Fluch(t) in die Karibik [0]
Als Karibik-Rookie kannte ich die landläufigen Klischees bisher nur vom Hörensagen: Sonne, Palmen und Strand, all-inklusive Luxushotels, feine Zigarren, Rum und „Laid Back“ als Lebenseinstellung. Eines vorweg, sie wurden alle erfüllt! Dazu kommt jetzt auch die Überzeugung, dass die Tropeninsel auch eine Top-Golfdestination ist mit einigen der schönsten und besten Golfplätze, die ich als Golf-Weltenbummler bespielt habe. Nach einem Kurz- und Langstreckenflug (10 Stunden ab Düsseldorf) ist man sofort nach Ankunft in Urlaubsstimmung. Gleich nach der Passkontrolle begrüßen uns ein blauer Himmel, 30 Grad Celsius und eine Folkloremusikgruppe als Vorboten des Karibikflairs. Ob mondän, exklusiv, luxuriös oder Las Vegas Style – in Punkto Hotel verspricht die Golfregion Punta Cana alles zu bieten und wir checken nach einem kurzen Transfer als erstes im Iberostar Grand Bavaro Hotel ein. Das Gute am Jetlag (Zeitdifferenz -5 Stunden) ist, dass man spätestens um 6 Uhr morgens putzmunter ist. Gerade früh genug um den atemberaubenden Sonnenaufgang zu genießen – ein Spektakel, das man sich in der DomRep nicht entgehen lassen darf. Nach einem ausgiebigen Frühstück zieht es uns sofort zum hoteleigenem Golfplatz Iberostate – ein schöner, nicht allzu selektiver Parklandkurs und somit ein idealer Einstieg für unseren in Österreich schon etwas eingeschlafenen Wintergolfschwung. Nachmittags trennen wir uns beim Relaxen am Strand und einer entspannenden Massage im luxuriösen Spa endgültig von unserem Reisebegleiter Jetlag. Gut so, denn „heißer Strand – coole Drinks“ verspricht uns das karibische Nightlife, das wir erst lange nach Mitternacht in unserem eigenen Whirlpool mit Blick auf den Sternenhimmel ausklingen lassen.
Nach dem für dominikanische Verhältnisse eher kleinem, aber sehr feinem Iberostar Grand Bavaro zieht es uns als nächstes in etwas größere Gemächer, das Melia Caribe Tropical lockt uns mit noch mehr Strand und Meer und spätestens jetzt haben wir die Zauberformel DomRep durchschaut: der paradiesische, palmengesäumte, weiße Sandstrand mit türkisen, warmen Meer ist bei allen Hotels gleich, es variiert jeweils nur Größe, Ausstattung und Service. Den hoteleigenen Golfplatz Cocotal nutzen wir, um letzte Schwungfehler zu beseitigen, bevor uns den Big Three der dominikanischen Golfkurse zuwenden. Neben Johnny Depp als Captain Jack Sparrow haben auch die drei Golfplatzdesign-Legenden Nicklaus, Fazio und Dye ihre Spuren auf Küste und Sand hinterlassen. La Cana Golf ist ein meisterliches Designerstück von P. B. Dye (Sohn von Pete Dye). Gemessen an den Löchern mit direktem Meerzugang („nur“ vier) kann La Cana den anderen beiden zwar nicht ganz das Wasser reichen, doch die Aufwendigkeit des Layouts und die Platzpflege ist vom Allerfeinsten. Die atemberaubende 17 und 18 verlaufen parallel zum angrenzenden Meer und mit jedem Schlag klopft das Golferherz lauter und gleichzeitig steigt die Traurigkeit, dass diese tolle Golfrunde nun zu Ende geht. Lange brauchen wir aber nicht auf Ersatz zu warten, denn nicht weit entfernt durfte sich Tom Fazio über der Steilküste so richtig austoben und hat mit Corales einen spektakulären 18-Loch-Championship-Course in die zerklüftete Landschaft integriert. Julio Iglesias, Designer Oscar de la Renta, der New Yorker Mediator Ted Kheel und der dominikanische Hotelier Fred Rainieri dürfen den Platz ihr eigen nennen und lassen täglich nur 40 Greenfeespieler an ihrem Golferlebnis teilhaben. Ein perfekter Pflegezustand und atemberaubende Ausblicke auf allen 18 Bahnen rücken das eigentliche Spiel in den Hintergrund – endlich ein Golfplatz, bei dem man sich nach dem Spiel auch an die Löcher und nicht nur an den Score erinnert. Besonders die beiden Schlusslöcher der Front und Back Nine haben sich bei uns eingeprägt. Wir schicken Neptun noch ein kurzes Stossgebet, bevor wir den Ball über die Klippen samt hochspritzender Gischt befördern.
