Die Bar zum Krokodil [0]

Ägypten, der Star des Geschichte Unterrichts unserer Schulzeit, konzentriert knapp vier Flugstunden entfernt, 5.000 Jahre Hochkultur. Riesige Pyramiden, prachtvolle Gräber und gut erhaltene Mumien zeugen vom Glauben an das ewige Leben. Heutzutage spielen die Götter offenbar Golf, wie wir auf einer Entdeckungsreise entlang des Roten Meeres in der Region Hurghada und am Sinai feststellen durften.

Aus GOLFREVUE 6/2007

Ramses, Tutanchamun und die liebe Kleopatra begegnen uns nicht nur in den Geschichtsbüchern, sondern üben heutzutage ihre ungebrochene Faszination aus. Im Fernsehen (Tod am Nil mit dem famosen Sir Peter Ustinov als Hercule Poirot) gleichwie am Zeitschriftenkiosk (Asterix und Kleopatra) und in der Musik (In der Bar zum Krokodil). Den Totenkult, die Mythen und nicht zuletzt die grauslichen Flüche im Zusammenhang mit dem alten Ägypten lassen wir jetzt mal links liegen und suchen nach anderen Schätzen: 14 Golfplätze warten zwischen Pyramiden, Palmen und Meer darauf, von uns entdeckt zu werden.

Allein um die Hauptstadt Kairo liegen sechs Kurse und auch auf den Spuren des sagenhaften Schatzes von Tutanchamun findet sich nahe dem Tal der Könige mitten in der Wüste die „18-Loch-Oase“ Royal Valley Golf Club Luxor. Uns zieht es jedoch ans Meer, wo Wasser, Sand und Wind die Pharaonen ausstechen. In der Region Hurghada warten die zwei herausragenden Golfanlagen The Cascades und El Gouna und eine dritte, Madinat Makadi, wird im Winter eröffnet. Auf der Halbinsel Sinai liegen mit dem Jolie Ville Resort in Sharm el Sheikh und dem Taba Height Golf Resort zwei weitere pyramidale Golfkurse. Mit Lauda Air sind alle Destinationen bequem und volley, beziehungsweise mit einmal Boden berühren (zwischenlanden) erreichbar.

Wasser gefällig?

Die Faszination der Halbinsel Soma Bay, rund 40 Kilometer südlich von Hurghada, zeigt sich am eindruckvollsten bei Sonnenaufgang. Die sandigen Dünen schimmern dann bis zum Horizont wie ein goldenes Leintuch. Auf einem Teil dieses Leintuchs hat Gary Player 1999 das Cascades Golf Resort auf 18 Loch (Par 72) ausgebreitet. Zwischen dem Roten Meer und der Wüstenlandschaft von Soma Bay zeigt uns Player, was er mit seinem Credo – „Design muss die natürlichen Gegebenheiten anreichern und aufwerten“ – meint: Weite Fairways machen Mut beim Abschlag, Waste Areas grenzen die Bahnen untereinander und zur Wüste hin ab. Zahlreiche Seen, Felsen und Bäche sorgen für ausreichend Nervenkitzel und gezählte 77 Bunker bringen rund um die Grüns zusätzlichen Sand ins Spiel.

Das Layout der vorderen und hinteren neun Bahnen führt niemals zick-zack, sondern in Form von zwei Schleifen, die zusammen einen Achter ergeben und uns ständig neue Perspektiven eröffnen. Ein steter, an heißen Tagen höchst willkommener Begleiter, ist der Wind, der besonders auf den Bahnen unmittelbar am Meer (Loch 5, 6, 14 und 15) zum Tragen kommt. Als Signature Holes liefern sich die zwei Par 3-Bahnen Nummer 5 und 14 (beide rund 120/170 Meter von Rot/Gelb) mit dem Meer im Hintergrund szenische Rivalenkämpfe und buhlen um unsere Aufmerksamkeit, die wir großzügig unter ihnen aufteilen. Das Clubhaus, wie die gesamte luxuriöse Anlage „La Résidence“ rundherum, ist im britischen Colonial-Stil erbaut und erquickt uns unter anderem mit einem feinen Thalasso-Spa. Ein Shuttle-Bus bringt die Resortgäste zum privaten Sandstrand. Was will man mehr? Vielleicht einen Hauch Exotik?

