712 GC Mieming [0]

MARMOR, STEIN UND EISEN BRICHT – 6.542 Meter im sportlich anspruchsvollen Design des renommierten Architekten Keith Preston und ein traumhaftes Rundum-Panorama auf knapp 1.000 Metern Seehöhe.

 

Der Platz ist in Schneisen mitten im alpinen Föhrenwald angelegt. Ein Spitzname war schnell gefunden: „Das Pinehurst der Alpen“

Wenn Sie jemals einen Golfplatz bauen wollen, hat Josef Knabl, Initiator des neuen Championship Kurses am Mieminger Plateau, einen handfesten Tipp für Sie parat: „Erzählen Sie dem Designer und der Baufirma nicht, dass Sie vorhaben, Steine zum Golfplatz transportieren zu wollen, anstatt von diesem weg. Man könnte Sie vielleicht für verrückt erklären.“ Der Bauherr konnte seine Mitgesellschafter Franz Pirktl (vom anliegenden Top-Hotel Schwarz) und Dr. Otto Thaler jedoch von seiner Idee überzeugen, auf jedem Abschlag einen bestimmten Stein aus einer anderen Tiroler Region zu platzieren. Der Gedanke kam ihm während einer Golfrunde auf La Gomera, wo Vulkansteine den Platz optisch aufputzten. Das Mieminger Plateau, eine von der Sonne verwöhnte Gegend im Tiroler Oberland nahe Innsbruck, ist ringsum von Bergen umgeben, „und diese sind nicht nur schön zum Anschauen, sondern erzählen auch eine Millionen Jahre alte Geschichte, die sich am Platz widerspiegeln soll“, so Knabl. An jedem Abschlag erwarten die Golfer deshalb Steine in vielen Formen und Farben und das Birdiebook verrät Interessantes über deren Alter und Herkunft.

In die Berg’ bin i’ gern…
Am ersten Abschlag stehend, überfällt mich ein Gefühl von Ehrfurcht: Die massive Wucht der Berge rundherum und der hier aufgestellte Eklogit aus dem Ötztal, der rund 530 Millionen (!) Jahre alt ist, lassen mich ziemlich klein erscheinen – aber auch sehr jung vorkommen. Das gibt Schwung und den werde ich auf den 18 Löchern brauchen, misst der Platz doch gewaltige 6.542 Meter von Weiß, sowie 5.416/6.120 Metern von Rot/Gelb.
Alle Bahnen liegen in einem 70 Hektar großen Kiefernwald (direkt neben dem bereits bestehenden 9-Loch-Kompaktkurs). „Das war die allergrößte Herausforderung für den Architekten“, so Knabl, „dass er nicht wie sonst üblich mit einem Detail-Vermessungsplan samt Höhenschichtlinien arbeiten konnte. Wir standen quasi mitten im Urwald!“

Vier bis fünf Jahre dauerte die Planungszeit inklusive Verhandlungen mit 30 Grundeigentümern und Umweltverträglichkeitsprüfung (es war laut Knabl die allererste in Zusammenhang mit einem Golfplatz in Tirol). Im Februar 2007 ging es los: Circa 32 Hektar, also etwas weniger als die Hälfte der Gesamtfläche, werden gerodet. An Spitzentagen fallen an die 900 Bäume, insgesamt wird rund 350.000 Quadratmeter Erdreich bewegt. Allein der Bau hat rund 3,8 Millionen Euro verschlungen und man erkennt sofort, mit wie viel Gefühl und Rücksichtnahme auf natür­liche Begebenheiten geshaped wurde: Die Fairways sind gekonnt akzentuiert und sollen die Formen der Berge im Hintergrund widerspiegeln.

Die Schneisen und Einbuchtungen im Wald wirken zudem sehr strukturierend: mal auflockernd, mal leicht beengend. Zusätzlichen bringen natürliche Gräben und Hügel Abwechslung – jedes Loch hat seinen eigenen Charakter. Vor allem das berauschende Panorama rundherum, das durch die nicht allzu hohen Bäume immer einen Foto-Hintergrund abgibt, macht es schwer, sich auf ein „Lieblingsloch“ einzuschwören. Ein Stadtmensch, der nicht ständig solche Berge vor der Nase hat, ist bei jedem Fairway versucht, ein Foto zu machen – besonders aber bei den Löchern 12 und 18 (jeweils Berg-ab Par 3) und dem 9. Panorama-Grün (siehe großes Foto)! Damit diese landschaftlichen Reize auch Nicht-Golfern „zugänglich“ sind, hat man außen um den Platz einen Rund-Wanderweg angelegt. Die Labestation, auf 995 Meter Seehöhe gelegen und mit berauschendem 360-Grad-Ausblick ausgestattet, steht demzufolge auch Wanderern offen.

Beim ersten Mal tut’s noch weh
Von den Tees wirken einige Bahnen anfangs gefährlicher, als sie sich letztendlich darstellen: Vor allem auf den Tees 2, 6, 13 und 17 können schon mal die Knie beim Abschlag etwas zittern. Aber wenn man nach vorne geht, erkennt man, wie angenehm breit die Spielbahnen eigentlich sind, und die ausgeholzten Waldränder geben sogar leicht verirrte Bälle problemlos frei. Grobe Ausreißer verzeiht das Gelände allerdings nicht, denn weiter drinnen im Wald werden die Wacholderstauden schon ziemlich dicht, weshalb Kontrolle als oberstes Gebot gilt. Der Platz spielt sich für Durchschnittsgolfer vermutlich einfacher als für Singlehandicapper, die risikofreudig das eine oder andere Dogleg austricksen wollen. Vor allem die 8, ein 268–320 Meter (Rot–Weiß) kurzes, aber gefinkeltes Par 4 mit einem sehr schön angelegten, tiefer liegenden Grün, könnte für Hasardeure einen Versuch wert sein, das Grün zu driven.

