroperator Neckermann – die Ausrichtung erkennen. Der Kurs ist einer der wenigen komplett flachen Designs auf den Kanaren und im amerikanischen Resortstil gehalten. Nicht sonderlich spektakulär, bietet er entspanntes Golfspiel auf sehr gepflegten Fairways und Greens. Die Nähe zu den beliebten Ferienstränden und der Dünenlandschaft lädt zu einem Spaziergang oder den Sprung in den Atlantik nach der Runde.

Moderner im Design und schön gelegen ist der junge GC Meloneras, am Rande einer neu entstandenen Feriensiedlung. Auffällig, wie unterschiedlich der Kurs angelegt ist: Während die ersten neun Loch unspektakulär auf einer großen Wiese, mit schönem Blick in die Berge, rauf und runter gehen, schlängeln sich die Backnine pittoresk den Klippen entlang. Ständig vom Meer begleitet, müssen oft mächtige Gräben überwunden werden. Etwa auf Loch 16 (Par 4), wo man von den weißen Abschlägen satte 215 Meter carry braucht, um den Ball heil aufs Fairway zu transportieren. Immerhin: Man kann auf Rückenwind hoffen. Apropos Wind. Der ist hier ob der exponierten Lage des Platzes omnipräsent und teils heftig. Auf den großen Freiflächen zwischen Clubhaus-Provisorium und den Bahnen am Meer werden in den nächsten Jahren noch zwei Hotels und ein Clubhaus, das alle „Stückln“ spielen wird, entstehen. Initiator und Besitzer der Anlage ist der Tourismuskonzern Lopesan, der in Meloneras bereits ein architektonisch interessantes Fünfsterne-Hotel in Form einer Kathetrale samt spanischem Dorf betreibt.

Ein anderer Ferien-Industrieller, nämlich die Anfi Gruppe, bekannt für Time-Sharing Systeme, beschert uns mit dem Anfi Tauro GC die zurzeit wohl spektakulärste Baustelle der Insel: An der Südwest-Seite von Gran Canaria, wo die Insel wieder felsiger und steiler wird, entsteht ein Golfresort der Extraklasse. Hier werden seit sechs Jahren Berge versetzt und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Anfangs entstand ein 9-Loch Kurzplatz, der schnell den Ruf hatte ein „must play“ zu sein und locker mit den 18-Ender mithalten kann. Jetzt legt die Gruppe nach: Seit letzten Oktober sind die ersten neun Löcher des Championship Platzes bespielbar und präsentieren breite Fairways, die direkt an großflächige Wastelands grenzen – Arizona lässt grüßen.

Der Platz ist lang, gestriegelt und schlicht und ergreifend schön. Der amerikanische Designer Robert van Hagge, auch für so Plätze wie das „Doral Blue Monster“ oder die jamaikanische „White Witch“ verantwortlich, hat sich dabei auch für Gran Canaria eine Superlative einfallen lassen: Das Green der achten Spielbahn, ein Par 4, ist möglicherweise das teuerste Grün Europas. So wurde extra für die Errichtung der Puttfläche ein halber Berg aufgearbeitet. Man kann gespannt sein, was im November auf uns zukommt. Dann nämlich liefert uns van Hagge die restlichen neun Holes nach. Kleines Detail am Rande: Die Greens der ausstehenden neun Löcher sind bereits seit längerem fertig und werden wie alle anderen, schon bespielbaren Grüns gepflegt, obwohl rundherum noch an den Spielbahnen gearbeitet wird.

Im Norden der Insel, wo auch die meisten Einheimischen wohnen und es witterungsbedingt wesentlich grüner ist, kann seit über 50 Jahren Golf am Rande des Abgrunds gespielt werden. Der Real Club de Golf, bereits 1891 gegründet und somit einer der ältesten Clubs Spaniens, übersiedelte 1956 an den Kraterrand des Vulkans Bandama, wo er bis heute für beeindruckende Ausblicke sorgt. Der alte Bewuchs mit charmanten Verwilderungen und engen, nicht allzu langen Bahnen erinnert ein wenig an die Freudenau, wenn auch die Ausblicke deutlich spektakulärer sind.

