Belek [0]

Türkisches Wunschkonzert

Dort, wo vor 15 Jahren noch unberührtes Küstenland lag, kuscheln jetzt Star-Designer wie Nick Faldo, Colin Montgomerie und Peter Dye ihre Fairways eng aneinander.

Innerhalb von wenigen Jahren entstand an der türkischen Riviera rund um Belek ein verführerisches Golfmekka, das einen je nach Lust und Laune zu (Golf-)Abenteuern lockt, findet Katharina Wieser.

Antalya-Belek, diese Route kenne ich, und nach zehn­jähriger Türkeiabstinenz bringe ich sie erneut in einem Reisebus hinter mich, mit einem kleinen aber feinen ­Unterschied: die baufälligen Holz- und Betonhütten rund um Belek sind verschwunden, der dichte Pinienwald und ­Tannenwald ein wenig geforstet und dahinter etwas verborgen räkeln sich leuch-tende Grüns, die richtige „Luxuswiesn“ er­ahnen lassen. Um genau zu sein sind es 279 Grüns, die sich auf zehn Golfanlagen im Umkreis von zehn Minuten rund um Belek verteilen. Die Rechnung ist einfach: Unter der Annahme, dass ich jeden Tag 18 Loch spiele, muss ich exakt 15,5 Tage bleiben um jedes Fairway zumindest einmal zu erkunden. Ich bleibe ­leider nur eine Woche und habe die Qual der Wahl – Parklandkurs oder Links-Course, Faldo oder Montgomerie?

Versuchungen. 

Mir ist noch nicht nach Urlaubsgolf, daher fällt meine erste Wahl auf Nick Faldo, Designer meines Vertrauens, der sicher einige hinterlistige Schikanen in die 27 Spielbahnen des Cornelia Golf Resorts geschwindelt hat. Ein paar gespielte ­Löcher und verlorene Bälle später weiß ich, auf den Ryder Cup Captain ist Verlass: Die Drivezonen des Parkland-Kurses sind eng und werden entweder von gleich mehreren Bunkern oder dem dichten Pinienwald, den Faldo fast zur Gänze als lebendes ­Hindernis am Platz stehen ließ, beschützt. Auf Loch eins ­(Sempronia Kurs) oder zehn, je nach dem wie man sich die drei 9-Loch Kurse mischt, schlägt Faldo gleich doppelt zu und lässt bei diesem Dogleg leicht verirrte Bälle von einer großen Waste Area fangen. Bleibt man sauber, sprich am Fairway, verstellt ein großer Pinienbaum – garantiert nicht versehentlich – perfekt die Tigerline zum Grün. Die Golfer sollen ja am besten gleich nach der Runde in der angeschlossen David Leadbetter Academy einchecken, um den Urlaubsschwung kurieren zu lassen.

Bei mir ist es noch nicht so weit, ich könnte noch gut eine Runde Links-Golf vertragen, bevor ich mich verzweifelt einem Pro in die Arme werfe. Niemand geringerer als Star-Architekt Peter Dye ­erfüllt mir diesen Wunsch und legt noch was drauf: Der Lykia Links Golfcourse liegt direkt am Meer. Loch 13, 14, 15 und 16 führen durch die Dünen bis zum Strand, der Meereswind spielt kräftig mit und ich sehne mich schon nach dem Pro, denn die schottischen „Chip & Run“-Shots habe ich noch nicht drauf. Eines weiß ich nach den 18 Loch aber gewiss: Wenigstens Peter Dye scheint nicht so sehr auf Pinien zu ­stehen.

Die Neuen. 

Wenn hier schon berühmte Golfer ihre Duftmarken hinterlassen, schnuppere ich Colin Montgomeries ­Türkei-Premiere: das Papillon Golf Resort wird seine 18 Spielbahnen im September für uns öffnen. Sieben Hektar Bunker und elf Teiche schmücken diesen klassischen Parkland-Kurs, auch beim schottischen Ryder Cup Spieler bleibt der Pinienwald ein tragendes Designelement. Ebenfalls neu ist der Carya Golf Club, der ab Mitte ­November eine feine Parkland-Linkskurs Mischung in Form von 18 Spielbahnen präsentieren wird und einem Naturspektakel ähnlich kommt. Über eine Million extra gezüchtete Heidekraut-Pflanzen ­verleihen dem Platz eine spezielle Note, die Fairways verlaufen entlang dichter Pinien- und Eukalyptusbäume sowie quer über die sandigen Hügel. Ausnahmsweise zeichnet hier kein Faldo oder Monty fürs Design verantwortlich, sondern das Golfplatz-Architektenbüro Perrett & Lobb, dass das Golf­epizentrum Belek um ein Highlight erweitert.

Die Zukünftigen.

Sieben Tage sind definitiv zu kurz, um dieses Golfmekka ganz zu erkunden. Ich werde wiederkommen müssen, um auch die alt eingesessenen Plätze – das sind in Belek jene Clubs, die bereits älter als fünf Jahre sind – zu besuchen. Doch wenn ich hier auf die vielen Fairways blicke, befürchte ich, dass meine Rechnung von 15,5 Golfurlaubs­tagen bei meinem nächsten Besuch nicht mehr ganz stimmen wird. Aber drei Wochen Urlaub wären auch nicht schlecht.


Golf

Gloria Golf Resort: 45 Loch – New Course, Par 72, bis 6300 Meter, Old Course, Par 72, bis 6181 Meter, plus 9-Loch-Par-36 (Kurs Verde). www.gloria.com.tr

Cornelia Golf: dreimal 9-Loch Faldo-Design, jeweils kombinierbar zu einem 18-Loch Par 72 Platz. King Course (4929 bis 5969 Meter), Queen Course (5091 bis 6027 Meter) und Prince Course (4909 bis 5912 Meter).
www.corneliagolfresort.com

Kaya Golf: 18 Loch, Par 71, bis 6.100 Meter. www.kayahotels.info

Lykia Links Golf: 18-Loch-Pete-Dye-Links-Course, Par 72,  9-Loch Akademie-Course.
www.lykiagroup.com


Neue Plätze:

Papillon Resort & Golf:
18-Loch-Montgomerie-Course, Par 72, 4.914 bis 6.666 Meter, ­Eröffnung September 2008. www.papillon.com.tr

Carya Golf:
18 Loch, Par 72, 4.885 bis 6.571 Meter, Eröffnung November 2008. www.caryagolf.com

Hotels:

Gloria Golf Resort
mit den Häusern Gloria Golf & Gloria Verde, seit Jahren bei Golfern beliebt. Das neue 5-Sterne-Haus Gloria Serenity ergänzt das Angebot im High-end-­Bereich. www.gloria.com.tr

Magic Life Waterworld
All-Inclusive Club mit eigenen Golf-­Packages, besonders geeignet für ­Familien und Langzeiturlauber in den Nebensaisonen. www.magiclife.com
5* Calista Luxury Resort,
Luxusanlage in der Mitte eines Pinienwaldes und mit 1.500 Quadratmeter großem Sandstrand. www.calista.com.tr

Alle weiteren Informationen:

Bentour Austria
Tel.: 01/24 110-0
www.bentour.at

Zusatzinfo:
Wenige Wochen vor der Hauptsaison, die im November beginnt, kommt es auf fast allen Plätzen zu Einschränkungen des Spielbetriebs. Teilweise sind diese sogar für eine Woche gesperrt. Am besten, man informiert sich im Reisebüro darüber, wann welcher Kurs wann nicht bespielbar ist.

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