623 GC Murau-Kreischberg [0]

Gelebtes miteinander – Es mutet seltsam an, will ein Wintersportort, der sich beim jungen Publikum einen Namen gemacht hat, sommers plötzlich auf Golf setzen.

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Aber eben nur scheinbar, wie Geschäftsführer Karl Fussi logisch erklärt: „Wir wollen mit dem Golfplatz die Saison entsprechend erweitern.“ Und entsprechend heißt in diesem Fall um gute fünf bis sechs Monate.

Die Gegend um Murau ist zwar dem einen oder anderen Sommerfrischler ein Begriff, eine touristische Aufwertung kann aber nicht schaden. Der Golfplatz hat in jedem Fall das Zeug dazu: Ein anmutiges Geläuf mit gemütlich bewältigbaren Anstiegen zum Auftakt und ansprechend gezeichneten Spielbahnen, die eine ausgewogene Mischung aus Spaß und Ernst versprechen.

Dass der Golfplatz, der in der Planungsphase einige Anläufe und beinahe ebenso viele Abwürfe hinter sich hat, schlussendlich in Rekordzeit geplant und gebaut wurde, hat vor allem mit dem Ineinandergreifen vieler entscheidender Rädchen zu tun. Ein Rädchen etwa ist der Präsident des GC Murau Kreischberg Alfred Koch, im Brotberuf Direktor der Raika Murau. Selbst begeisterter Golfer zählt er mit zu den wichtigsten Geburtshelfern. Koch: „Ich musste bislang immer nach Lungau auspendeln, um Golf zu spielen und war dort zehn Jahre lang sogar Vize-Präsident. Als 2004 das Projekt in Murau endlich konkret wurde, sind wir sofort eingestiegen.“ Wobei das wir Koch und seine Bank meint.

Eingestiegen sind auch über 50 lokale Unternehmer und acht Gemeinden rund um Murau. Mit deren (finanzieller) Hilfe und dem (finanziellen) Löwenanteil der Murtal Seilbahnen Betriebs GMBH waren die für den Bau notwendigen zwei Millionen Euro zügig zusammengetragen. Fussi: „Es war unglaublich, welch tolles Wir-Gefühl sich da entwickelt hat. Auch die Verhandlungen mit den Grundstücksbesitzern und die Umweltverträglichkeitsprüfung waren in Rekordtempo erledigt. Da haben sich die BH Murau und auch das Land Steiermark mustergültig verhalten: Das muss auch einmal lobend erwähnt werden. 2004 sind wir aus den Startblöcken gekommen und heuer im August gibt es schon das Soft-Opening.“

Wie stimmig das gesamte Projekt aufgezogen wurde, beweisen auch viele Details am Rande: So etwa hat der Golfclub, den die Murtal-Bahn in zwei mundgerechte Portionen teilt, einen echten Anschluss ans öffentliche Verkehrsnetz. Der Zug, der im Linienbetrieb geführt wird, hält quasi direkt vor dem Clubhaus und die Station heißt Golfplatz-Marbach. Fussi: „Dazu haben wir die Möglichkeit, den Dampfbummelzug, der ebenfalls auf dieser Strecke verkehrt, für unseren Golfplatz touristisch zu nutzen. Wir können Golfer bei Turnieren aus der Nachbargemeinde St. Stefan, wo die meisten Hotels stehen, mit dem 100 Jahre alten Zug zum Golfplatz bringen und wieder retour. Statt einer Kanone werden wir die Signalpfeife der Lock verwenden, wenn Turniere mit Kanonenstart anstehen.“

Direkt hinter dem Clubhaus, das von der Firma Horega gebaut wird und in dem zwei Appartements für Golfer zur Verfügung stehen werden, können Golfurlauber am Zechnerhof logieren und qualitativ hochwertigen Urlaub am Bauernhof verbringen. Haubenkoch Hans-Peter Gruber, der Sohn von Horega-Geschäftsführer Johann Gruber, übernimmt das Restaurant, und mit Mag. Gerhard Soukup gibt ein mehrfach ausgezeichneter Schnaps-Brenner aus Murau den Head-Greenkeeper (noch dazu akademisch diplomiert). Seine Leidenschaft zum Schnapsbrennen hat Soukup auch schon am Platz unterstrichen. Mehrere Obstbäume wurden gepflanzt, um in der Folge eine eigene Golfplatz-Abfüllung zu kreieren. „Die wird aber noch ein paar Jährchen auf sich warten lassen, bis die Bäume verwertbare Fürchte tragen,“ bittet Soukup Mitglieder und Greenfeegäste noch um Geduld.

