701 G&LC Achensee [0]
Panoramagolf auf Top-Niveau
Happy Birthday, Achensee! Die Kulisse des Karwendelgebirges steht seit Jahrmillionen, seit zeithistorisch belanglosen 75 Jahren garniert das satte Grün des GC Achensee die pittoreske Tiroler Bergwelt.
Als Pionier des Achenpasses mit dem romantisch-pittoresken Bergsee gilt Kaiser Maximilian. Er begründet etwa 1550 mit dem Bau des Fürstenhauses in Pertisau einen florierenden Jagdtourismus. Das Fürstenhaus wird heute als (gleichnamiges) Hotel geführt, ist damit sozusagen die Keimzelle des Tourismus in der Region und auch in der Geschichte des Golfclubs Achensee ein bedeutender Schauplatz.
Es dauerte jedoch ein paar Jahrhunderte, ehe das Golfthema aufs Tableau kam: Eine der zahlreichen Gründungsmythen lautet, dass der Graf von Canterbury als Stammgast im Fürstenhaus (und Filmproduzent) am Achensee 1934 einen Krimi dreht und einen Golfplatz als Kulisse benötigt.
Mit seinem außergewöhnlichen Problem wendet sich der Brite an Leopold von Pasquali, der ihm zwar kurzfristig nicht aus der Patsche helfen kann, aber sofort die ungeheure Perspektive einer Golfanlage erkennt. Als damaliger Vorstandsdirektor der TIWAG (Tiroler Wasserkraft AG) ist er einflussreicher Akteur im aufstrebenden Achensee-Tal. Neben dem Wasserkraftwerk in Jenbach, unten im Inntal, das aus dem höhergelegenen Achensee gespeist wird, betreibt die landeseigene Elektrizitätsgesellschaft auch Hotels am See, eine Schifffahrtslinie und die schmucke Zahnradbahn, die Gäste aus dem Inntal heraufbringt. Pasquali steckt, unter fachkundiger Anweisung golfender Gäste, auf den Almwiesen hinter dem Dorf die ersten Löcher aus.
| 701 G&LC Achensee | |
|---|---|
| Anschrift | A-6213 Pertisau 35c |
| Telefon | +43 5243/53 77 |
| Fax | +43 5243/62 02 |
| Web | www.golfclub-achensee.at |
| info@golfclub-achensee.at | |
| Greenfee | 65 Euro |
| Mitgliedschaften | 4400 Euro |
| Jahresgebühren | ab 997 Euro |
| Platzdaten | 18 Loch, Par 71, 4887 bis 6018 Meter |
„Anfangs hat nur internationales Publikum gespielt und ein paar Kraftwerksingenieure im Blaumann. Erst nach dem Krieg sind die Einheimischen, vor allem Kaufleute aus der Umgebung, auf den Geschmack gekommen“, erinnert sich Golfpionier Leo Vittur an die Gründerzeit. Mit 96 Jahren ist Vittur Ehrenmitglied im GC Achensee und präsentierte bei der Jubiläumsgala gemeinsam mit der jüngsten Golfgeneration einen rührenden Beweis für die Weitergabe der Golftradition am Achensee. Mit einem Mitgliederstand von 25 Personen geht der erste Tiroler Golfclub in die Kriegsjahre und kann 1945 als einer der ersten Clubs in Österreich den Spielbetrieb wieder aufnehmen.
Während in der Nachkriegszeit die neuen Clubs in Innsbruck-Lans und Kitzbühel-Kaps die schillernde Hautevolee anziehen, bleibt der Club am Achensee bodenständig. Nur die Tees und die Grüns sind präpariert, dazwischen besorgt das Weidevieh den Rest. „Golf in Pertisau war bis in die 70er-Jahre sehr ursprünglich. Die schottischen Bauern haben auf Schafweiden gespielt, wir auf Kuhweiden“, schildert Walter Lamplmayer, der sich vom Caddie in Lans bis in den österreichischen Nationalkader hochspielte. Trotz der kuriosen Spielbedingungen schätzten die Besten schon damals den Platz in Pertisau.

Qualität altert nicht
Die historische Substanz bildet heute noch einen Teil der Faszination „Golf am Achensee“: Nach den ersten Umbauten 1995 und der Erweiterung auf 18 Löcher 2004 sind die alten Löcher immer noch deutlich erkenntlich. Kürzere Distanzen mit verspieltem, engem Layout fordern anderes Golf als die prächtigen Championship-Holes aus der Feder von Diethard Fahrenleitner. Wie im allerersten Routing nimmt die Runde mitten im Ort ihren Ausgang. Schon bald ist man dann mittendrin im aufgelockerten Bergwald, der mit verschiedenartigen Baumarten eine Parklandschaft bildet. Immer wieder versperren prächtige Linden oder knorrige Kiefern die einfachen Linien. Unverändert ist auch zweimal das ausgetrocknete Bett eines Wildbaches zu überspielen – immerhin über 20 Meter breit.
Sich auf das Golfspiel zu konzentrieren ist angesichts des beeindruckenden Panoramas nicht immer einfach. Nach Westen hin schließt das endlos einsame Naturschutzgebiet des Karwendels an den Golfplatz an. Auf der anderen Seite, getrennt vom See, erhebt sich majestätisch das Rofan-Gebirge. Wohin man sich auch wendet, am nahen Horizont klettern immer erhabene Felswände quasi vom Fairway weg Richtung Himmel.
„Die Kulisse hier ist der pure Wahnsinn. Gäste, aber auch eingesessene Mitglieder sind von der landschaftlichen Schönheit immer wieder überwältigt“, beschreibt Stephan Eberharter (Hcp 4,5) die Qualitäten seines Heimatplatzes. Der Olympiasieger von Salt Lake City 2002 und dreifache Weltmeister bei der WM 1991 in Saalbach-Hinterglemm hat sich 2007 auch als Clubmeister im GC Achensee verewigt. „Wir haben generell schnelle Grüns, aber besonders die Greens der alten neun Loch sind eine echte Herausforderung. Wenn man nicht aufpasst, hagelt es bei den wilden Breaks schnell Dreiputts“, kommentiert Eberharter den erstklassigen Pflegezustand der Anlage.
Bei 15.000 Greenfee-Gästen im Jahr ist der Golfclub aus dem breiten Portfolio der Sportregion Achensee nicht wegzudenken. Manchmal müssen die Mitglieder zwar hinter dem enormen Besucherandrang etwas zurückstecken, dafür geht der Golfclub mit solidem finanziellem Fundament in die Zukunft.
Wir freuen uns jedenfalls auf die nächsten 75 Jahre.








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