Dann bietet sich als Bleibe das Sheraton Soma Bay Resort, lediglich einen Kilometer vom Cascade-Golfplatz entfernt, an. Das weitläufige Resort mit riesigem, zentralen Swimmingpool liegt direkt am roten Meer, umgeben von türkisblauem Wasser, weißen Sandstränden und spektakulären Korallenriffen und würde auch einem Pharao gut gefallen. Wer es etwas sportlicher angehen will, findet sicher im Robinson Club Soma Bay Gefallen am umfassenden Freizeitprogramm am, über und unter Wasser.

Lagunengolf

Die perfekte Übersetzung des Begriffes Oase findet man im Steigenberger-Resort El Gouna, einer Lagunen-Halbinsel rund 30 Kilometer nördlich von Hurghada, am Roten Meer. Rund um die Anlage machen die Lagune, das Meer, malerische Inselgruppen und kilometerlange Strände uns den Mund wässrig. Aber nicht nur den,  sondern auch unsere Golfbälle, denn Wasser ist hier omnipräsent – selbst auf der Driving-Range. Damit auch die Fairways und Grüns vor Saft strotzen, erhalten diese 5.000 Kubikmeter Wasser täglich. „El Gouna“ umrahmt nicht nur die Ferienanlage, sondern begleitet auch den Großteil der Golflöcher. Wer hier Ökosünden wittert, ist jedoch fehl am Platz! „Green Gouna“, eine 2002 gegründete Umweltorganisation, bemüht sich um den Schutz und die Erhaltung des empfindlichen Ökosystems vor Ort. Der 18-Loch-Platz wurde vom amerikanischen Architektenduo Fred Couples und Gene Bates entworfen und umzingelt außerhalb der Lagune die Golfvillen und die Hotelanlage.

Der Platz wirkt dank offener und breiter Bahnen sehr einladend (um nicht zu sagen: einfach), doch schnelle Grüns, ausgedehnte Bunker- und Waste Areas sowie die manchmal heftige Brise verleihen dem Platz eine würzige Note. Weniger herb von den Hacker-Tees, gilt es von hinten mächtig zuzulangen, auch wenns auf den ersten Blick gar nicht danach aussieht, wie etwa auf Loch 4. Das Par 5 misst zarte 450 Meter von den Back-tees, spielt sich durch den meist vorherrschenden Gegenwind aber deutlich länger. Dazu prüfen schlau platzierte Bunker unser Course Management, ebenso wie die Lagune hinter dem Grün – bloß nicht zu lang sein! Ein weiteres Highlight ist Loch 17– ebenfalls ein Par 5, 394/469 Meter –, ein sanft geschwungenes Dogleg entlang der Lagune. Wer mit dem zweiten Schlag auf’s Grün will, darf Wasser und Bunker nicht scheuen! Slicen ist verboten, sonst findet man den Ball auf der eigenen Zimmerterrasse.

Neuland

Ebenfalls in unmittelbarer Nähe von Hurghada (rund 30 Kilometer südlich) öffnet im November das Madinat Makadi Golf Resort seine Pforten direkt am Roten Meer. Vorerst sind nur der 9-Loch-Kurzplatz (Par 27) und die Driving-Range bespielbar, doch ab März 2008 stehen der 18-Loch-Championshipplatz (Par 72) und die volle Infrastruktur mit acht Hotels, dem Serena Spa und einem Souk (Markt) zur Verfügung. Der amerikanische Golfplatzarchitekt John Sanford (er realisierte in Ägypten auch die Kurse in Sharm el Sheikh und Taba Heights) hat den 6.880 Meter langen, leicht hügeligen Platz mit ausreichend Wasserhindernissen garniert. Das Größte, nämlich das Rote Meer, kommt nicht ins Spiel, oder nur optisch:  Von 12 Bahnen aus genießt man einen feinen Ausblick auf das rund zwei Kilometer entfernte Taucherparadies. „Für aufregende Momente, geprägt von sportlichen und landschaftlichen Highlights ist jedenfalls gesorgt“, versichert uns Golfclub-Manager Rolf Boehmer. Sobald wir den Platz persönlich erkundet haben, werden wir uns (und Sie) davon überzeugen, versprochen.

Golf am Sinai

Rund 100 Kilometer östlich von Hurghada liegt einen kurzen (Aus-) Flug über das Rote Meer entfernt die Halbinsel Sinai. Genauer gesagt der Ort Sharm el Sheik und mit ihm das Jolie Ville Mövenpick Golf Resort. Der Sinai zeigt sich vor allem im südlichen Teil sehr hügelig. Das macht auch den Charme der Anlage auf einer Anhöhe über dem Meer, rund fünf Kilometer vom Flughafen Sharm el Sheikh entfernt, aus. Was uns am meisten verblüfft, ist das Farbenspiel der umgebenden Natur – je nach Tageszeit: Dunkelblau- bis violettgefärbt das Meer, das das Weiß der Häuser kontrastiert, dahinter die glutrote Wüste, die wie Wasser flimmert und vom mächtigen Sinaigebirge eingeschlossen wird.


