Mexiko – Cancun [0]

 

Vamos amigos!

Cancun, im Süden Mexikos, auf der Halbinsel Yucatan, ist seit Jahrzehnten eine der Topdestinationen im transkontinentalen Reisegeschäft.  Die mexikanische Karibik lockt mit allen vorstellbaren Annehmlichkeiten. Das neueste Zugpferd sind spektakuläre Designerplätze auf höchstem US-Niveau – und Chris Wolf hat einige gespielt.

Cancun, die Hotelstadt auf der Sandbank, ist eine Erfindung der mexikanischen Zentralbank. Ende der 1960er-Jahre nahm man in der Hauptstadt reichlich Geld in die Hand und investierte, staatlich organisiert, ins boomende Tourismusgeschäft. Der verlassene Mangroven-Dschungel am nordöstlichen Zipfel der Halbinsel Yucatan wurde mit Straßen, Energie und Wasser erschlossen. 1975 eröffnete das erste Hotel am vorgelagerten Riff, seitdem wächst die Tourismus-Enklave unaufhörlich. Die blitzweißen Strände locken mittlerweile über zwei Millionen Gäste im Jahr an, mehr als alle karibischen Inseln zusammen. Die Initiative der Politiker darf als gelungen bezeichnet werden, denn Cancun und die umliegende Riviera Maya hat alles, was ein Urlaubsparadies ausmacht: Exotische Traumstrände erfüllen die Erwartungen der anspruchsvollsten Sonnenanbeter, und Abenteuerlustige finden Beschäftigung vom Jetski bis zur Jungletour. Tauchsportler kommen hierher, seit Jaques Cousteau das Riff in seiner legendären Fernsehserie präsentiert hat. Kulturfreaks können sich mit den Ausgrabungen der mystischen Mayawelt beschäftigen, während jedes Jahr tausende partywütige College-Studenten anpilgern, um den Winter zu verabschieden. Wir Golfer erlauben uns, von all dem ein bisschen mitzunaschen, nachdem wir unsere Runden auf den Spitzenplätzen absolviert haben. Denn in den letzten Jahren positioniert sich die Riviera Maya auch als Golfdestination des Extraklasse. Einige der bekanntesten US-Stardesigner haben hier gebaut. Über 20 Plätze finden sich entlang der 130 Kilometer langen Küste bis ins südliche Tulum, Tendenz steigend. Mehrere Anlagen präsentieren sich als ausgewachsene Championship Courses, mit Profi-Events der US und der Canadian Tour.


Golfen im Wunderland. 

Das ausgesuchte Golfprogramm könnte mit einer Eröffnungsrunde auf einem der beiden Plätze direkt in der Hotelzone beginnen. Der Platz des Golf Club Pok-ta-Pok ist der älteste und gutmütigste der Region. Die Anlage wurde 1976 vom damals jungen Robert Trent Jones jun. ­entworfen und geht als echte Antiquität durch. Besonders die ersten Neun gefallen, wie sie sich über die Landzunge in die ­Lagune dahin ziehen. Fairways am Wasser, umgeben von alten Palmen und Sandstrand, versprühen karibischen Charme und machen Lust auf mehr. Eine Alternative ist der hoteleigene Platz des Hilton Cancun. Direkt neben den Maya-Ausgrabungen von El Ray gelegen, fordert das moderne Layout mit viel Wasser und steter Meeresbrise unser bestes Golf. Nach der Akklimatisierung steigern wir die Dosis und stellen uns den wirklichen Herausforderungen: Die Greg Norman Signature Courses Playa Mujeres und Mayakoba gehören zum Besten, was Cancun zu bieten hat. Beide Plätze winden sich durch den dichten Mangroven-Dschungel an der Küste. Perfekt manikürte Fairways sind immer vom Dickicht des Urwalds umgeben, und sobald der Ball den Cartweg überspringt, verschluckt ihn die üppige Vegetation. Pittoreske Short-Holes mit fantastischen Bunkerlandschaften wechseln mit spektakulären langen Löchern, die in großzügigen Grünaufbauten münden. Und als Draufgabe kommt mit Waste-Areas und Biotopen immer wieder die exotische ­Vegetation ins Spiel. Playa Mujeres geht als echtes Designerkunststück durch. Vom Hinweisschild über das Clubhaus zu den Bahnen versprüht der Club einen noblen spanischen Charme. Mayakoba dagegen darf sich damit brüsten, ein Turnier der PGA-Tour auszutragen, obwohl das Layout ein wenig einfacher scheint. Beide Anlagen glänzen durch vorzügliches ­Greenkeeping, das unter anderem Grüngeschwindigkeit auf allerhöchstem Niveau mit sich bringt.