Während die ersten neun Löcher tendenziell leicht aufwärts ziehen, um bei der Labestation auf 995 Metern Seehöhe am höchsten Punkt der Anlage anzukommen, geht’s danach wieder leicht bergab, zurück zum Ausgangspunkt. Eine halbe Runde ist also nicht möglich. „Aber wer nur neun Löcher spielen möchte, kann das ja auf unserem Kompaktkurs machen“, erklärt Knabl.

Optisch und Layout-technisch herausragend präsentieren sich die bis zu 40 Meter langen Grüns! Gefühlvoll in die Umgebung eingebettet, weisen sie zarte bis harte Ondulierungen auf und rundherum finden sich zudem meistens knackige Modulierungen. Rund 70 Bunker (allein vier verteidigen das sechste Grün, wobei Preston auf diesem 421–513 Meter langen Par 5 eigentlich sechs geplant hätte!) fordern die Risiko-Bereitschaft vor allem der besseren Spieler heraus, wobei es für die höheren Handicapper fast immer einen „sicheren“ Eingang gibt. Wasser kommt nur auf der neunten und 18. Bahn ins Spiel. „Man hat uns vom Land her nur diese zwei Seen erlaubt“, erklärt Knabl, „und das ist auch absolut in Ordnung, weil sie landschaftlich einfach nicht her passen würden, und vor allem hat der Platz auch so schon genügend Herausforderungen.“ Akustische „Hindernisse“ sind ebenfalls auf einigen Bahnen zu erwarten, weil einige Weiden an den Golfplatz grenzen und – zum Beispiel während wir auf dem Tee 9 stehen – die Kühe neugierig unser Tun beobachten und mit lautem Muhen und Glockengeläut’ kommentieren. Da fühlt man sich wie auf der Alm: Kein Auto, kein Lärm weit und breit. Nur Wald, Berge und viele Steine!

Grün, Grün, Grün ist meine liebste Farbe
Wenn überhaupt, könnte man dem Platz eine Schwäche unterstellen: Man spielt immer – bis auf das Loch 9, wo es auf ein Plateau rauf geht – im Wald. Und zuviel Grün könnte auf Dauer fad werden. Doch drei „Herren“ haben dazu bei getragen, dass das garantiert nicht der Fall ist: Erstens der Platz-Designer Keith Preston, der die Bahnen so angelegt hat, dass sie vom Tee interessant wirken und am Grün spannend bleiben. Zweitens Josef Knabl, der auf allen Abschlägen mit dem Steinprojekt für optische Abwechslung sorgt. Zusätzlich zu den Steinen ist jedes Kiesbett drumherum von einem Blumenstreifen umrahmt, wo insgesamt 6.000 blühende „Blumenpolster“ gepflanzt wurden. Und drittens sorgt noch der „Herr da oben“ mit einem hinreißenden landschaftlichen Berg-Panorama für Abwechslung: Von der Hohen Munde, über Grünberg und Simmering (die sich beim Picture-Par 3 Nummer 12 direkt hinter dem Grün aufbäumen), die Ötztaler, Pitztaler und Lechtaler Alpen bis zur Mieminger Kette. Und fragen Sie mich jetzt bitte nicht, warum ich seit dem 11. Loch das Lied „Marmor, Stein und Eisen bricht“ von Drafi Deutscher nicht mehr aus dem Kopf kriege. Lesen Sie das bitte selbst im Birdiebuch nach, das jeder Greenfeespieler erhält.

 

 

 

 

Adresse:
Obermieming 141e, 6414 Mieming
Telefon:
+43 5264/53 36
Fax:
+43 5264/53 36-11
Email:
info@golfmieminig.com
Webseite:
www.golfmieming.at
Präsident(in):
Armin Kogler
Manager(in):
Martin Thurner
Sekretariat:
Gabriele Aichler
Platzname:
Championshipcourse
Öffentlich:
ja
Loch:
18 Loch
Par:
73
Länge:
5490 bis 6592 m
CR Gelb:
72,7
CR Rot:
74,3
Slope Gelb:
126
Slope Rot:
126

Platzname:
Parkcourse
Öffentlich:
ja
Loch:
9 Loch
Par:
58
Länge:
2550 bis 2818 m
CR Gelb:
57,5
CR Rot:
59
Slope Gelb:
99
Slope Rot:
96

Übungsanlage
 
Beheizte Range:
nein

Greenfee:
 
Art:
18-Loch-Fee
Greenfee:
Championshipcourse € 87,–
Parkcourse € 53,–
Ermäßigungen:

Kinder & Jugendliche 50 %
Ermäßigte GF für Nächtigungsgäste der Region

Golfkarten:
Golf Alpin Card
Nur Rangefee:
€ 14,–

Golfschule:
ja
Name:
Golfschule Mieminger Plateau
Telefon:
+43 5264 6105 55
Email:
schule@golfmieming.com
Internet:
http://www.golfmieming.at/de/golfschule/
Headpro:

PGA Pro MMag. Simon Knabl

Pro:

PGA Pro Rupert Straus

PE-Kurs:
ab 449,–
TE-Kurs:
ab 399,–
Golfschnuppern:
ja
Datenstand: 2016-05-04

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