802 GC Brand [0]

FESTSPIELZEIT IM LÄNDLE – Von Bludenz, führt eine verwunschene Straße in das Brandnertal. Dort liegt im Ort Brand, direkt an der Hauptstraße, der Golfplatz.

Golf zwischen den Gipfeln – der Platz im Brandnertal ist eine Naturschönheit und gehört zu den spektakulärsten Anlagen Österreichs.

So unscheinbar der Club von der Straßenseite her wirkt (vermutlich haben etliche Brandner noch gar nicht bemerkt, dass hier feinstes Alpingolf geboten wird), so dramatisch wird es hinten raus: Gleich am ersten Tee klafft steil ein Graben – von keinem Orchester besetzt, aber der Alvier (von den Brandnern einfach „Bach“ genannt) rauscht eindringlicher als ein kaputter Lautsprecher!

Vorhang auf für 18 Akte
Wer Brand schon gespielt hat, wird bereits am ersten (alten) Loch einige Neuerungen wohlwollend wahrnehmen. „Das Loch war früher um einiges schwieriger zu spielen“, schildert Clubmanager Walter Deutsch, „weil das Fairway ein seitliches Gefälle nach links aufwies und in der Landezone bei der Hunderter-Markierung zudem eine querlaufende Mulde den Bällen jeglichen Roll verwehrte.“ Früher – das heißt vor dem Ausbau, der mittlerweile abgeschlossen wurde: Denn mit den neun zusätzlichen Löchern wurden auch fast alle bestehenden Bahnen mehr oder weniger umgemodelt.

Als der 9-Loch-Platz 1994 errichtet wurde, durften von Seiten des Naturschutzes nur geringste Erdbewegungen durchgeführt werden, auch Bunker waren verboten! So wie die Natur es vor legte, wurden die Bahnen in die Landschaft gelegt – das machte den Platz wild und romantisch. „Diesmal war das alles kein Thema mehr, weshalb wir hier auf der Eins neben der Begradigung nicht nur einen Bunker gebaut haben, sondern auch das zweistufige Grün um einige Meter vergrößerten“, zeigt sich Deutsch zufrieden mit dem Umbau und streut vor allem zwei Personen Rosen: dem engagierten Präsidenten Helmut Schwärzler und dem Architekten Diethard Fahrenleitner: „Als bei uns die Frage auftauchte, ob wir die bestehenden Löcher renovieren oder auf 18 ausbauen sollten, gab es viele Stimmen, die uns rieten, besser nichts Neues zu machen. Denn die 35 Hektar, die uns als Fläche zur Verfügung stehen, sind ziemlich herausfordernd für jeden Architekten.“
Fahrenleitner baute jedoch nicht einfach neun zusätzliche Bahnen. Er unterzog das ganze Areal einem Facelifting, modellierte fast ausschließlich ebene (allerdings bisweilen schmale) Fairways in die steile Landschaft und ließ bis auf die letzten vier Löcher (die ehemaligen Bahnen 6 bis 9 wurden die neuen 15 bis 18) wenige Steine auf den alten. Nicht penible Baupläne, sondern das G’spür des Architekten sorgen nun auf allen 18 Löchern für eine natürliche Einbettung des Platzes in die wilde Landschaft.

Katharsis auf „Gsi“
Wer weder vorarlbergisch versteht („Gsi“ werden die Vorarlberger aufgrund ihres Dialekts gerne genannt) noch in antiker Literatur bewandert ist (Kathersis meint „Läuterung“ als Element der antiken Tragödie), versteht den Zwischentitel erst, wenn er in Brand zur Bahn vier kommt. Nicht nur höhenmäßig (vor allem vom Herrenabschlag!), sondern auch hinsichtlich der Spannung der absolute Gipfel: Ein 217/261 Meter „kurzes“ Par 4 mit einer Kulisse zum Niederknien, und davor gleich ein Graben und ein relativ enges Fairway zum Beten-Üben. Glücklich, wer erhört wird und dieses trifft, denn der Schuss über einen weiteren Bach ins Grün verlangt unerhörte Präzision.
Ein Ausflug ins Gemüse rechterhand soll aber nicht unmäßig bestraft werden: „Die Böschungen werden nach dem Anwachsen der Magerwiesen so wenig Bewuchs wie möglich aufweisen, damit die Bälle leicht gefunden werden können“, erteilt Deutsch slicenden Sündern vorab Absolution. Nur jene, welche die Gier treibt und die im Wald hinter dem Grün landen, die holt der Teufel – scoretechnisch gesehen.

