Bad Griesbachs Himmel [0]
Aus Golfrevue 1/2006
Doch schön der Reihe nach. Im Anfang müsste Gott den Himmel über (damals noch ohne „Bad“) Griesbach geschaffen haben. Dann irgendwann sorgte Alois Hartl sen. für das Licht. Keine Blasphemie, sondern Tatsache: Der Vater des gleichnamigen Resort-Gründers elektrifizierte Anfang des vorigen Jahrhunderts die Region. Und mit dem Verkauf des Stromversorgungs-Unternehmens in den sechziger Jahren war auch ein gewisser finanzieller Polster geschaffen, der nicht unwesentlich zur Erfüllung des alt-testamentarischen Vorbildes beitrug. Denn nun brachte Hartl der Jüngere das Wasser – und was für eines: drei Thermal-Mineralwasser-Quellen aus 497, 872 und 1.522 Metern Tiefe, zwischen 32 und 62 Grad Celsius, mit staatlich anerkannter Heilkraft.
„Europas fluoridhaltigste Natrium-Hydrogencarbonat-Chlorid-Therme“ bestätigen die Wissenschaftler und verweisen auf die heilende Wirkung einer kombinierten Bade- („Hmmm!“) und Trink- („Brrrr!“) Kur bei Beschwerden im Bereich des Bewegungsapparates. Dass die Bohrungen der Quellen keine g’mahte Wies’n, sondern viel mehr ein waghalsiges Unternehmen im Stil eines Moses (wir erinnern uns an dessen Tour durchs Rote Meer) darstellte, ist eine Geschichte, die Alois Hartl in eloquenter Art und unterhaltsamster Weise nicht müde wird zu erzählen.
Die Schöpfung des Hartl-Resorts beginnt also mit dem Ausbau des „Niemands-Dorfes“ Griesbach zum Thermal-, Heil- und Luftkurort „Bad Griesbach“ mit nunmehr drei First-Class Hotels: Das „Golfhotel Maximilian“ ist das 5-Sterne-Flaggschiff des Resorts und wurde vom deutschen Golf Journal mehrfach zum besten Golfhotel des Jahres gewählt. Dem steht – mit der Auszeichnung zum besten Wellnesshotel Bayerns – das „Hotel König Ludwig“ um nichts nach. Mit seiner Fokussierung auf das Thema Gesundheit rundet das „Hotel Fürstenhof“ mit vier Sternen die Sache gemütlich ab. Machte früher noch das Schlagwort „Kurhotel“ Furore, hat sich vor allem der Fürstenhof als die Golfer-Oase etabliert. Überflüssig zu erwähnen, dass alle drei Häuser nicht nur eine Rund-um-Golfbetreuung bieten, sondern zusätzlich mit allen erdenklichen Annehmlichkeiten aufwarten. Das steht sehr mit der „Hausherrin“ Gaby Hartl in Zusammenhang, die in jedem Hotel eine eigene Beauty- & Wellness-Oase betreibt. „Auch für den Herren!“, wie sie ungefragt beteuert, bevor sie uns verrät, worüber sie sich am meisten freuen würde: „Wenn mein Mann, den ich zuletzt vor 27 Jahren kosmetisch behandelt habe, endlich wieder einmal Zeit dafür hätte.“
Und weil – wir vergessen hier kurz die Chaos-Theorie – hinter jeder Schöpfung eine große Idee steht, ist der gesamte Ortsteil Bad Griesbach Therme mit dem Auto unterirdisch in einem Tunnelsystem erfahrbar: 2.700 Parkplätze sorgen auf diese Weise für eine himmlisch autofreie Zone. Oberirdisch sind die Gebäude einheitlich geplant und so verbunden, dass Gäste, ohne ins Freie zu müssen, überall hin kommen. „Ensemble-Architektur“ nennt sich das, und weltweit gibt es dafür nur noch zwei weitere Beispiele – in Port Grimaud, Frankreich und in Puerto Banus, Marbella.
Profan
Wer den himmlischen Verzückungen der First-Class-Wolken widerstehen kann und lieber näher der Erde – soll heißen: dem Golfplatz – weilen möchte, quartiert sich am besten unmittelbar neben den Grüns ein: Die beiden ebenso urigen wie komfortablen Gutshöfe Sagmühle und Uttlau liegen direkt an den gleichnamigen Golfplätzen. Letzterer ist ein aufwändig und liebevoll restaurierter, äußerst schmucker Vierseithof aus dem 17. Jahrhundert und ersteren schmückt die Auszeichnung als „Top Ten Golfplatzrestaurant 2000“ durch das deutsche Fachmagazin „Golf Sport“.