Besonders eindruckvoll lässt sich das am Nachmittag vom achten Loch, dem höchsten Punkt des Golfplatzes, erleben. Die leicht hügeligen Bahnen mit den rollenden Fairways werden von rund 1.250 eigens angepflanzten Bäumen gesäumt, die neben den üppigen Bunkerlandschaften aber nicht die einzigen Hindernisse darstellen. Es kommen noch 18 Seen dazu, die sich trügerisch wie eine Fata Morgana geben: Angesichts der nahen Wüstenlandschaft erquicken sie unsere Seele, aber spätestens, wenn wir unsere Bälle in ihre Richtung schlagen, erweisen sie sich als sehr real.

Das Mövenpick-Hotel daneben bietet etliche Annehmlichkeiten, wie etwa einen riesigen Wasserthemenpark und einen eigens angelegten Sandstrand mit vorgelagertem Korallenriff zum Tauchen oder Schnorcheln.

Etwa 200 Kilometer nördlich von Sharm el Sheikh, in Taba am nördlichen Zipfel des Golfs von Akaba, fasst gerade ein zweites Golf-Prestigeprojekt auf der Halbinsel Sinai Fuß: Das Taba Heights Golf Resort fasziniert nicht nur mit der dramatischen Kulisse des Sinai-Gebirges und des Roten Meers, sondern mit dem Ausblick auf die drei Länder Ägypten, Israel und Jordanien während einer Runde Golf inmitten der Wüste. Vor allem am Tee 14 sollte man die Zeit zum Schauen nützen und durchschnaufen. Schließlich erwartet sie das mit 567 Metern (von den Back-tees) längste Loch Ägyptens (ein Par 5, no na).

Die letzten beiden Löcher sind alleine schon die Reise zum Dreiländereck Taba Height wert: Grün 17 liegt einen Hüpfer vom Meer entfernt, und dahinter türmen sich die Gebirge von Jordanien und Saudi Arabien auf. Vorsicht also vor getoppten Bällen, das könnte eine Grenzverletzung zur Folge haben. Am 18. Tee spielt man mit dem Meer im Rücken und dem hauseigenen, hier grasenden Kamel im Augenwinkel, Richtung Sinai Berge. Ein Anblick für Götter. Leider hält er nicht ewig, denn beim Golfen gilt auch in Ägypten: Nur schnelles Spielen ist schönes Spielen! Allen Mythen und Flüchen zum Trotz.

Schlaue Infos auf einen Blick: Hurghada/Ägypten


Anreise:
Lauda Air fliegt Montag und Donnerstag von Wien nach Hurghada (mit Zwischenlandung in Sharm el Sheik oder Luxor bzw. Marsa Alam). An Bord erwartet Sie ein feines Do&Co-Menü, Getränke, Film & Unterhaltung – also die perfekte Einstimmung auf den Urlaub. Miles & More-Bonusmeilen können Sie ebenso sammeln, wie Ihr Golfbag (oder die Taucherausrüstung) gratis mitnehmen. Preise ab 189 Euro one way. Mehr Infos unter www.laudaair.com

Kursbuch Golf

The Cascades Golf Resort
Soma Bay, 18 Loch, Par 72, 4.808–5.891 Meter
Greenfee: 90 Euro (60 Euro für Soma Bay-Hotelgäste)

El Gouna Golf Club
El Gouna, 18 Loch, Par 72, 4.864–5.732 Meter
Greenfee: 65/75 Euro (Sommer/Winter)

Madinat Makadi Golf Resort
Makadi Bay, 18 Loch, Par 72, 4.828–6.447 Meter
Greenfee: 70 Euro (9-Loch Par 27-Kurzplatz: 35 Euro)
(Resort-Eröffnung November 2007,
Golfplatz-Eröffnung März 2008)

Jolie Ville Mövenpick Golf & Resort
Sharm El Sheikh, 18 Loch, Par 72, max. 6.021 Meter
Greenfee: 100 Euro (incl. E-Cart)
bzw. 65 Euro für Hotelgäste

Taba Heights Golf Resort
Taba, 18 Loch, Par 72, 5.214–6.74 Meter
Greenfee (incl. E-Cart): 75/85 Euro (Sommer/Winter) bzw. 60/68 für Hotelgäste

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