Auch das nächste Loch erweist sich als äußerst gelungener Akt im 18-Teiler von Brand: Die Abschläge des 140/151 Meter langen Par 3 sind hinter einem malerischen Felsen versteckt. Auch hier gilt die Devise, gerade bleiben und nicht einfach wild drauf hauen, weil sowohl rechts vom Grün als auch dahinter das Theater zum Drama werden kann. Die Bahnen acht bis 14 liegen terrassenförmig in einer großen, offenen Lichtung. Für diese musste einiges an Wald (gesamt circa sechs Hektar) gerodet werden.

Zudem bekam der Club durch verschiedene Behörden gleichsam fast unmögliche wie widersprüchliche Auflagen aufgezwungen. So ziert nun entlang der 14 ein drei Meter breiter und zwei Meter hoher Steinschlagdamm  bergseitig das Fairway, „und aus dem voluminösen Abflussrohr, das einbetoniert werden musste, um einen Wasserstau hinter dem Damm zu verhindern, ist trotz der massiven Regenfälle in der letzten Zeit kein Tropfen Wasser raus gekommen“, macht der Clubmanager seinem Ärger über die 100.000 Euro Mehrkosten Luft. Gleichzeitig lobt er das gute Verhältnis zu Behörden und Grundstückseigentümern. Und während sich Deutsch mit dem ganzen Verlauf des Ausbaus mehr als zufrieden zeigt, freuen sich die Clubmitglieder über das Ergebnis. Vor allem, weil sich die rund 1,5 Mio. Euro Gesamtinvestition nicht auf ihre Mitgliedsbeiträge auswirken.

Die Querelen der Jahre des Umbaus sind längst vergessen. Was blieb ist ein wunderbarer Platz, der friedvoll, abseits von Verkehrslärm in der Alpenregion Bludenz, zwischen Arlberg und Bodensee gelegen, unbändige Lust auf eine golferische Begegnung von Spiel und Natur macht!

 

Adresse:
Studa 83, 6708 Brand
Telefon:
+43 5559/450
Fax:
+43 5559/450-20
Email:
info@gcbrand.at
Webseite:
www.gcbrand.at
Präsident(in):
Günter Cavada
Manager(in):
Geschäftsführung: Ilona Gregory
Sekretariat:
-
Loch:
18 Loch
Par:
65
Länge:
3619 bis 4058 m
CR Gelb:
63,3
CR Rot:
64,1
Slope Gelb:
119
Slope Rot:
116

Übungsanlage
 

Greenfee:
 
Art:
Tagesfee
Greenfee:
Mo–Fr € 66,–
Sa, So, Fei € 70,–
Ermäßigungen:

Sunset Mo–Do ab 16 Uhr € 40,–
Sa, So, Fei ab 16 Uhr € 46,–

Nur Rangefee:
€ 8,–

Amateur:
Lucas Hepberger
Schlagzahl/Jahr:
60 Schläge/2012
Golfschule:
ja
Name:
Golfschule Brandnertal
Telefon:
05559/450
Email:
info@gcbrand.at
Internet:
www.gcbrand.at/golfschule
Headpro:

PGA John Gregory / 62,– (55 min), 34,– (25 min)
Platzreife, Perfektionskurs, Privatstunden

Pro:

David Ling / 62,– (55 min), 34,– (25 min)
Platzreife, Perfektionskurs, Privatstunden

PE-Kurs:
349,-- Mo.–Do. oder 399,-- Fr.–So. (12 EH)
Golfschnuppern:
ja
Datenstand: 2016-05-10

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