Dienstag 25. September 2012, 09:01 Uhr

Voilà Mauritius! [0]

Was eine Insel ausmacht, ist das viele Wasser ringsum. Aber erst feinster Sandstrand, ein paar Golfplätze und nicht zuletzt geniale Hotels samt unfassbar freundlichen und hilfreichen Geistern machen daraus Urlaub.

aus der Golfrevue 12/06

Nirgendwo sonst wird ein Dreiputt nebensäch­licher als am Golfplatz von Le Touessrok. Dafür sorgt allein seine Lage auf der Île aux Cerfs.

Die direkte Nachbarschaft draußen im Indischen Ozean hält sich in Grenzen: Réunion liegt 132 nautische Meilen entfernt, zehn Stunden per Schiffspassage. Knapp 700 Kilometer weiter, also in Summe ein bisserl weiter als Wien–Mailand, ankert Madagaskar vor Afrika. In die andere Richtung braucht es schon etwas mehr Geduld: Außer Rodrigues gibt’s bis Australien nur Ozean. Es ist recht ruhig in und um Mauritius, was uns zum Wesen des Urlaubmachens zurückführt: Entspannen.

Entsprechend überfallsartig setzt eine grundfeste Tiefenentspannung ein, zumeist beim ersten Schritt auf mauritischem Boden, also am Flughafen. Und das auch noch nach dem zwölften Besuch der Insel, die als landgewordene Fototapete neben anderen Klassikern wie etwa den Seychellen als Traumdestination ihre Existenz rechtfertigt. Aber den Seychellen fehlt es an Golf. Erleichternd kommt hinzu, dass Mauritius nicht bechartert wird und uns keine Animateure vor dem Flughafen in Großgruppen trennen und einfangen wie einen Schwarm Schmetterlinge.

Einmal tief durchatmen: Ein Blick auf den Strand und den Infinity-Pool des Le Touessrok sollte reichen: Im echten Leben ist es aber noch schöner.

Dementsprechend ist die gesamte Hotellerie der Insel bestens beleumundet, die Gäste sowieso. Zumindest die meisten. Nach Mauritius jettet man nicht mal schnell hinüber, dieser Urlaub will von langer Hand geplant sein. Und Party ist sowieso nicht. Man geht mit der Sonne schlafen – zumindest hat man das Gefühl – und wacht mir ihr auf. Ein Rhythmus, der rasch verinnerlicht wird und durch das Umfeld nie aus dem Takt gerät. Am Strand kurzweilen uns Bücher, morgens und abends.

Ein Major-Sieger als Pate: Open Champ Ernie Els hat den Anahita-Golf-
kurs designt, den Rest erledigt Mauritus.

Die kulinarischen Entdeckungsreisen durch die mauritische Küche, die es im Grunde gar nicht gibt. Ebenso wie die Bevölkerung einen brillanten Ethno-Mix darstellt, setzt sich die Bandbreite der Leckereien aus allen Kontinenten zusammen, wiewohl Indien dominiert. Beim Essen. Man hat sich wohl in den letzten zehn Jahren, im Zuge der touristischen Kolonialisierung, kulinarisch sehr weit nach Europa gelehnt, der allgegenwärtige Koriander reicht aber aus, die Exotik der Speisen aufrechtzuerhalten.

Per Vaporetto zum Abschlag
Zwischen Frühstück und Abendessen lässt sich neben einem Buch auch das Grüns-Lesen auf Mauritius grandios einweben. Mit zu den schwierigsten ihrer Art zählen jene auf der traumhaften Île aux Cerfs. Die kleinen Insel gehört grundsätzlich den Mauritiern, die wochenends zum Grillen am Strand vorbeikommen. Wer jetzt an die Donauinsel denkt, handelt sich eine klare Themenverfehlung ein. Also: Traumstrand rundum und 18 satt grüne Fairways mittendrin. Bernhard Langer hat am -Layout getüftelt und serviert eine harte Nuss, die für die meisten ersten im zweiten Anlauf zu knacken ist. Das Besondere: Man setzt vom nicht minder traumhaften Le Touessrok, einem Hotel der Extraklasse, zu dem der Golfplatz gehört, per Boot über. Schauen Sie bei der Anlegestelle den Golfern, die zurück ins Hotel schippern, genau ins Gesicht: Wer leicht feuchte Augen hat, war zum ersten Mal am Platz und hat dabei eine Grundregel missachtet: Beim Kennenlernen lieber eine Portion mehr Bälle einstecken, am besten ältere.

Einmal Mauritius, immer ­Mauritius – die Trauminsel hat eine unfassbare Quote an ­„Wiederholungstätern“.