Die Fahrt zum Club durch die Villengegend von Gran Canaria sollte man nach der Runde fortsetzen, um die Bergdörfer der Insel zu erkunden. Der Ort Teror etwa ist ein sehenswertes Beispiel für alte kanarische Lebensart.

Inselhüpfen macht Spaß

Um von Insel zu Insel zu kommen, nennt man entweder die Santa Maria sein Eigen oder man kauft eine Passage auf einer der zahlreichen Fähren, die die Kanaren verbinden. Wem die Überfahrt nach Teneriffa (ca. 4 Stunden) zu lange ist, dem sei der Platzhirsch des regionalen Lufttransports, die Binter Airline ans Herz gelegt. Zu moderaten Ticketpreisen (39 Euro) kann man sich die Übergepäckgebühr von 12 Euro, die beim Golfgepäck anfällt, locker leisten. Die Flugzeit von einer Dreiviertelstunde erträgt man ohne Probleme.

Teneriffa ist die urbanere der zwei großen Kanareninseln, wenngleich noch massiver vertouristet als Gran Canaria. Auch auf Teneriffa findet das einheimische Leben eher in den Bergen und im grünen Norden der Insel statt, der Tourismus ist aber im Gegensatz zu Gran Canaria, flächenmäßig weiter verstreut.

Die meisten Golfanlagen versammeln sich ergo im Süden, in der Gegend um Las Americas. Eine mit Bettenburgen und Apartmentanlagen verbaute Fläche zwischen Steilhängen und Atlantik, die stetig weiter wächst. Innerhalb weniger Kilometer konzentrieren sich gleich fünf Golfplätze, wobei Golf del Sur und Golf Adeje die herausragenden Erscheinungen sind, während Las Americas, Los Palos und Amarilla Golf sich zum Drüberstreuen eignen.

Las Americas ist ein netter, gut gepflegter American Style 18-Loch Platz mit kaum Steigungen, dafür umso mehr Hotels in unmittelbarer Nachbarschaft, die sich optisch und akustisch nicht verstecken lassen. Los Palos, quasi um die Ecke, eignet sich ideal für die Trainingseinheit zwischendurch. Mit neun Par-3-Löchern und einer Driving-Range ist man schnell durch. In beiden Fällen ist mit der größten Frequenz zu rechnen, weil die Anlagen quasi im touristischen Epizentrum der Insel liegen. Amarilla Golf wird in den nächsten Jahren komplett renoviert, um- und ausgebaut. Es wird in eine Bewässerungsanlage investiert sowie die Grassorte getauscht, um hinkünftig resistenter gegen Trockenheit und salzhaltiges Wasser zu werden. Um den Spielbetrieb einigermaßen ungestört aufrecht zu erhalten, wurden drei neue Löcher gebaut, um abwechselnd andere drei Loch zu schließen und zu bearbeiten. Im Gegensatz zum Platz ist die resorteigene Marina bereits fertig und erweitert das Angebot des Ferienclubs (Golf, Tennis, Reiten usw.) um Wassersportaktivitäten.

Unbunte Hindernisse made by Lava

Der ein paar hundert Meter weiter im Landesinnere gelegene 27-Loch Platz von Golf del Sur ist hingegen ein echter Klassiker, was Layout und Pflege angeht. Beinahe auf jedem Loch wird man entweder mit tollen Ausblicken auf die Bucht der Costa Silencio oder golftechnischen Designelementen belohnt – oder mit beiden. Besonders eindrucksvoll: der schwarze Lavasand in den Bunkern und das Clubhaus im Hazienda-Stil. Der alteingesessene Club, schon öfter Austragungsort für European Tour Events, war auch heuer die Station bei der zu der Damentour zählenden Teneriffa Open, die jedes Jahr alternierend auf einem anderen Platz der Atlantikinsel ausgetragen wird.

Die am nördlichen Ende der Costa Adeje gelegene, gleichnamige 18- plus 9-Loch Anlage, letzter Austragungsort eines Herrentour Events 2003, hat ebenfalls jede Menge zu bieten. Attraktion Nummer eins ist der Blick auf die nahe Nachbarinsel La Gomera. Speziell auf den Löchern direkt an der Küste verschwimmen die Konturen von Greens und Fairways, was einem glauben macht, die Welt bestehe nur aus Golfplatz. Die ausgedehnten Wastelands mit schwarzem Sand und Bunker, ebenfalls in düster gehalten, wirken wie schwarze Löcher. Die gemauerten Stufen in den Fairways auf einigen Löchern einer ehemaligen Bananen-Plantage sind optisch ein Anreiz, spielerisch weniger.