Auf die Runde

Ein erster Blick genügt, um festzustellen, dass der Kurs, geplant von Diethard Fahrenleitner und Barbara Eisserer, aus dem Programm „Spaß am Spiel“ stammt: der Einstieg gestaltet sich knifflig und erfordert gestümes Spiel vom Tee, will man das stark rechtsgeknickte Dogleg unbeschadet überstehen. Rechts lauert finales Rough auf den Slice und wer zu lang ist, hat keinen Schuss mehr auf die Fahne. Danach wird es zwei Loch lang etwas adamstalig: zwei enge, aber schmucke Par-4-Holes führen dorthin, wo der Platz sich in der Ebene verläuft und Aufwürfe zwischen den Fairways für die notwendige Trennschärfe sorgt.

Lassen Sie sich also nicht vom Namen täuschen: Der Kreischberg hat nix mit Berg- und Tal-Golf zu tun sondern funktioniert als bereits bekannter Brand Name für einen Wiedererkennungseffekt.

Für das Architektenduo Fahrenleitner & Eisserer hat sich das Geläuf als idealtypisch herausgestellt und bis auf Loch 1, wo man länger darüber diskutiert hat, ob Par 4 oder Par 5, war die Wiese vorgegeben. Barbara Eisserer zum Beispiel schwärmt von Grün 8 als bislang „verrücktestes“ Green ihrer Design-Karriere: „Durch die vielen Wellen wirkt es ein wenig wie eine Waschrumpel, spielt sich aber natürlich nicht in dieser Art. Es sind einfach etliche Aufwürfe drin.“ Als Gesamtheit gefallen den beiden Architekten Loch 10, ein kurzes, hübsches Par 4 und Loch 7, ein Par 3 mit viel Wasser und dem Markenzeichen des Platzes und der Region: Holzpalisaden – die Region um Murau nennt sich auch Holzwelt, hat eine Holzstraße und ein Holzmuseum – grenzen das Wasser vom Grün ab.

Und schließlich werden auch die Löcher 9 (Par 4) und 18 (Par 5), die ein großer Teich trennt, der damit für ausreichend Gefahrenmomente sorgt, schnell Aufnahme in das Langzeitgedächtnis von Golfern finden.

Adresse:
Am Golfplatz 1, 8861 St. Georgen ob Murau
Telefon:
+43 3537/222 21
Fax:
+43 3537/222 21-4
Email:
golf@kreischberg.at
Webseite:
www.golf-murau-kreischberg.at
Präsident(in):
Dir. Alfred Koch
Manager(in):
Mag. Karl Fussi
Sekretariat:
Mag. Sophie Kunze, Monika Autischer, Kristina Trippl
Öffentlich:
nein
Loch:
18 Loch
Par:
72
Länge:
4769 bis 6002 m
CR Gelb:
71,3
CR Rot:
71,6
Slope Gelb:
123
Slope Rot:
122

Übungsanlage
 
Beheizte Range:
nein

Greenfee:
 
Art:
18-Loch-Fee
Greenfee:
Mo–Fr € 68,–
Sa, So, Fei € 74,–
Golfkarten:
Steiermark Golf Card Golf Alpin Card
Nur Rangefee:
€ 7,–

Amateur:
Lukas Pirnbacher
Schlagzahl/Jahr:
65/2013
Pro:
Peter Scott
Schlagzahl/Jahr:
66/2011
Golfschule:
ja
Name:
Pisti’s Coaching - Golf Akademie
Telefon:
0664/394 91 67
Email:
office@pisti.at
Internet:
www.pisti.at
Headpro:

Wolfgang Pistotnik

Pro:

Eva Steinberger

PE-Kurs:
129,– 12 Std.
Golfschnuppern:
ja
Datenstand: 2016-05-04

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