Wer hingegen den Platz kennt, und Wiederholungstätern machen die 18 Langer-Holes richtig Spaß, weiß um die Tücken Bescheid: die hantigen Gräben, die nach teils knackigem „carry“ verlangen, die kniffligen Grüns, die uns mehr Rätsel aufgeben als chinesische Schriftzeichen, und die immer wieder unfassbaren Ausblicke, die uns die Konzentration rauben.

Basis-Station für Geniesser
Wer sich strand- und golfmäßig also entsprechend hochklassigen Urlaub gönnen möchte, sollte den Westen der Insel ansteuern. Mit insgesamt fünf Plätzen ist für ausreichend Kurzweil gesorgt, sollten die Tage am Strand lang werden. Als herrlichen Ankerplatz für den Müßiggang haben wir das Le Touessrok und sein neues, schickes Schwesterhotel Long Beach angesteuert.
Ersteres ist Mauritius-Fans ohnedies ein Begriff. Das Haus, das wir durchaus der Sechs-Sterne-Kategorie zuordnen, nestelt sich um eine kleine Lagune, das Riff draußen im Ozean sorgt für unaufgeregtes Plätschern am Sandstrand. Die Poollandschaft mit ihren Palmeninseln, die offene Architektur, die das Urlaubsfeeling noch intensiver macht, und ein unfassbarer Service multiplizieren sich zu einem Erlebnis, das man immer wieder aufs Neue genießen möchte. Andererseits: Immer schön ist nie schön.

Augen schließen und genießen: Ein bisschen im Pool plantschen, am Abend ein Cocktail an der Bar, und sanft weht der Wind durch die Palmen – willkommen im Long Beach Hotel.

Vor kurzem hat mit dem Long Beach ein weiteres Haus der Sun-International-Gruppe auf Mauritus aufgesperrt. Mit einem für die Insel neuen Architekturkonzept: Man geht im Long Beach, ein paar Autominuten nördlich des Le Touessrok, weg von den eher lieblichen Formen hin zum klassischen Designerhotel. Der Service bleibt der gleiche, ebenso die Qualität der Facilities – vom Infinity-Pool bis hin zum Spa und den Zimmern mit unfassbarem Meerblick.

Einigermaßen neu in der Gegend ist übrigens auch der Anahita-Golfcourse, ein direkter Nachbar des Langer-Kurses und auch von einem Top-Golfer designt: Ernie Els zeichnet für dieses Meisterstück verantwortlich. Tatsächlich meint man von Loch 17 hinüber auf die Île aux Cerfs schießen zu können. Mit zwei weiteren 18-Loch-Plätzen, The Links und The Legend, dund dem 9-Loch-Platz St. Géran, quasi ein Links-Kurs, macht diese Ecke der Insel allen Golf- und Strandurlaubern garantiert mächtig Spaß.

 

REISEINFORMATIONEN:

Allgemein: Die Insel ist etwa halb so groß wie das Burgenland. Die beste Reisezeit: Ende September bis Ende April. Die Amtssprache ist zwar Englisch, die meisten Inselbewohner sprechen aber Französisch. Währung: Rupie (1 € = 36 Rupien). Anreise: Emirates (via Dubai), www.emirates.com

Hotel-Tipps: Auf der Trauminsel verdichtet sich Top-Hotellerie auf engstem Raum: Wir ­haben dem Le Touessrok und dem Long Beach einen Besuch abgestattet. Beide liegen im Nordosten der Insel und versinnbildlichen mauritische Lebensart.

Le Touessrok: Sechs-Sterne-Haus mit privater Insel Marke „Robinson Crusoe“ sowie einem fantastischen 18-Loch-Platz, der nur per Boot erreichbar ist. Im Hotel selbst steht mit „398“ ein Restaurant der Extraklasse neben fünf weiteren, atemberaubenden Restaurants zur kulinarischen Auswahl bereit. Der Strand und die Wassersportmöglichkeiten erlauben, das zu erleben, was man gemeinhin unter einem Traumurlaub versteht.

Das Long Beach Hotel ist das erste seiner Art auf Mauritius: Deutlich Richtung Boutique- oder Design-Hotel gezeichnet, vermittelt es eine Atmosphäre, die man bisher auf Mauritius nicht gekannt hat. Zudem dürfen sich Gäste des 2011 eröffneten Resorts über den längsten Sandstrand freuen, über den ein Hotel auf Mauritius verfügt. www.sunresortshotels.com

Infos & Buchungen: www.tui.at

 

 

 

 

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