Der dazugehörige 9-Loch Kurs ohne Vorgabenzwang ist etwas einfacher in der Bauart, dank interessanter Par-3-Holes aber durchaus spannend. Ein nettes Detail bietet Loch 3: Hier müssen die Herren der Schöpfung kurzerhand das Golfgelände verlassen, um vom Gegenhang abzuschlagen. Dadurch ergibt sich ein Distanzunterschied auf diesem Par 3 von beinahe hundert Meter zwischen Damen und Herren (Rot 55 Meter, Gelb 150 Meter). Costa Adeje Golf hat es auch geschafft, die schönsten Häuser um seine Fairways zu platzieren.
15 Minuten westwärts stößt man ganz automatisch auf das neue Luxusresort Abama. Ein Fünfstern-Plus Refugium, das wie auch das Jardin Tropical – ein traditionelles Fünfsterne Haus direkt an der Playa Americas – Teil eines großen spanischen Medienkonzerns – Canal Plus – ist. Das in maurischem Stil gebaute Abama Hotel und die Villen bieten gediegenen Luxus wie etwa den Aufzug zum hoteleigenen Strand. Dieser wurde übrigens mit importiertem Saharasand ausgelegt, was einen schönen Kontrast zu den dunklen Felsen ergibt.

Nicht minder kontrastreich gibt sich der hoteleigene 18-Loch-Kurs, der sich schlicht und „Golf für die Pupille“ subsummieren lässt: Weit über der Küste in die Hügel gemeiselt, umrahmt von Bananenplantagen, eignet sich beinahe jeder Standort auch als Aussichtsplattform. Enorme 80 Gärtner und Greenkeeper – also Fontana mal drei – sorgen für ein aufgeräumtes und bestens gepflegtes Ambiente. Mängel fallen nur spärlich auf: Etwa auf Loch 7, einem Par 3, dessen Grün eine Welle dominiert, die eher dem Charakter eines Skihangs entspricht, denn einer Ondulierung. Apropos Skihang: Zu Fuß zu gehen bedarf einer Kondition, die hochgerechnet für zweimal 18-Loch im Adamstal reichen muss. Etwa auf Loch 13 gilt es dann zwei Regeln zu befolgen. Erstens:  nicht ärgern! Zweitens: zurück zum Clubhaus und Bälle nachfassen. Am Weg dorthin werfen sie die Scorkarte weg und genießen einfach den sensationellen Platz und die Aussicht auf das Meer und die Nachbarinsel. Abama ist übrigens der teuerste Kurs der Kanaren und berechnet satte 180 Euro für 18 Loch. Dafür wartet eine Schüssel voll frischer Früchte und Wasser auf jedem vierten Loch.

Ein wenig entlegen und entweder über einen mächtigen Umweg um die ganze Insel oder über eine malerische Bergtour zu erreichen ist Buena Vista Golf. Das Meisterstück von Severiano Balesteros ist golferisch der beste Platz auf den Kanaren und dank seiner Lage auch nur zart frequentiert. Beeindruckend auf den Klippen gelegen und als 666 Design konzipiert (6 x Par 3, 6 x Par 4 und 6 x Par 5), ist es ein Vergnügen, die 18 extrem unterschiedlichen Bahnen zu erobern. Der Kurs belohnt gute Schläge, ist aber bei Ausrutschern nie unfair. Obwohl auch schroff und hügelig gelegen, steht man meistens gerade und kommt auch gut zu Fuß weiter.

Elemente wie ein first und second Cut rund um die Grüns unterstreichen noch die sportliche Ausrichtung. Allen, die es bevorzugen, entspannte Tage abseits der touristischen Trampelpfade zu verbringen, sei dieser Teil von Teneriffa wärmstens ans Herz gelegt. Der Ort Garachico mit kleiner, aber feiner Hotellerie und Restaurants ist ein guter Ort für Urlaub ohne Trubel.

