Belek [0]

Duell der Designer

aus GR 3/2007

Vom Geheimtipp zur Top-Destination: Die Türkei ist am besten Weg ihr Golfangebot um Belek mit Designer-Kursen upzugraden.

Als Schrittmacher fungieren dabei die Ryder-Cup-Heroes Nick Faldo und Colin Montgomerie. König Attalos von Pergamon muss wohl der erste türkische Golfer gewesen sein. Zumindest vermuten wir es. Warum sonst hätte er zwei seiner Mannen schon 159 vor Christi ausgesandt, um ein nettes Platzerl für die verwöhnte „Herrscherpension“ zu suchen.

Die zwei armen Kerle sahen sich schon ihr Schicksal mit Kollegen Sisyphos teilen und fanden sich damit ab, das gemütliche Eigenheim und die Lieben zu Hause auf länger nicht mehr zu sehen. Als sie suchend den Toros Da lari (Taurus auf Türkisch) runterschlenderten, konnten sie es kaum fassen: Sie hatten das Paradies entdeckt. Rasch zurück und ihre Durchlaucht geholt, kurz in die Hände gespuckt und schon war die neue Stadt gegründet, das heutige Antalya.

Es dauerte aber doch ein paar Monate, ehe 1994 nach Christi mit dem National GC der erste Golfclub in dieser Region seine Pforten öffnete. Auch die Anreise mit Lauda Air lässt sich mittlerweile bequemer gestalten. Die knapp 2200 Jahre dazwischen – auch Könige leben nicht nur von Luft und Liebe – galt es das Land anderwärtig urbar zu machen, idealerweise mit Getreide. Größtes Problem dabei war der Strand, der die Felder zu versanden drohte. Um dem entgegen zu wirken, wurden Pinien – viele Pinien – zwischen Felder und Meer gepflanzt. Sozusagen Lawinenschutz auf Türkisch.

Etliche Jahre später und ihrer ursprünglichen Aufgaben enthoben, sind diese Bäume den Türken so richtig ans Herz gewachsen. Sie wurden fein säuberlich gezählt und mit Nummernschilder versehen. Einen dieser Schattenspender umzulegen, um Platz für Fairways und Greens zu schaffen, stellt die Landentwickler und Golfplatzbauer vor schier unüberwindbare bürokratische Hürden: Es muss Baum für Baum angesucht und über jeden Fall einzeln entschieden werden, was den Golfplatzbau entsprechend entschleunigt. Doch abgesehen vom Forstschutz, ist es verblüffend optimal, hier Golfplätze zu bauen. Der sandige Untergrund vereinfacht die Modellierung und unterstützt das Wachstum der Gräser. Von der Einsaat zum ersten Divot dauert es im Idealfall gerade mal vier bis fünf Monate. Das nahe Taurusgebirge trägt maßgeblich mit der Lieferung von reichlich Süßwasser dazu bei. Die Türkei ist ja eines von wenigen Ländern die Wasser satt haben und dieses sogar exportieren können. Perfekt also, um die Gegend golferisch urbar zu machen. Und weil sich jede feine Golfdestination auch ihren Designer-Kurs hält, hat man sich entschlossen, auch diese Lücke zu schließen.

Faldo vs. Monty

Neben den alteingesessenen Kursen wie Tat-Golf mit 27 Loch, National – wie gesagt der älteste – mit 18 großen und neun „kleinen“ Holes, die Gloria Kurse mit zwei mal 18 und einmal neun Loch und Nobilis (18 Loch), darf man mittlerweile die Plätze des Antalya Golfclubs (Pasha und Sultan, jeweils 18 Bahnen lang) auch schon zu den Routiniers zählen. Aber die Tourismusverantwortlichen haben es schon erkannt, die Konkurrenz schläft nicht, also gilt es zu investieren und das am besten großflächig. Eine neue Wiese, auf der wir bereits Demut üben können, ist der zum Cornelia Resort (ebenfalls mit neuem Top-Class Hotel ausgestattet) gehörige Faldo Kurs