Eine weitere Herausforderung ist Robert von Hagges ­Playacar Golf Club. Der 15 Jahre alte Platz bildet das ­Zentrum einer exklusiven Villen- und Hotelanlage. Dementsprechend zieht sich der Platz durch gepflegte Parklandschaft. Die Fairways sind gesäumt von Palmen und Blütenpracht, künstliche Hügelketten entlang der Bahnen bringen verzogene Bälle auf den rechten Weg. Der Score entscheidet sich um die kleinen Grüns mit üppigen und tiefen Bunkern. Immer wieder kommen die typischen Cenotes ins Spiel – Felsformationen mit tiefen Einbrüchen, ähnlich unseren ­Dolinen im Sandsteingebirge.

Nachdem wir unser Golfkönnen aufs Höchste herausgefordert haben, schalten wir einen Gang zurück. Dazu bieten sich die Leckerbissen Iberostar Playa Paraiso und Moon Golf Club an. Jack Nicklaus 27 meisterliche Holes des Moon Golf Clubs bilden mit offenem Design und ausladender Landschaft einen angenehmen Kontrast zu den Mangroven-Schneisen der Norman-Wiesen. Immer wieder erheben sich die Teeboxen über den Horizont und erlauben Rundblicke und Orientierung. Der Platz ist liebevoll bepflanzt und beherbergt eine Vielzahl exotischer Tiere.

Wildere Erdbewegungen hat Designer Pete Dye beim Iberostar Playa Paraiso Golf Club umgesetzt. Das Spiel kommt einer Achterbahnfahrt nahe, weil die Fairways auf kleinstem Raum und stark onduliert sind. ­Groteske Formen inmitten des tropischen Dschungels erinnern ein wenig an Linksgolf – der Bounce des Balles will immer mitbedacht sein. Die Vegetation hier ist jedoch üppiger als in Schottland, die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit auch.
Wegen des Klimas gilt es auch zu berücksichtigen, dass das Spiel nur am Vormittag wirklich Freude macht. Die frische Luft und die Meeresbrise erlauben uneingeschränktes Golfvergnügen. Wenn sich das Land aufheizt und es schwül wird, relaxt man besser schon beim Cocktail am Beach. Die Greenfees müssen als All-inclusive-Packages verstanden werden. Der Gast wird vom Caddiemeister empfangen, der die mit GPS-ausgestatteten Carts mit Obst und Wasser vorbereitet. Erfrischungstuch, Birdiebook, und Startgeschenk warten ebenfalls. Imbisswägen drehen laufend ihre Runden und versorgen uns mit Snacks und Getränken. Die Transfers vom Hotel und Leih-Equipment der neuesten Generation sind meist im Preis in­begriffen. Das Angebot ist vom amerikanischen Markt geprägt und unterscheidet sich, bei höheren Preisen, deutlich von den Leistungen, die in Österreich als Standard gelten.

 


Der karibische Traum. 

Das wertvollste Kapital Cancuns bleiben natürlich das Karibische Meer, der weiße Sandstrand und die zauberhafte Formen- und Farbenvielfalt. Nach dem Spiel zieht es den müden Körper an den Hotelstrand. Beim Abstecher an die Pool-Bar schnell einen frischen Fruchtcocktail geschlürft und schon geht’s vorbei an Palmen und exotischen Sträuchern, über den puderartigen Sand Richtung unendliches Rauschen. Beim Spiel mit den Wellen kühlt man sich ab und die Muskeln werden wieder lang. Umgeben vom türkisen Meerwasser und den weißen Wolken lässt man vielleicht an die Highlights der Runde Revue passieren oder besser: man lässt den Gedanken freien Lauf. Gut wenn man zu Zweit ist, weil die Romantik solcher Momente dann noch mehr Wucht entwickelt, als die brechenden Wellen. Nicht umsonst gilt Cancun als Topdestinationen für Honeymooner und Heiratswütige. Die Hotels sind übrigens beinahe durchgehend als All-inclusive-Häuser geführt. Man kann sich also reichlich mit der spannenden mexikanischen Küche beschäftigen. Die Fleischgerichte werden mit frischem Gemüse und würzigen Saucen serviert. Frische Guakamole, die Avocadocreme, ist eine besondere Spezialität. Gerne werden die Zutaten in Tortillas verpackt und mit der Hand gegessen. Auch die Wellness- und Spa-Einrichtungen der Hotelanlagen können sich sehen lassen. Die gängigen Massagetechniken werden mit althergebrachtem Mayawissen aufgewertet. Heimische Kräuter finden Einzug in die Körperbehandlung und die ortsübliche Sauna ist ein aufgeheizter Holzverschlag, der zur Wiedergeburt der Seele animiert.