Für den im Norden gelegenen Real Club de Tenerife gilt ähnliches, wie für den Real in Gran Canaria. Alt-ehrwürdiger Kurs mit viel Tradition und lokalen Mitgliedern. Wie auch auf der Nachbarinsel liegt er in der Villengegend rund um die Inselhauptstadt.

Fred Olson nimmt uns mit

Die dritte Insel im Bunde ist bequem als Tagesausflug von Teneriffa zu erreichen. Wenngleich es fast zu schade ist nur ein paar Stunden auf La Gomera zu verbringen. Allein die Anfahrt zum Golfplatz ist ein Erlebnis. Um von einer Bucht zur anderen zu kommen, muss man auf der vom Massentourismus verschont gebliebenen Insel immer zuerst auf den Berg rauf. Das garantiert sensationelle Blicke auf die wilde Natur der Insel mit speziellem Flair. Den Tecina Golf spielt man dagegen, obwohl am Hang gelegen, nie bergauf. Das funktioniert, indem man mit dem Cart oder einem Shuttle einige Zeit der grünen Linie folgt, bis man – am höchsten Punkt angelangt – sein Spiel beginnt. Auf allen Bahnen hat man einen traumhaften Blick auf das Wahrzeichen von Teneriffa, den Pico del Teide. Ein echtes Must für alle golfenden Naturliebhaber und in Kombination mit Greenfee-Packages, ein wohlfeiles Angebot. Denn dieses beinhaltet die Überfahrt mit der Fähre inklusive Auto. Möglich macht das die Fred Olsen Gruppe, der sowohl das Fährunternehmen als auch das Tecina Resort gehört. Clever, oder?

Fazit ist, die Inseln der Kanaren empfehlen sich immer mehr, durch ihr mildes Klima, als echte Ganzjahres-Golfdestination. Als Tipp gilt jedoch anzudenken, ob man seine Passage nicht in den Frühsommer oder Herbst verlegt, da dann eine Menge an Angeboten und moderate Preise auf einen warten. Im Winter muss man mit bis zu 50 Prozent höheren Kosten rechnen.

Ach ja, sagen sie dem Columbus er kann wieder nach Hause rudern, ein gewisser Amerigo hat bereits seinen Job gemacht.

 

Schlaue Infos auf einen Blick: Kanarische Inseln

Anreise

Die Lauda Ferienflieger heben bequem von Wien, Linz, Graz, Innsbruck und München Richtung Kanaren (Gran Canaria, Teneriffa, Fuerteventura) ab. Die genauen Flugpläne sowie die Preise (ab 189 Euro inkl. Taxen) entnehmen Sie am besten der Homepage www.laudaair.com. Diese ist 24/7 für Sie geöffnet. Abflüge aus Wien mit fünf verschiedenen Flugtagen und zahlreichen Flügen aus den Bundesländern. So können Reisende ihre Aufenthaltsdauer besonders flexibel gestalten. An Bord gibt es bei Lauda Air eine kostenlose Do & Co-Menüauswahl, gratis Wein und Bier, kostenlose Kopfhörer, neueste Kinofilme, ein reichhaltiges Sortiment an Tageszeitungen und Magazinen, Topservice, Miles & More Prämienmeilen und tolle Geschenke für die kleinen Passagiere. Lauda Air bietet gemeinsam mit Veranstaltern ein umfassendes Pauschalreiseprogramm an – übrigens das größte aus Österreich!

Kuoni – Reisen mit Schwung hat eine gute Auswahl an Hotels und Kanaren-Pakete.

Die Golfrevue Hotel-Tipps

Es gibt eine Unzahl an Hotels aller Kategorien auf den Inseln. Nicht alles was sich Golfhotel nennt, ist dann auch am Platz. Hier eine kleine Auswahl an empfehlenswerten Häusern.

Gran Canaria:
Sheraton Salobre Resort: Im Hügel über dem Ferienzentrum Maspalomas sehr ruhig gelegen, mit tollem Spa und Poolbereich und guten Restaurants.

Lopesan Costa Meloneras: Großes Fünfstern-Haus direkt am Strand von Meloneras, vier Golfplätze in weniger als einer halben Stunde erreichbar.

Teneriffa:
Abama: Luxusresort mit allem erdenklichen Komfort. Gehört nicht zur Billigkategorie, ist aber sehenswert.