Ein, vom nächsten Europäischen Ryder-Cup-Captain mitdesignter 27-Loch-Platz, der nach Grips verlangt. Eng geschnürte Drivezonen, wahlweise von Bunkern oder Wald bedroht, lassen erahnen: Es geht dem Shorthitter Nick darum, seine megalange Tour-Konkurrenz mit listigen Fallen zu ärgern. Deshalb empfiehlt es sich, vom Tee hin und wieder ein kleines Holz oder gar ein Eisen einzuwerfen, um den Kalamitäten aus dem Weg zu gehen. Faldo hat zudem für den jungen, amerikanisch angehauchten Parklandkurs wenige Ansuchen zur Abholzung der Pinien eingereicht. Fein auch für uns, da uns die Ausreden nie ausgehen: „Dieser verflixte Baum Nummer 2256487999521 hat mir meinen Score gekostet.” Der Platz ist trotz seiner Jugend bereits perfekt in Schuss und das Clubhaus ist zurzeit das wohl Exklusivste am Belek-Strip. Und zum Drüberstreuen hat Nick seinen Kumpel David gleich mitgebracht. Die David Leadbetter Golf Akademie hat hier ihre türkische Heimat gefunden und verfügt über ausgezeichnete Trainings-Einrichtungen. Der Schwung wird es einem danken.

Im Designer-Match mit seinem schottischen Ryder-Cup-Kollegen Colin Montgomerie ist Nick damit jedenfalls one up. Denn Montys 18-Loch-Kurs im benachbarten 5-Sterne-Refugium Papillon-Resort ist gerade in der Endfertigung und wartet ab November auf uns (hat man uns jedenfalls versprochen). Erahnen lässt sich aber schon, was da auf uns zukommt. Und Sie haben natürlich recht: Denn täglich grüßt die Pinie. Auch der Schotte, für ihn erledigt die Firma European Golf Design die Knochenarbeit vor Ort, hat die Pinie als wichtigsten Partner ins Layout miteinbezogen. Der Meister erscheint, inklusive Eröffnung, übrigens insgesamt vier Mal während der Bauarbeiten, vorrangig natürlich für PR-Zwecke und ungrimmige Foto-Shootings.


Noch kein Ende

Ebenfalls im Herbst 2007 oder spätestens im Frühjahr 2008 sollen weitere vier Projekte fertig gestellt sein. Jeweils Hotel und Golfkurs entstehen zwischen Antalya Golfclub und der Anlage des Cornelia Golf Resorts. Die 18 Löcher des Carya Golf Resorts werden vom fünfmaligen Open Champion Peter Thomson, in Partnerschaft mit den Architekten Ross Perrett und Tim Lobb designed. Und die letzte Lücke in diesem Eck von Belek wird der Kaya Golf Club füllen. Der Kurs entsteht inmitten eines – ja, genau – Pinienwaldes mit eigenem Boutique Hotel – was auch immer das bedeutet – und wird über 150 Luxusvillen, 50 hoch komfortable Zimmer und über einen 18-Loch-Golfplatz verfügen.

Zwei weitere Projekte, die uns ebenfalls bald um unsere sauer verdienten Bälle bringen sollen, sind das von der Silence Gruppe initiierte 36-Loch Dunes & Pines-Resort. Mit einem, wie der Name schon sagt 18-Loch-Dünenkurs (Par 69) und einem schwierigeren und relativ langen 18-Loch-Kurs inmitten – dreimal dürfen Sie raten, richtig – von Pinien.

Gerade einmal rund 300 der weltweit 36.000 Golfplätze erfüllen die Vorgabe, echte Links-Golfkurse zu sein. Diesen Ansprüchen gerecht werden möchte der vom Stararchitekten Peter Dye gezeichnete Lykia Links Golf. Eröffnung soll hier im Oktober 2007 sein. Der 18-Loch-Championship-Kurs (Par 72) sowie der 9-Loch Academy-Kurs (Par 27) stellen uns Freizeit-Tigers vor einige Herausforderungen. So muss, wer auf dem Championship-Kurs bestehen möchte, klassisches Links-Golf im Bag haben. Der Kurs, rund 25 Kilometer südlich von Belek, in Denizyaka gelegen, ist an eine luxuriöse Ferienanlage angeschlossen, die bereits im Juli 2007 ihre Pforten öffnet und mit einer Kapazität von 1200 Betten, aufgeteilt in Apartments, Villen, Suiten und Zimmer, aufwartet.

