715 GC Zugspitze-Tirol [0]

Abzweigung Zugspitz

Am Anfang stand die Idee eines Golfplatzes, gut vorgetragen von den Hoteliers der Region. Man brauche etwas, um die Saison zu verlängern.

Es folgten etliche Versuche, das geeignete Terrain zu finden, dann, als man sich geeinigt hatte, benötigten die Betreiber einige Anläufe, um auch die Umweltschützer zu überzeugen. Die führen in Tirol ein besonders strenges Regime, konnten aber auch überzeugt werden.

alt

Dem Lermooser Moor, auf dem der Golfplatz entstehen sollte, würde nichts passieren. Jetzt freuen sich alle über die Eröffnung des Golfplatzes, der schon im Oktober 2004 fertig gestellt war, aber noch geschont wurde, um ihn für die Eröffnung ordentlich herausgeputzt präsentieren zu können. Selten passte der Spruch „Was lange währt, wird endlich gut“ besser als für diese Golfanlage.

715 GC Zugspitze-Tirol
Anschrift Am Rettensee 1
A-6632 Ehrwald
Telefon +43 5673/223 66
Fax +43 5673/223 66-4
Web www.tiroler-zugspitzgolf.at
Email info@tiroler-zugspitzgolf.at
Greenfee 54 Euro
Mitgliedschaften ab 3500 Euro
Jahresgebühren ab 875 Euro
Platzdaten 9 Loch, Par 72,
4872 bis 5990 Meter

Und damit, nämlich aufgrund der Umwelt schonenden Bauweise, ist es auch verständlich, dass der Anfang Juni offiziell eröffnete GC Zugspitz-Tirol vorrangig – eigentlich ausschließlich – moorflach verlegt wurde. Als Architekt zeichnet einmal mehr in Österreich DI Hans-Georg Erhardt verantwortlich. Der Spezialist für schwierige Fälle ist mit allen Vorgaben tapfer umgegangen und hat der ebenen Gegend ein dennoch spannendes Design abgerungen. Um für trockenes Terrain zu sorgen, wurde zumindest in der obersten Schicht fleißig drainagiert, die größten Bodenwellen findet man am Grün. „Kein Nachteil,“ findet Zugspitz-Golf-Manager Hubert Oswald: „Berge haben wir ohnedies genug als Kulisse.“

Tatsächlich liegt der 9-Loch-Platz Panorama trächtig in einem Talkessel am Fuße der Zugspitze, mit 2963 Metern der höchste Berg Deutschlands, und der Ehrwalder Sonnenspitze. Die beiden Berge dominieren auch das Gesamtbild der Golfanlage: Von der Driving-Range schlägst du alle Bälle Richtung Zugspitze und nach der Runde nimmst du auf der Terrasse den Drink mit Blick auf die Sonnenspitze. Und wer ein Faible dafür hat, sollte im Sommer zumindest bis 21 Uhr im architektonisch spektakulären Clubhaus hocken bleiben. Dann nämlich dämmert es herunten im Tal schon ordentlich, während die untergehende Sonne die beiden Bergspitzen wie bei einer natürlichen Lasershow bestrahlt.

Ein tolles Schauspiel

So unspektakulär flach der Golfkurs verlegt wurde, beim Clubhaus haben die Verantwortlichen in die Vollen gegriffen: Ein Grasiglu, entworfen vom Ehrwalder Architekten Armin Walch, ist schlicht das außergewöhnlichste Clubhaus in Österreich. Hubert Oswald erklärt das Warum: „Wir hatten uns zwischen einem normalen rustikalen Clubhaus im Tiroler Landhaus-Stil und eben jenem futuristisch anmutenden Iglu zu entscheiden. Und wenn wir schon beim Golfplatz limitiert waren, sollte zumindest das Clubhaus für Gesprächstoff sorgen.“

Aber auch der Platz wird für Gesprächstoff sorgen, glauben wir. Trotz klarer Ausrichtung auf den Golf-Touristen, die Championship-Gedanken erst gar nicht aufkommen lässt, zaubert der Kurs einige Ahas in die Gesichter der Erst-Bezwinger.

Kein Wald, nur Wiese

So hat man neben den durchwegs breiten Fairways die satten Wiesen stehen lassen, die im Laufe der Jahre bestimmt ausreichend Futter in Form von Bällen abbekommen wird. Wer allerdings so weit aus der Richtung ist, hat es ohnedies nicht besser verdient, sagen wir. Am eindrucksvollsten prägt sich wohl Loch 3 ein: Das schmucke Par 3 ist von den Back-Tees zäh genug, um auch ambitionierten Golfern Schmerzen zu bereiten – Länge immerhin 170 Meter – und das Grün wird rechter Hand von einem Teich sichelförmig beschützt. Ebenfalls interessant: Loch 9, ein Doppel-Dogleg-Par-5, das sich am Ende für Mutige linker Hand hart entlang der Out-Grenze spielt.

Jetzt, da die Eröffnung erfolgreich gefeiert ist, plant man in Ehrwald bereits die zweite Etappe, den Ausbau auf 18 Loch. Flächen wären ausreichend vorhanden und es ist allen Beteiligten zu wünschen, dass die Erweiterung nicht weitere 14 Jahre dauert.

 

Ähnliche Artikel aus dem Archiv

  • Meisterhaftes Tirol
    Meisterhaftes Tirol Von den insgesamt fünf in Österreich vergebenen Mannschaftsmeisterschaftstiteln kehrten drei...

Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar