624 GC Mariahof [0]
Absolutes Bahnsinnsgolf
Auf der Südbahn–Strecke der Österreichischen Bundesbahnen ist die Station Mariahof (nur Regionalzüge halten hier, Fahrpläne unter www.oebb.at) nicht nur die höchst gelegene Haltestelle, sondern auch die einzige mit einem Golfplatz.
Diese Probleme sind beseitigt, andere, wie etwa mühsames Zusammentragen von ausreichend Grundstück gab es nicht: Die Gesamtgrundfläche von rund 70 Hektar gehört einem einzigen Verpächter – einem Bauern, der auf Loch 7 (einem Doppel-Dogleg Par 5), wo die Spielbahn sich um seinen Hof krümmt, wohl einige Golfbälle von allzu kühnen Tigerline-Golfern ernten wird.
| 624 GC Mariahof | |
|---|---|
| Anschrift | Forst 300 A-8812 Mariahof |
| Telefon | +43 3584/332 22 |
| Fax | +43 3584/205 45 |
| Web | www.golf-mariahof.at |
| info@golf-mariahof.at | |
| Greenfee | 55/62 Euro |
| Mitgliedschaften | ohne Einschreibgebühr |
| Jahresgebühren | 1127 Euro |
| Platzdaten | 18 Loch, Par 72, 5281 bis 6230 Meter |
Reisefieber
Der dramaturgische Aufbau beginnt in Mariahof zwar langsam, steigert sich jedoch auf den zweiten Neun enorm, nicht nur, was die Seehöhe betrifft. Erstes Highlight ist das Loch Nummer 5 (Par 4, 336/377 Meter), wo sich vom erhöhten Abschlag ein weiter Ausblick bietet: Ganz hinten der Zirbitzkogel, davor die Ortschaft Mariahof mit dem markanten Kirchturm und gleich links vom Abschlag zwei verfallene Bauernhöfe, die vermutlich bald einigen On-Course-Apartments weichen werden. Ein zweites Zuckerl auf den vorderen Neun ist das Inselgrün auf Loch 9, einem 462/504 Meter langen Par 5. Leicht bergab gespielt, lässt sich das Wasser halbwegs passabel vermeiden – wobei Architekt Wolfgang Haluschan (der unter anderen auch in Radstadt und Haugschlag „bemerkenswerte“ Löcher gebaut hat) hier nicht nur das Grün, sondern auch genügend Rasen rundherum als Insel angelegt hat. Dadurch bleiben auch Schläge, die vom Grün nur träumen können, weitgehend trocken.
Volldampf auf den Backnine
Auf Bahn 11 geht die Reise richtig los und zwar zügig himmelwärts: Das Doppel-Dogleg-Par 5 mit 430/465 Metern ist ein ziemlicher Adrenalin-Kick, Zigaretten bitte später anzünden! Wer die extreme Steigung mit Out zur Linken, gefolgt von einem Biotop im „Knick“ und Wald rechterhand übersteht, kann sich auf den folgenden drei Bahnen etwas erholen. Der tolle Ausblick vom 12. Grün trägt enorm dazu bei. Loch 15 hat es wieder in – besser gesagt unter und um – sich: Ein fabelhaftes Rundum-Panorama, und einen Tee-Shot ins Tal hinunter, den man dank des Höhenunterschieds lange, sehr lange genießen kann. Der folgende Annäherungsschlag bei diesem Par 4 (360/400 Meter) führt auf das romantisch vor dem Schwammerlwald ruhende Green.
Hier, in der „Kuschelecke“ des Golfplatzes, darf man kurz die Golfseele baumeln lassen. Dann noch einmal steil bergauf zum 16. Abschlag mit Bergpanorama Marke „Cinemascope“ (Durchatmen nicht vergessen!), ehe wir den Drive (Par 4, 300/330 Meter) über eine Kuppe, fast bis vor das Grün hämmern. Draufhauen können wir auch auf den beiden Abschlusslöchern, einem langen Par 3 (170/210 Meter) und dem finalen Par 5 (475/520 Meter). Im nächsten Jahr wird man von der Terrasse des Clubhauses die lange Abendsonne und den Blick auf den Golfplatz genießen – aber sich ganz bestimmt nicht satt sehen, wohl aber essen – können.

Und was für einen! Die hinteren Löcher, genau genommen die Bahnen 11 bis 16 kann man mit Sicherheit zu den spektakulärsten Alpin-Golfmeilen Österreichs zählen. Mariahof begann etwa zeitgleich wie Murau-Kreischberg im Jahre 2003 mit der Planung des Golfprojektes, doch Umstrukturierungen in der Gesellschaft kosteten zwei Jahre.



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