Logieren statt wohnen

Neben den umfangreichen Golfprojekten wird auch die Hotellerie mit neuen Häusern und Konzepten völlig umgestaltet und im Standard auf die Bedürfnisse des verwöhnten Gastes gehoben. Über 50 (!) Fünfstern-Häuser werden ab 2008 um den verwöhnten Gast buhlen und damit den bestehenden Anlagen das (Urlauber-)Leben schwer machen. Eines dieser neuen Konzepte ist das Adam & Eve, das sich selbst ganz unbescheiden „The World´s Sexiest Hotel“ nennt. Eine Spielwiese fürs junge Fashion-Publikum. Ganz in Weiß gehalten (ausgenommen die Fassade, die ist leider grün) und mit jeder Menge Spiegeln an der Wand, protzt das Haus mit Superlativen, wie den riesigen 64 Quadratmeter großen Zimmern. Natürlich auch alle ganz in Weiß mit Spiegelwänden. Der 104 Meter lange Pool beansprucht für sich sogar der längste der Welt zu sein und an der 88 Meter Bar ist jede Menge Lümmelplatz. Lässig, in guter alter Westernmanier, das Glas Whiskey von einem Ende zum anderen zu schieben, bedarf hier allerdings schon eines Leichtathletiktrainings.

Wem das dann doch ein wenig zu „Hip“ ist, dem seien die Tophäuser wie etwa das luxuriöse Kempinski-„The Dome“, mit einem der besten Spa´s (auf 3500 Quadratmeter findet man unter anderem sogar eine nachempfundene Almhütte als Sauna!) oder die Anlagen des Gloria Resorts mit Gloria Golf und Gloria Verde, ans Herz gelegt. Apropos Gloria, ab Oktober hat man hier das Angebot um das neue 5-Sterne-Haus Gloria Serenity erweitert.

Fazit: War es bis jetzt ganz leicht eine entspannte Türkei-Woche golferisch zu zerstören, steht man ab nächstem Frühjahr vor der Qual der Wahl. Enthusiasten sind dann auch zwei Wochen in dieser Region bestens aufgehoben.


Reiseinfos

Fliegen

Verlängertes Wochenende zum Sonne tanken oder ausgedehnter Golfurlaub an der türkischen Riviera? Lauda Air hat im heurigen Sommer und Herbst für die Türkei einen Antalya-Schwerpunkt gesetzt und punktet bei Abflügen aus Wien mit fünf verschiedenen Flugtagen und zahlreichen Flügen aus den Bundesländern. So können Reisende ihre Aufenthaltsdauer besonders flexibel gestalten. An Bord gibt es bei Lauda Air eine kostenlose Do & Co-Menüauswahl, gratis Wein und Bier, kostenlose Kopfhörer, neueste Kinofilme, ein reichhaltiges Sortiment an Tageszeitungen und Magazinen, Topservice, Miles & More Prämienmeilen und tolle Geschenke für die kleinen Passagiere. Lauda Air bietet gemeinsam mit Veranstaltern ein umfassendes Pauschalreiseprogramm an – übrigens das größte aus Österreich! Auch aus den Bundesländern gibt es ein abwechslungsreiches Angebot für alle Türkei-Fans. Einzelplätze sind über CRS, CETS, Tour Market (Toma) zu buchen. Der Ab-Preis beträgt 149 Euro Oneway, inklusive aller Taxen und auch das Golfbag fliegt gratis mit. Einfach nach der Buchung unter 0512-2222-1173 anmelden. Weitere Infos bei Lauda Air unter 01/7000-767 oder www.laudaair.com

Reisen

Bentour ist die Nummer eins wenn es um Golfurlaub in Belek geht. Neu im Programm von Bentour ist das luxuriöse Cornelia Resort mit dem 27-Loch Faldo Kurs und „The World´s Sexiest Hotel“, das Designerhotel Adam & Eve. Eine spezielle Neuerung ist die Schlechtwetter-Versicherung. Wird der Platz gesperrt, bekommt man das Greenfee rückerstattet. Infos: www.bentour.at

Hotels

Gloria Golf Resort mit den Häusern Gloria Golf & Gloria Verde, seit Jahren bei Golfern beliebt. Heuer ergänzt das neue 5-Sterne-Haus Gloria Serenity das Angebot im High-end-Bereich.

