Über Klippen chippen [0]
Aus Golfrevue 6/2007

Cabo Giráo an der Südküste Madeiras ist mit 580 Metern die zweithöchste Steilklippe der Welt (der Preikestolen in Norwegen ist als Rekordhalter übrigens nur 24 Meter höher). Unser heimlichster Wunsch: Einmal über so einen wuchtigen Felsen einen Golfball ins Meer zu schlagen, wurde erhört! Kein Geringerer als Nick Faldo erfüllt uns (und sich selbst) diesen Traum: An der Westküste Madeiras, in Ponta do Pargo soll dort, wo der Leuchtturm von Saláo de Baixo momentan die größte Attraktion darstellt, im nächsten Jahr schon Golf gespielt werden. Hinter dem Projekt steht die Regionalregierung Madeiras, die bereits den pittoresken Golfplatz auf der Nachbarinsel Porto Santo erbauen ließ. Ponta do Pargo hat nicht nur Dank der Klippen und den berauschenden Ausblicken auf das Meer samt Cinemascope-Sonnenuntergang das Zeug zu einem weiteren Golf-Highlight auf Madeira zu werden. Nick Faldo bürgt dafür, dass neben der wilden Natürlichkeit der Gegend auch der sportliche Anspruch nicht zu kurz kommt. Ein 5-Sterne-Hotel soll als luxuriöse Bleibe den Golfplatz auch als Austragungsort für ein European Tour-Event attraktiv machen. Dieses Privileg obliegt momentan (noch) dem mondänen Golfclub Santo da Serra.
Tour erprobt
Im Osten Madeiras, nur wenige Autominuten vom Flughafen Santa Cruz entfernt, wird bereits seit 1933 Golf gespielt. Wo damals auf neun Par 3-Bahnen gekleckert wurde, klotzt man inzwischen dank Star-Architekt Robert Trent Jones mit einem 27-Loch-Parcours (Par 72). Seit 1993 ist der Golfclub Santo da Serra alljährlicher Austragungsort der Madeira Island Open (European Tour). Die Kombination aus malerischer Landschaft und spektakulärem Design verdient nicht nur, sondern fordert auch unsere volle Aufmerksamkeit. Zum Beispiel auf dem Signature Hole Nummer 4 des Kurses „Machico“: Ein 155/163 Meter langes Par 3 über eine Schlucht mit steil abfallendem Berghang dahinter und einem atemberaubenden Ausblick auf Klippen, Wälder und Meer. Ein Gustostückerl ist auch das im Jahr 2000 neu gebaute Clubhaus. Am höchsten Punkt der Golfanlage errichtet, bietet es einen feinen Ausblick auf den Platz und die dramatische Gegend rundherum.

Zaubergarten
Auf der Südseite der Insel, neun Kilometer östlich der Hauptstadt Funchal, findet man die vermutlich schönsten botanischen Anlagen der Insel, die Palheiro- Gärten. Wer von den 10.000 blühenden Kamelienbäumen nicht entzückt ist, der ist entweder zur falschen Zeit da (Blütezeit ist im Dezember) oder hat nur mehr Augen für den wenige Minuten entfernten Golfplatz Palheiro Golf. Für letzteren haben wir vollstes Verständnis. Design-Genie Cabell B. Robinson (Trent Jones-Schüler, der unter anderen an der Costa del Sol für La Cala, Los Olivos und La Reserva at Sotogrande verantwortlich zeichnete) hauchte dem über 200 Jahre alten Jagdanwesen aufregendes Golfleben ein. Gewaltige Ausblicke, vor allem auf Funchal und auf das Meer (besonders imposant von Loch 14 und 16) wetteifern mit dem ausgeklügelten Design. „Schauen, staunen, spielen“ lautet die Devise auf dem mitunter stark hügeligen Parkland-Kurs. Die 18 Loch (Par 72) bieten Anfängern faire Abschläge und jenen, die es wissen (oder auch nur sehen) wollen, echten Thrill von den Backtees.
Übers Meer
Porto Santo, die kleine Nachbarinsel Madeiras, ankert rund 30 Kilometer östlich der Mutterinsel im Atlantik. Umgerechnet in Bootsstunden: Drei, oder einen Hupfer mit dem Flugzeug. Die einst fruchtbare Insel verkarstete in den letzten Jahrhunderten, und blüht seit 2004 dank feiner Immobilienprojekte wieder auf: Neben 5-Stern-Hotels und Appartements entstand dort, wo vorher nur Fels und schwarze Erde die Landschaft prägten, mit Porto Santo Golfe ein Golfplatz der Superlative. Severiano Ballesteros kreierte den spektakulären 18 Loch-Platz (Par 72) und Architekt Joáo Paradella krönte die Anlage mit einem nicht minder schmucken Clubhaus. Eine ausgedehnte Übungsanlage mit never-ending-Driving-Range und einem 9 Loch-Pitch&Putt-Kurs runden das Angebot ab. Die vorderen Neun bieten durch die hügeligen Fairways und drei Seen bei den Löchern 3 bis 6 anspruchsvolles und abwechslungsreiches Golfvergnügen. Da darf man sich durch die karstige Landschaft neben dem saftigen Bermudagras (teilweise durch einen Zaun getrennt) nicht abschrecken lassen. Spektakulär die zweiten Neun: Loch 10, 11 und 18 erhalten ihr Flair von einem großen See und die Bahnen 13, 14 und 15 führen direkt an den Meeresklippen entlang. Klippen-Chippen mit offenem Mund!
Auf dem Schiff geht’s zurück nach Madeira, wo uns die festliche Strandbeleuchtung bezirzt. Der Zauber dieser Insel lässt uns auch nächtens nicht los. Wie angenehm.
Schlaue Infos auf einen Blick: Madeira
Anreise:
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Der Golfrevue Hoteltipp:
Choupana Hills Resort & Spa
Travessa do largo da Choupana,
9060-348 Funchal, Tel.: +351/291/20 60 20,
5-Sterne-Hotel, hoch über Funchal, in den subtropischen Wäldern Madeiras gelegen. 34 Bungalows mit zauberhaftem Blick über die Inselhauptstadt, die Bucht und den Atlantik. 2004 zum besten Boutiquehotel Europas gekürt. Das Spa wurde 2004 als bestes Spa Portugals ausgezeichnet.
Kursbuch Golf
Santo da Serra Golf
Madeira, Tel.: +351/291/550 100, 3 x 9 Loch (jeweils Par 36) Championship Course Kombination, 5.094 bis 5.620 Meter (Rot/Gelb), Greenfee: 75/100 Euro (18/27 Loch)
Palheiro Golf
Madeira, Tel.: +351/291/790 120, 18 Loch (Par 72) Championship Course, 4.452 bis 5.448 Meter, Übungsplatz: 6 Loch (Par 21), Ganztages-Greenfee: 90 Euro
Porto Santo Golfe
Porto Santo, Tel.: +351/291/983 777,
18 Loch (Par 72), 5.357 bis 5.984 Meter, Übungsplatz: 9 Loch (Par 27), Greenfee: 65 Euro
Ponta do Pargo Golf
Noch keine Infos erhältlich, da im Planungsstadium. Eröffnung voraussichtlich Sommer 2011.
Weitere Infos: www.madeira-golf.com
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