Feuer frei [0]
Aus Golfrevue 7/2006

Dass der bis in den Frühsommer schneebedeckte 3340 Meter hohe Vulkankegel keineswegs ein Softie ist, ließ er zuletzt 2003 spüren: Da spuckte der Ätna monatelang Feuer und seine Lavaströme verwüsteten Straßen und Häuser. Spuren sieht man noch: Nur ein paar Fahrtminuten vom Golfplatz entfernt erstreckt sich eine graubraune Mondlandschaft aus erkalteter Lava.
Der Vulkan kontrastiert hübsch mit den grünen Fairways von Il Picciolo. Der Golfplatz selbst, bis vor kurzem Siziliens einziger, liegt an der Ätna-Nordostflanke. Lavaströme haben auch zwischen den Spielbahnen ihre Spuren hinterlassen. Aber die Anlage ist keine Wüste: Ihre 18 Bahnen ziehen durch grünes Unterholz aus Kiefern, Nussbäumen und Weinreben.
Die 18-Loch-Anlage wurde 1989 vom italienischen Architekten Luigi Rota Caremoli geplant und ist weich in die Landschaft eingebettet. Zum Teil sehr schmale Fairways, einige Teiche, ausgiebige Bunker und Lava-Depots erschweren die Green-Annäherungen. Lange Drives und kurze raffinierte Bahnen mit schwer zu lesenden Greens wechseln sich ab.
Interessant wird es schon bei Loch 3, einem Par 4 mit 206/248 Meter: Ein Drive über das Out wäre angesagt, um das Green zu attackieren. Auch Loch 6, ein 414/461 Meter langes Par 4, verlangt Taktik: Besonders der Approach braucht Fingerspitzengefühl. Die Bahn 7 ist das schwierigste Par 5 der Anlage, ein 458/ 484 Meter langes Doppel-Dogleg nach rechts, hügelan zu spielen. Das Grün wird von einem ausgedehnten Bunker und links – wie könnte es anders sein – von einem Lavahügel verteidigt.
Bahn 11, ein 359/431 Meter langes Par 4, ist das schwierigste Loch der Runde: Am Anfang eines langen, schmalen Fairways greifen links ein erster Teich und kurz vor dem Green rechts noch ein zweiter nach dem Ball. Hat man das Wasser überwunden, kann man immer noch an einem hübschen Bunker links vom Green verzweifeln. Bahn 12 und 13 dienen zum Atemholen, bevor man bei 14 nochmals gefordert wird: Ein 311/366 Meter langes Par 4, bei dem man zuerst mit einem Drive den Fairway erreichen sollte, um mit einem kurzen Schlag zum Green zu gelangen. Aber Vorsicht: Schlägt man zu kurz, hat man einen unübersichtlichen Lavawall vor sich, das Grün wird noch zusätzlich von einem kleinen See verteidigt.
Beim Cappuccino im gepflegten Clubhaus, im Stil einer sizilianischen Landvilla gehalten, kriegt man angesichts grüner Fairways und schlagobersweißer Ätna-Abhänge eine Idee: Auf dem Vulkan liegt bis weit in den Frühling hinein Schnee. Nach einer morgendlichen Golfrunde könnte man doch nachmittags die Bretteln anschnallen und Schwünge auf eine der Pisten setzen? Also dann beim nächsten Mal!
Schlaue Infos auf einen Blick: Golf in Sizilien
Anreise: Die beste Reisezeit sind Frühling und Herbst. Catania, der nächste Flughafen, wird von Lufthansa über Rom/Mailand angeflogen.
Übernachten: Sizilien ist gut durch Hotels und Herbergen erschlossen. Im GC Picciolo gibt es ein angeschlossenes Gästehaus; empfehlenswert auch das kleine Hotel Il Picchio Golf Resort, 800 Meter vom Golfplatz (Rovittello-Castiglione di Sicilia, Tel.: +39/0942/98 64 26).
Kursbuch Golf
Il Picciolo: 95030 Castiglione di Sicilia, Tel.: +39/0942/98 62 52, 18 Loch/Par 72, 4910 bis 5590 Meter, Greenfee 55/65 Euro (wochentags/Wochenende und Feiertage), Golfcart 35 Euro.
GC Le Madonie: 2004 eröffneter, sehr amerikanisch wirkender 18-Loch-Platz zwischen dem Gebirgszug der Madonie und der Bucht von Céfalu im Norden der Insel. Vergesellschaftet mit 31 Villen und einem geplanten Luxushotel wird sich Le Madonie sicher bald als feines, kleines Golfresort etablieren. 90016 Collesano, Tel.: +39/0921/93 43 87, 18 Loch/ Par 72, maximal 6004 Meter, Greenfee 65/80 Euro (eine Runde/ ganzer Tag).
Villa Airoldi: Drei-Loch-Übungsanlage in der Inselhauptstadt (680 Meter). 90143 Palermo, Tel.: +39/091/54 35 34,





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