Mal Links, mal Rum [1]

Biikebrennen und Leuchttürme, Dünen und Watt, Reetdachhäuser und Ringreiten, dafür ist Sylt bekannt. Mit der kürzlich eröffneten, vierten Golfanlage wird es sich auch wie ein Lauffeuer verbreiten, dass die Insel eine heiße Golfdestination ist.

Aus Golfrevue 5/2007

Von Sylt-Experte Stefan Blümer.

Unterhalten sich zwei Einheimische auf Söl’ring, einem von zehn Hauptdialekten der Nordfriesen, steht der Urlauber ratlos daneben. Die eigenständige Sylter Sprache hat sich im Laufe von Jahrhunderten aus friesischen, dänischen, englischen und holländischen Sprachelementen ­zusammengebraut. So wie der Grog, frei nach dem Motto: „Rum muss, Zucker kann, Wasser braucht nicht…“.
Wir ­fragen also ein Sylter Original in einer Kneipe, was es auf der Insel mit Golf auf sich hat und erhalten die schlüssige Antwort: „Diar uur fuul snaket om dit ­Süpen, man o’ler om di Törst“. Wörtlich übersetzt heißt das, es wird viel über das Saufen geredet, aber nie über den Durst. Was der nordfriesische Prophet uns damit sagen wollte, verrät er jedoch nicht. Doch an seinem Gang erkennt man: Zu wenig Wasser im Grog. Gut, fragen wir halt jemanden, der mehr über Golf weiß: „Die Vielseitigkeit Sylts können Golfer ganz besonders genießen, weil die vier Golfanlagen völlig unterschiedliche Charaktere haben. Zudem kommt mit dem Seewind noch ein Element ins Spiel, das je nach Stärke und Richtung dem Platz wiederum ein anderes Gesicht gibt“, macht uns Sylt-Golfexperte Stefan ­Blümer die Insel schmackhaft. Von der Ferienwohnung bis zur 5-Sterne-Hotellerie hat man die Qual der Wahl, wie man sein Haupt auf Sylt betten möchte. Auf Individualität und persönliche Betreuung legen die Gastgeber besonderen Wert. Die Greenfees liegen zwischen 60 und 75 (Morsum) Euro.

Golfclub Morsum Exklusiv war der 1964 gegründete GC Morsum schon immer. Axel Springer ließ sich hier einst „seinen“ Golfplatz bauen. Besonders anspruchsvoll ist die 9-Loch-Anlage am östlichen Zipfel der Insel nicht. Dafür kann man aber herrlich entspannen und hat fast immer einen traumhaften Blick über die Salzwiesen und das Wattenmeer. Tipp: Frühzeitig um Startzeiten kümmern, denn die sind in Morsum knapp.

Golfclub Sylt 18 plus 6 lautet die ­Formel zwischen Wenningstedt und Kampen. Neben dem großen Platz hat der GC Sylt noch einen interessant zu spielenden Kurzplatz, der für jedermann offen steht. Hünengräber und gewaltige Teiche bestimmen das Bild der großen Anlage. Hätte man nicht hier und da auch einen Blick über die Braderuper Heide aufs Watt – man könnte fast vergessen, dass man einen Inselgolfplatz spielt. Der Club, der am Fuß des Kampener Leuchtturms seine Heimat hat, investierte zuletzt kräftig in Bausteine, um in punkto Service seinen Gästen alle ­Annehmlichkeiten bieten zu können.

Marine GC Ein Besuch beim Marine GC ist für jeden Golfer Pflicht. Nach Plänen des schottischen Architekten Kenneth J. Moodie ist neben dem Westerländer Flughafen ein echter Links-Course entstanden. Sogar die Gräser sind original schottisch! Wer das Spiel auf solch puristischen Plätzen mag, wird diesen Course lieben, keine Frage: Knallhart und schnell die Grüns, mannstief die Topfbunker, die sportlich-fair an den richtigen (oder falschen) Stellen lauern. ­Taktisch kluge Spielweise wird hier eindeutig ­belohnt. Etliche Bahnen haben ein eigenes Gesicht und damit einen hohen ­Wiedererkennungswert. Im neuen Clubhaus darf man sich auf eine gute Küche freuen, Top-Gastronom Thomas Möller wird hier künftig den Kochlöffel ­schwingen.

Golfclub Budersand Früher standen fast 30 große Kasernenbauten auf dem Gelände am Ortsrand von Hörnum, ganz im Süden der Insel. Mit großen Investitionen wurde eine Vision Wirklichkeit und eine Golfanlage gebaut, die wohl bald in den Bestenlisten auftauchen wird. Sportlich anspruchsvoll, aber jederzeit fair präsentiert sich dieser Links-Course, über 90 Topfbunker inklusive. Damit es hier echt schottisch aussieht, wurde das Personal für die Platzpflege aus dem Mutterland des Golfsports rekrutiert. Absolutes Highlight am Budersand: Bei guter Sicht rollt sich vom 15. Abschlag ein Bild aus, das bis zu den Nachbarinseln Amrum und Föhr über das Wattenmeer hin reicht. Das 50-Millionen-Euro-Projekt wird durch ein 5-Sterne-Hotel gekrönt, das voraussichtlich im Frühjahr 2009 fertig sein wird. Der Golfplatz ist seit Ende Juli geöffnet.

„Di Düüwel wel höm ek haa, en üüs ­Herigot heer höm auriiten“, hört man den alten Mann
an der Theke murmeln und unser Guide Stefan Blümer meint so was wie „Der Teufel will ihn nicht haben, und der Herrgott hat ihn vergessen“ ­verstanden zu haben. Damit haben wir auch endlich die Antwort auf alle Fragen, die unsere Scorekarte aufwirft!

SChlaue Infos auf einen Blick: Golfen auf Sylt

 

Golfclub Morsum auf Sylt
25980 Klein-Morsum/Sylt-Ost
9 Loch/Par 72, 5.028–5.868 Meter
Tel.: +49/4651/890387

Golf-Club Sylt
25996 Wenningstedt
18 Loch/Par 72, 5.239–6.129 Meter
Tel.: +49/4651/9959810

Marine Golf-Club Sylt
25980 Westerland
18 Loch/Par 73, 5.486–6.276 Meter
Tel.: +49/4651/927575

Golfclub Budersand Sylt
25997 Hörnum
18 Loch/Par 70, 5.396–6.004 Meter
Tel.: +49/4651/44927-10
Allgemeine Informationen
Sylt Marketing GmbH
Tel.: +49/4651/8202-0
www.sylt.de

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Kommentare

Ein Kommentar zu “Mal Links, mal Rum”
  1. Golf-Man sagt:

    Lol, zu wenig Wasser, auf Sylt, sehr nett zu lesen!

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