Überhaupt wird dem lukullischen Aspekt im ganzen Resort in hohem Maß Rechnung getragen, vor allem durch die großartige Idee des so genannten „Dine Around“: Jeder Gast eines Hartl-Hauses kann mit seinem Dinner-Arrangement nicht nur die Restaurants „seiner“ Unterkunft nutzen, sondern hat die Auswahl unter acht Küchen – von den Hotels über die Gutshöfe sowie die Golf-Chalets am Golfplatz Brunnwies bis hin zur letzten Errungenschaft inmitten der zwei Paradeplätze „Beckenbauer“ und „Jaguar Course“, dem Hartl Schlössl. Dieses im Mai 2005 errichtete Schmuckstück soll vor allem die jüngere Klientel anziehen, weshalb hier auch Hartl-Tochter Victoria am Ruder ist. Einer Thermalquelle gleich sprüht die erst 20jährige Hotelfachfrau voller Elan und Freude für die vielfältigen Aufgaben ihrer Berufung als Hotel-Leiterin: „Schließlich habe ich von Kinderbeinen an mitbekommen, was in einem Hotel passt und was nicht.“ Geplant ist, das Hartl Schlössl mit zusätzlichen Zimmern und einem Wellness-Bereich auszustatten.
Das Paradies liegt für uns jedoch draußen, im Grünen. Weil der Unternehmer Hartl früh erkannt hatte, dass mit Thermalwasser und Hotels allein zum „himmlischen Vergnügen“ noch das Alzerl fehlte, schenkte er einer Prophezeiung von niemand Geringerem als Franz Beckenbauer, dem langjährigem Freund des Hauses, Glauben: „Golf, das ist die Zukunft.“ Mit der Gründung des GC Sagmühle war 1983 der Grundstein gelegt für das, was sich heute als größtes Golf-Resort Europas präsentiert: Sechs 18-Loch-Meisterschaftsplätze, drei davon im Bernhard Langer-Design, was es weltweit nebeneinander kein zweites Mal gibt. Hinzu kommen drei 9-Loch-Plätze, sowie ein 6-Loch-Kindergolfplatz und eine 6-Loch-„Hackerwiese“, die auch ohne Platzerlaubnis (aus Sicherheitsgründen nur in Begleitung eines PE-Spielers) bespielt werden darf. Tüpfelchen auf dem i ist das „Golfodrom“ eine Übungsanlage, die rund 250 Personen zugleich Platz zum Trainieren aller erdenklichen Spielsituationen bietet: bergauf, bergab, Schräglagen, Annäherungen über Hindernisse etc. Mit 36 Golfpros kann sich die Golfschule auch selbstbewusst die größte weltweit nennen. Deren Griesbacher-Erfolgskonzept „UGLS“ (Universal Golf Learning System) bringt jährlich circa 2.500 Golfanfänger richtig in Schwung.
Jeder 18-Loch-Platz in Bad Griesbach verfügt über einen eigenen Golfshop für Bekleidung und Accessoires. Wer Hardware sucht, findet diese im definitiv größten Oncourse-Schlägershop Deutschlands im Golfodrom.
Zahlen Bitte
Knappe 180 Turniere pro Saison – allen voran der bereits legendäre „Kaiser Cup“ zugunsten der gemeinnützigen Franz Beckenbauer- Stiftung, gespielt am 15. Juli – locken nicht nur die 4.500 Mitglieder an, sondern auch zahlreiche Gäste: Insgesamt marschierten letztes Jahr zirka 127.700 Golfer über die Griesbacher Plätze. Die Greenfees für eine 18-Loch-Runde liegen zwischen 37 und 70 Euro, je nach Platz und Wochentag, wobei Gäste der Hartl Resort Hotels nur jeweils zwischen 25 und 45 Euro bezahlen.
Eine Einzelmitgliedschaft, mit welcher alle Golfanlagen uneingeschränkt genutzt werden können, kostet übrigens wohlfeile 821 Euro pro Jahr, plus einmaliger Einschreibgebühr von 1.023 Euro. Gestaffelte Preise für Ehepartner, Kinder etc. auf Anfrage.
Wahr ist’s. Nichts passt besser zum Abschluss als die Prophezeiung eines Golf-Jüngers: „Sie werden Ihren nächsten lieben, wie sich selbst … nämlich Ihren nächsten Aufenthalt im Hartl Resort!“
Alles Infos über das Resort: www.hartl.de






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