702 GC Kitzbühel [0]

Fehlt noch Schneewittchen

Wird im schönsten Vorort Münchens, in Kitzbühel, ein Golfplatz eröffnet, geben sich die Promis  ganz pflichtbewusst die Türschnalle in die Hand.

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Wird jedoch der Kitzbüheler Golfplatz wieder eröffnet, Kaps nämlich, ist Abwesenheit eine gesellschaftliche Todsünde. Dementsprechend gleitet diese Platzvorstellung ein wenig ab in ein Promischauen, bitte um Vergebung.

Zum Abschlag mit dem „goldenen Ball“ war sogar der Aufsichtsratsvorsitzende der deutschen Seereederei (Arkona AG, A-ROSA) angereist, Horst Rahe. Mit ihm schlugen Toni Sailer (Ehrenpräsident des GC Kitzbühel), Franz Klammer und Platzbesitzer und Designer Max Graf Lamberg zur Premiere den vergoldeten Golfball ab. Alle trafen, was besonders Klammer freute, der sich auch an skurril Gegenteiliges erinnert: „Mein Goldener Ball von der Eröffnung in Schloss Frauenthal ist erst zehn Jahre später gefunden worden – im dichten Wald von einem Schwammerlsucher.“

702 GC Kitzbühel
Anschrift Ried Kaps 7
A-6370 Kitzbühel
Telefon +43 5356/656 60-891
Fax +43 5356/656 60-819
Web www.golfclub-kitzbuehel.at
Email gckitzbuehel@golf.at
Greenfee 79 Euro
Mitgliedschaften 12000 Euro
Jahresgebühren ab 1235,06 Euro
Platzdaten 9 Loch, Par 70
4266 bis 5654 Meter

Was die neun neuen Loch von Kaps können, hat Max Graf Lamberg bereits für uns beschrieben (Heft 7/2005), auf einer exklusiven Runde. Die Kurzfassung: Um das neue A-ROSA-Hotel liegen neun exzellente Spielbahnen. Dank markanter Optik (Wasser, Bebunkerung) und herzzerreißender Ausblicke (etwa vom siebenten Abschlag) reicht eine Runde, um sich in Kaps zu verlieben. Das Routing ähnelt dem des Vorgängerplatzes, doch Lamberg hat ummodelliert (war dank des beim Hotelbau üppig angefallenen Aushubmaterials möglich), technisch modernisiert (Fairwaybewässerung, Drainagierung) und die Löcher so angelegt, dass sie in Sachen Spielstrategie nun state of art sind.

Die angereisten Promis (darunter jede Menge Schauspieler) bewerteten Kaps neu wohl mehr über die Qualität des Hotels (atemberaubende Fünf Stern im Stil eines Märchenschlosses mit Rund-um-Wellnessangebot), des Eröffnungsgigs (Hubertus Hohenlohe plus seine Band Royal Desaster) und die für den Magen eingesetzten Starköche (Markus Bischoff vom Hotel Restaurant Bischoff am Tegernsee und Eduard Hitzberger vom Arkona Schwesterhotel Ftan im Schweizer Engadin ließen sich über die Schulter schauen).

Sport- und Spielplatz. Die echten Golfer schwärmten nach dem Eröffnungs-Scramble lieber von der Qualität der Fairways und Grüns, obwohl der Platz wie jede Neueröffnung natürlich noch ein bisschen Schonzeit braucht. Klaus Nierlich, Österreichs Amateur-Rekord-Staatsmeister: „Wirklich interessante Bahnen, weniger Schräglagen als der Vorgänger, sehr gute Grüns.“

Ex-Tennis-Daviscupper Robert Reininger: „Sehr schönes Layout, aber er könnte etwas schwieriger sein – vielleicht hat man beim Bau zu sehr an die Resortgäste gedacht.“ Toni Sailer: „Schaut besser aus und ist technisch anspruchsvoller, obwohl der alte Platz mehr Charakter hatte.“ Franz Klammer: „Sehr elegant und viele originelle Detaillösungen.“ Clubpräsident Martin Kerscher: „Alt und neu sind wie Tag und Nacht – wir Mitglieder haben jetzt einfach einen modernen Golfplatz bekommen.“
Dass Kaps alt ein Klassiker war dessen Ruf man ganz sicher in zwei, drei Jahren erreichen wird, erkennt auch Max Graf Lamberg an. Unbestritten aber die Vorteile: „Beim Vorgänger musste man noch mit Strommasten, Sicherheitsnetzen und Wegen, die quer durch den Platz verliefen, zurechtkommen. Sicherheitstechnisch war der Betreiber ständig mit einem Fuß im Kriminal.“

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