Jardin Tropical: Alteingesessenes Fünfsterne Hotel direkt an der Playa de las Americas, schöner tropischer Garten und gute Restaurants.

Hotel San Roque: Entspannung pur in einem ausgebauten spanischen Herrschaftshaus. Das Hotelleben spielt sich im Innenhof des Hotels ab. Perfekt für ein paar Tage abseits jeden Trubels. Gelegen in Garachico, einer urtümlichen und von Touristenburgen verschonten Gegend Teneriffas. Idealer Ausgangspunkt für Wanderungen und Trekkingtouren. Stilvolle Gastronomie.

La Gomera:
Jardin Tecina Hotel: An der Playa Santiago gelegen, bietet das Hotel üppig Panorama sowie zusätzlich schmucke Villen mit Meerblick – für den etwas privateren Golfurlaub.

Jetzt aber: Kursguide Golf

Alle Platzdetails und Kontaktadressen finden Sie unter folgenden Serviceseiten:
www.grancanariagolf.com – sämtliche Plätze auf Gran Canaria
www.grancanaria.com –  gute allgemeine Reiseinformationen und Übersicht aller Golfplätze
www.golfmotion.com –  Spanienspezialist mit Top-Page und schöne Ansichten aller kanarischen Plätze
www.tenerifegolf.es – die Agentur für Golf auf Teneriffa, umfangreiche Information.

Die Greenfeepreise bewegen sich zwischen 85 und 115 Euro im Winter und 50 bis 65 Euro im Sommer. Ausnahme:  Abama, das mit 180 Euro zu Buche schlägt. Das Handicaplimit liegt bei 28/36 (Herren/Damen). Startzeitenreservierung ist notwendig. „Softspikes only“ gilt für alle Plätze. Jede Menge Angebote und Packages bei Kauf von mehreren Greenfees und in den kanarischen Sommermonaten.

Gran Canaria

Salobre Golf: Südkurs: 18-Loch/Par 71 (5016 bis 6112 Meter); Nordkurs: 9-Loch/Par 36 (2223 bis 2832 Meter)
Maspalomas Golf: 18-Loch/Par 73 (5265 bis 6398 Meter)
Meloneras Golf: 18-Loch/Par 71 (4400 bis 5902 Meter)
Anfi Tauro: derzeit 9-Loch/Par 35 (2593 bis 3187 Meter)
Real Club de Golf: 18-Loch/Par 71 (5190 bis 5915 Meter)
El Cortijo: 18-Loch/Par 72 (4607 bis 6222 Meter)

Teneriffa

Golf del Sur: 3 x 9-Loch, Campo A Links: 9-Loch/Par 36 (2491 bis 2853 Meter); Campo B Norte: 9-Loch/Par 36 (2587 bis 2911 Meter)
Campo C Sur: 9-Loch/Par 36 (2390 bis 2957 Meter)
Amarilla Golf: 18-Loch/Par 71 (4800 bis 5918  Meter)
Golf las Americas: 18-Loch/Par 72 (5026 bis 6051 Meter)
Golf Costa Adeje: Championship, 18-Loch/Par 72 (5134 bis 6203 Meter)
Los Lagos: 9-Loch/Par 33 (1865 bis 2223 Meter)
Abama: 18-Loch/Par 72 (5030 bis 6271 Meter)
Buena Vista Golf: 18-Loch/Par 72 (4932 bis 6019 Meter)
Real Club de Golf: 18-Loch/Par 71 (4951 bis 5750 Meter)

La Gomera

Günstige Packages für Greenfee inklusive Fähre mit Auto und/oder mit einer Übernachtung im angeschlossenen Hotel.
Tecina Golf: 18-Loch/Par 71 (5361 bis 6343  Meter)

Ähnliche Artikel aus dem Archiv

Kommentare

Ein Kommentar zu “Inseln im Golfstrom”
  1. Annika sagt:

    Die Bilder sehen wahnsinnig gut aus und auch der Text liest sich sehr einladend. Das klingt nach einem absoluten Traumreiseziel und erinnert mich an meine damalige Golfreise. Damals ging es in die Türkei und ich schwärme noch heute davon. Werde ich in der nächsten Zeit noch einmal wiederholen müssen!

Schreiben Sie einen Kommentar