618 GC Almenland [0]

EIN UNMORALISCHES ANGEBOT – An die schwarze Pinnwand gepostet, lockt in großen Lettern ein beinahe unmoralisches Angebot: „Play with the Pro – Kostenlos“

Viel Himmel und sattes Grün – die ständigen Begleiter im GC Almenland

Ein löbliches Angebot, das wir gerne annehmen, muss man doch in den meisten Clubs für eine Runde Course Management bisweilen (tief) ins Börserl greifen. Jason Culleton, seit fünf Jahren Headpro, brachte die Idee für die Gratis-Aktion aus Kanada mit ins Almenland.

„Course Management beginnt vor dem ersten Abschlag“, doziert er und weiht uns in die Geheimnisse des GC Almenlands ein: „Bei den Schlägen ins Grün gilt es vor der Fahne zu bleiben, weil die Grüns von hinten nach vorne hängen, immer, und Bergauf-Putts leichter als Downhiller sind.“ Alles klar?

Ach ja, und noch was: Auf die Ausrichtung achten! „Kein Problem“, sag’ ich, „ich ziele immer Mitte Fairway, was sonst?“ Doch Culleton meint das etwas subtiler: Mitte Fairway sei kein Ziel, ein Baum, ein Hausdach oder eine Bergspitze sollten vor dem Schlag anvisiert werden. Also richte ich mich am dritten Loch (kurzes Par 4, 252/231 Meter) brav zu einer Baumspitze links vom rechten hinteren Bunker aus. Hier entscheidet der Abschlag den Score, erklärt er mir: „Mit einem guten Drive über den rund 180 Meter entfernten Bunker gibt es für gute Spieler sogar Eagle-Chancen.“

Ganz überzeugt bin ich nicht, mein Blick schweift über das Wasser, das ich mit meinem zweiten Schlag perfekt erreichen könnte. Jason hat wohl meine Gedanken gelesen und bringt Hollywood mit ins Spiel. Er rät seinen Spielern, ihre Fantasie zu nutzen und sich jeden Schlag in einem kleinen Hollywoodmovie vorzustellen. Denn: Pre-Shot Routine ist wichtig! Die Hollywood-Idee gefällt mir und ich wähle für jeden Schlag einen anderen (männlichen!) Hauptdarsteller, bis die Aussicht am sechsten Tee sich meiner  Aufmerksamkeit bemächtigt: Nach beachtlich steilem Aufstieg wartet ein spektakuläres Par 5 (488/462 Meter) auf meinen Angriff. Jason rät hier zu Risiko und einem mutigen Abschlag über den Bunker, der talwärts in 180 Metern Entfernung auf der Lauer liegt. Trotz des guten Abschlags landet mein Ball im Bunker und ich blicke etwas unzufrieden zu Jason, der mir aufmunternd aber bestimmt rät, die Lage des Balls – egal ob im Rough, Sand oder Wasser – immer zu akzeptieren. Ich tröste mich mit einem neuen selbst gedrehten Hollywoodmovie (Johnny Depp spielt jetzt für mich) und schaffe trotz eines weiteren Hindernisses – ein Bach quert das Fairway – ein verdientes Bogey.

Zu den Schlüssellöchern der zweiten Neun zählt Jason die 13, ein Par 4 (341/290 Meter) mit einem schwierig zu puttenden Grün. Beim Grünangriff empfiehlt er einen kürzeren Schlag, der Ball sollte gemäß der Almenland-Philosophie vor der Fahne zu liegen kommen. Bei Loch 15 erwarten mich gleich zwei Überraschungen. Zum einen ein Par 3 (178/151 Meter), das Jason als optimales Scoring-Hole mit guter Par-Chance für mich definiert. Etwas nach links ausgerichtet, um nicht erneut eine Bunkerlage akzeptieren zu müssen, kann man hier zumindest das Vorgrün erreichen und eben da empfiehlt Jason, gleich zum Putter zu greifen.

Die zweite Überraschung finde ich in einem etwas anderen Hole. In einem urigen Erdloch wartet fein gekühltes Bier. Erfreut greife ich zu und Hollywood spielt wieder mit.
Loch 17 (Par 4, 369/314 Meter) eignet sich hervorragend zum Driven. Ein großer Baum Mitte Fairway lässt uns nochmals die Ausrichtung überdenken – man umspielt ihn am besten rechts – und mir gelingt ein richtig guter Abschlag. Diesen soll ich sofort speichern, rät mir Jason und er weiß auch schon wohin. Nicht, wie ich meine, in meine neu angelegte Hollywood-Videothek, sondern am Bankkonto der guten Schläge! Denn die meisten Spieler vergessen ihre guten Schläge und speichern die schlechten. Das soll mir nicht passieren und mein Konto der gelungenen Schläge ist schnell eröffnet.
Auf genauso schöne und leise Weise, wie man auf Tee 1 das Almenland betreten hat, verlässt man es auf der 18 wieder. Ein letzter Tipp des Pros: Nach rechts ausrichten und erneut lieber ein Eisen weniger. Zufrieden mit den guten Tipps packe ich mein privates Hollywood ins Bag – die Runde mit dem Pro war im Almenland kostenlos, aber keinesfalls umsonst.

 

Adresse:
Fladnitzer Straße 61, 8162 Passail
Telefon:
+43 3179/277 99
Fax:
+43 3179/277 99-20
Email:
almenland@golf.at
Webseite:
www.almenlandgolf.at
Präsident(in):
Kurt Rettinger
Manager(in):
Günter Friesenbichler
Sekretariat:
Petra Reith, Anneliese Herbst, Daniela Mohr
Öffentlich:
ja
Loch:
18 Loch
Par:
72
Länge:
5122 bis 6345 m
CR Gelb:
69,5
CR Rot:
71,8
Slope Gelb:
120
Slope Rot:
125

Übungsanlage
 
Löcher:
-
Beschreibung:

Pitch- & Chipbereich, Putting Grün, überdachter Abschlagplaz

Beheizte Range:
nein

Greenfee:
 
Art:
18-Loch-Fee
Greenfee:
Mo–Fr € 52,–
Sa, So, Fei € 62,–
Ermäßigungen:

Senioren Do € 34,–

Golfkarten:
Steiermark Golf Card
Nur Rangefee:
€ 6,–

Amateur:
Sebastian Ponsold
Schlagzahl/Jahr:
68
Golfschule:
ja
Name:
Valentin Hötzl-Herzl
Telefon:
0650/860 54 81
Email:
v.herzl@gmx.at
Internet:
http://www.almenlandgolf.at/de/golfschule/
Headpro:

Valentin Herzl
30/55 Min. (1–2 Personen) 30/50,–

Pro:

PE-Kurs:
129,– 12 Std.
TE-Kurs:
199,– 15 Std.
Golfschnuppern:
ja
Datenstand: 2016-05-04

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