Wer Kraft findet, nimmt sich dann noch Zeit für die Vergangenheit der Eingeborenen: Ausgrabungsstätten der Mayakultur erzählen von der Geschichte der riesigen Sandsteinhalbinsel. Bis etwa 1520 die ersten Spanier gelandet sind, lebten die Mayas im Sinn ihrer Naturreligion. Erst brutalste Verdrängungskämpfe führten zu den heutigen Machtverhältnissen. Pflichtbesuche sind die Ausgrabungsstätten von Tulum und Chichen Itza, einem Weltkulturerbe. Die alten ­Gemäuer erzählen (aus dem Mund fachkundiger Führer) vom erdigen Weltbild der Mayas. In Erinnerung bleibt, neben der einzigartigen Ästhetik und der Naturverbundenheit, auch die unglaublichen Opferriten und Kriegermythen. Es gilt eine, im tiefen Dschungel versunkene, ­Indianerwelt wiederzuentdecken. Golf hilft.


Golf in Yucatan/Mexiko – Alle Infos, kurz & bündig

Optimale Reisezeit: Dezember bis Mai. Tropische Regenschauer und Hurrikans sind unwahrscheinlich. Die Temperaturen bewegen sich zwischen 25 und 35 Grad. Überland bewegt man sich auf der Küstenautobahn Nr. 307 von Cancun über Playa del Carmen (65 km) nach Tulum (130 km). Die meisten Hotels betreiben eigene Shuttleservices. Taxis sind überall verfügbar.
Anreise: Die günstigsten Flüge ab Wien bietet Iberia über Madrid um 1.100 Euro hin und retour. Günstig auch LTU und KLM um 1.200 Euro. Im Charter fliegt die LTU Wien-München-Cancun in etwa 14 Stunden.

Nützliche Web-Links:
www.rivieramaya.com
www.cancuntravel.com
www.meiers-weltreisen.de

GOLF

Golf Club at Pok-ta-Pok
18 Loch, Par 72 (5.855–7.000 yds),
GF: 175/145 Dollar (Haupt-/Nebensaison)
www.cancungolfclub.com

Hilton Cancun Golf & Spa Resort
18 Loch, Par 72 (5.029–6.734 yds),
GF: 199/149 Dollar (HS/NS)
www.hiltoncancun.com

Playa Mujeres Golf Club
18 Loch, Par 72 (5.195–7.218 yds),
GF: 230/185 Dollar (HS/NS)
www.playamujeresgolf.com

El Camaleón, Mayakoba
18 Loch, Par 72 (5.078–7.024 yds),
GF:  225/180 Dollar (HS/NS)
www.mayakobagolf.com

Playacar Spa & Golf Club
18 Loch, Par 72 (5.768-7.202 yds),
GF: 190/130 Dollar (HS/NS)
www.palaceresorts.com

Moon Spa & Golf Club
27 Loch, 3 x Par 36, (6.250-7.200 yds)
GF: 260/165 Dollar (HS/NS)
www.palaceresorts.com

Iberostar Playa Paraiso Golf Club
18 Loch, Par 72, (Champion 6.641 yds)
www.iberostar.com/irmo/

Allgemein: Viele Plätze bieten Greenfee-Ermäßigungen und Freispielrechte für Gäste von Partnerhotels. Twilight-Fees sind um etwa 1/3 günstiger und starten schon ab etwa 14 Uhr.

RESTAURANTS:
Authentische Mayagerichte serviert das Yaxche in Playa del Carmen (Calle 8 Norte); In der Hotelzone Cancun empfiehlt sich La Distilleria (Plaza Kukulcan) mit bodenständiger mexikanischer ­Küche und Tequilaspezialitäten.

PACKAGES RIVIERA MAYA

Wer das Package mit den Twilight-Greenfees (meist nach 14.00 Uhr, am Mujeres schon ab 12.30 Uhr), spart bei vier Golfrunden in Summe rund 250 €.
Flug ab/bis Österreich  mit der Condor;  Flughafentaxen (236 €) und Gebühren; Transfer Flughafen-Hotel-Flughafen; 7 N/Junior Suite, Basis „Alles inklusive“
4 x 18 Loch:  Iberostar GC, Mayakoba, Moon Palace GC, Playacar GC inkl. E-Cart

Ocean Coral Hotel*****
2007 neu erbautes Hotel, ca. 20 km südlich des Flughafens, direkt am traumhaften Strand und inmitten eines tropischen Gartens.
Preis: 2.450 € pro Person regulär; mit Twilight Greenfees 2.199 €; Einzelzimmerzuschlag 224 €; 75 € Frühbucherbonus pro Person bis 28.10.2008 !

Premium Hotel Secrets Maroma Beach*****
Neueröffnetes (August 2008) exklusives Luxushotel am langen Sandstrand, ca. 30 km südlich von Cancun.
Preis:  2.889 € pro Person mit regulären Greenfees; mit Twilight Greenfees 2.638 € pro Person; Einzelzimmerzuschlag 390 €; 250 € Frühbucherbonus pro Person bis 8. Oktober 2008!
(Stand: September 2008)

Zu buchen bei: TGR-Golfreisen GmbH
8041 Graz, Liebenauer Hauptstraße 2–6 oder
2351 Wr. Neudorf, Straße 14, Objekt 21
Tel. 0316/38 40 35
office@tgr-golfreisen.at
www.tgr-golfreisen.at

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