Kempinski – Das Luxus-Hotel liegt direkt neben dem Antalya Golf Club und bietet dort unlimited Golf an. Besonders beeindruckend: Der geschmackvolle Wellness-Bereich mit Hamam, Thalasso Pool und einer Saunalandschaft samt Almsauna!

Adam & Eve – Der Horror jeder Putzfrau ist das komplett in weiß gehaltene und mit einer Unmenge an Spiegeln versehene neue Hotel Adam & Eve,
das sich selbst als „The World´s Sexiest Hotel“ bezeichnet.

GOLF

Golfplätze im Antalya-Belek:
TAT Beach Golf: 27 Loch (jeweils 9 Holes, stets Par 72; je nach Kombination liegen die Löcher teils am Meer und teils in den Wäldern. Mediterranean Course (bis 6056 Meter), Forest Course (bis 6072 Meter) und River Course (bis 6192 Meter). Handicaplimit: Damen 36/Herren 28; Infos: www.tatgolf.com.tr

National Golf Club: 18-Loch Par 72 + 9-Loch Executive Course Par 29; Gegründet 1994 und der einzige Mitglieder-Kurs – derzeit rund 200 – in der Region. Championship-Course von 5070 bis 6306 Meter. Handicaplimit: Damen 36/Herren 28. Infos: www.nationalturkey.com

Antalya Golf Club: 36 Loch – Pasha Course 18-Loch/Par 72; Sultan Course 18-Loch/Par 72. Der Pasha-Kurs (4911 bis 5731 Meter) ist ideal, seinen Schwung nach einem langen golffreien Winter wieder zu finden. Sein großer Bruder (5003 bis 6411 Meter) ist durch zahlreiche Wasserhindernisse eine echte Challenge und von den schwarzen Abschlägen ein wahres Monster. Handicaplimit: Damen 36/Herren 28. Infos online unter www.antalyagolfclub.com.tr

Cornelia Golf: 27-Loch-Faldo-Design. Der derzeit neueste Kurs in Belek. Besticht durch große, bewegte Grüns. Die dreimal 9-Loch lassen sich zu jeweils einem 18-Loch Par 72 Platz kombinieren und tragen so martialische Namen wie Tiberius, Sempronia und Gaius. Die Kombinationen daraus heißen dann King Course (4929 bis 5969 Meter), Queen Course (5091 bis 6027 Meter) und Prince Course (4909 bis 5912 Meter). Das 4.800 Quadratmeter große Clubhaus spielt alle Stückerln; David Leadbetter Akademie; für Gäste mit Hang zum Luxus bietet das angeschlossene Resorthotel den richtigen Rahmen. Infos online unter www.corneliagolfresort.com

Gloria Golf Resort: 45 Loch – New Course, Par 72, bis 6300 Meter, Old Course, Par 72, bis 6181 Meter, plus 9-Loch-Par-36 (Kurs Verde). Das größte Golf-Resort in der Region mit 45-Loch Golf, drei Top-Klasse Hotels, Executive Villen, Sport Komplex und Spa. Handicaplimit: Damen 36/Herren 28, exklusive Verde. Infos: www.gloria.com.tr

Nobilis Golf – 18-Loch, Par 71, bis 6312 Meter. Der zu den Robinson-Clubs gehörige Platz ist als ebener Park Land Course mit erhöhten Greens und altem Pinienbestand angelegt. Handicaplimit: Damen 36/Herren 28.
Infos: www.nobilis.com.tr

Neue Projekte

Papillon Resort & Golf – 18-Loch- Montgomerie-Course, Eröffnung im November 2007.
Carya Golf – 18 Loch, Eröffnung im November 2007
Kaya Golf – 18 Loch, Eröffnung Oktober 2007
Silence Golf Resort – je 18-Loch, Dunes Course & Pines Course, Eröffnung im Herbst 2007.
Lykia Links Golf – 18-Loch-Pete-Dye-Links-Course & 9-Loch Akademie Course, Eröffnung im November 2007.

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