Staunst du nur oder golfst du auch?
Den Zenit an Golfplatzdesign erreicht man schließlich in Cap Cana, einem Golfeldorado mit fünf Golfplätzen, von denen alleine drei aus der Feder von Jack Nicklaus stammen. Ein fast unwirklich schönes Meisterstück ist der Punta Espada Golf Club, acht Löcher hat der Golden Bear dort direkt an das Karibische Meer gebaut, eines spektakulärer und anspruchsvoller als das andere. Wer diese 18 nicht leichten, aber durchweg manikürten Fairways betritt, kommt vor lauter wildromantischer Karibikklischees aus dem Staunen nicht mehr heraus. Hier versperren einem kein Hotel und keine Strandvillen den Blick auf die tosende Gischt. Vom Gesamteindruck (Design, Pflege, Optik, Strategie, Clubhaus, Range, etc.) hat sich Punta Espada ganz locker in meine persönlichen Top 3 der Welt gespielt. Wer gerne auch abseits des Golfplatzes weiter staunen möchte, kombiniert dieses außergewöhnliche Golferlebnis mit dem exklusiven FünfsternPlus Resort Secrets Santuary Cap Cana. Mit „nur“ 170 Suiten im Carrebian, Castle und Colonial-Stil erfüllt die für dominikanische Verhältnisse zwar kleine Anlage alle unsere Erwartungen an das karibische Urlaubsfeeling.
Optimale Reisezeit:
Oktober bis April (Hauptsaison Dezember bis Ostern)
Anreise:
Es gibt momentan leider keinen Direktflug von Österreich, die einfachste Flugvariante ist via Düsseldorf (Air Berlin) oder München (Lufthansa)
Hotels:
Iberostar Grand Bavaro, Playa Bavaro, 274 Zimmer (nur Suiten), 6 Restaurants, 5 Bars, Wellness, Golfplatz
www.iberostar.com
Melia Caribe Tropical, Playa Bavaro, 1.128 Zimmer (210 davon Royal Services), 13 Restaurants, 4 Bars, Wellness Center, Casino, Golfplatz
www.meliacaribetropical.com
Hard Rock Hotel & Casino, Macao, 2.000 Zimmer, 10 Restaurants, viele Shops, Wellness Center, Casino, Bars, Nightclub, Golfplatz
www.hardrockhotelpuntacana.com
Secrets Santuary Cap Cana, Cap Cana, 176 Zimmer (nur Suiten), 5 Restaurants, 5 Bars, Spa, Casino
www.secretsresorts.com
Punta Espada, Cap Cana, Ocean Course (Jack Nicklaus Signature Design)
www.capcana.com
Corales, Higuey, Ocean Course (Tom Fazio)
www.puntacana.com/golf-spa/corarel-golf-course
La Cana, Higuey, Ocean Course (P.B. Dye)
www.puntacana.com/golf-spa/corarel-golf-course
Roko Ki, Macao, Ocean Course (Nick Faldo)
www.rocoki.com
Golf Iberostate Bavaro, Playa Bavaro, Inland Course (P.B. Dye)
www.puntacanagolf.net
Cana Bay Palace, Macao, Inland Course (Jack Nicklaus Signature Design)
www.canabay.com
Punta Blanca, Playa Bavaro, Inland Course (Nick Price)
www.punta-blanca.com
Cocotal, Playa Bavaro, Inland Course (Jose Gancedo)
www.cocotalgolf.com
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