508 GC Lungau [0]

Große Grüns, großes Golf

Ein wenig mauerblümchenhaft fristet der fesche 18- plus 9-Loch-Kurs des GC Lungau/St. Michael sein Dasein. Zu Unrecht, wie wir meinen, hat der Kurs sich über die Jahre doch zu mehr als nur einem Geheimtipp entwickelt.
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Stets gut in Form, sind vor allem die Grüns das Kriterium des von den Backtees knapp 6000 Meter langen Platzes, der auch schon etliche Meisterschaften erlebt hat. Johann Graimann, seit mehr als zehn Jahren im GC Lungau als Head-Pro tätig, weiß worauf es auf „seiner“ Wiese ankommt:

„Die Grüns sind richtig groß, allerdings nicht sonderlich stark onduliert. Das ergibt in Kombination jede Menge Platz für gefinkelte Pin-Positions. Zudem sind die Greens eher auf der harten Seite, womit sich das Anspielen der Grüns ein wenig links-like ergibt, also den Ball eher hinrollen als auf Spin gehen.“

508 GC Lungau

Anschrift Feldnergasse 165
A-5582 St. Michael
Telefon +43 6477/74 48
Fax +43 6477/74 48-4
Web www.golfclub-lungau.com
Email gclungau@golf.at
Greenfee 60/68 Euro
Mitgliedschaften auf Anfrage
Jahresgebühren ab 1252 Euro
Platzdaten 18 Loch, Par 72,
5179 bis 6348 Meter
9 Loch, Par 56

Womit wir schon beim Thema sind, das da lautet: der GC Lungau/St. Michael ermöglicht es uns, die Beziehung zum Driver wieder zu vertiefen. Raus aus der Dunkelhaft mit dem Holz 1, denn der Platz kaschiert so manche ungeplante Kurve galant. Vor allem auch, weil die Greenkeeper das Rough sorgsam im Hintergrund halten. Graimann: „Das macht unseren Platz so vergnüglich und bei den Golf-Touristen beliebt. Und die sind für uns hier ein wichtiges Standbein.“

Wer jetzt eine g’mahte Wiesen erwartet und auf die beste Runde seines Lebens spitzt, braucht dennoch ausreichend gutes Golf im Bag, was sich schon am ersten Loch als vorteilhaft erweisen kann: Das zarte Dogleg spielt sich allein auf Grund der üppigen Bebunkerung nicht sonderlich kommod und zählt nicht umsonst zu den schwierigsten Holes am Platz. Graimann: „Danach entspannt sich die Situation aber ein wenig und es bietet sich drei Holes lang die Chance Punkte zu sammeln, um im Stablefordjargon zu sprechen.“

Lungau und der Amencorner

Auf der neunten Spielbahn – für Graimann das schönste Loch am Platz – wird man darauf eingestimmt, was uns auf den Back-nine erwartet: Wasser! Graimann: „Longhitter können es rechts an der dominanten Fichte vorbei versuchen. Wer das nicht schafft, kann sich mental schon auf das Bogey vorbereiten. Mid- und High-Handicappern empfehle ich, dieses Loch ohnedies als kurzes Par 5 anzulegen und den Teich großflächig links liegen zu lassen.

“Ein Hauch von Amen Corner erwartet uns schließlich auf den Holes 10 bis 12, wo die Mur sich als ständiger Begleiter (und Spielverderber) ins Spiel eimmischt. Graimann: „Loch 10 ist sozusagen unser Ball-Friedhof, nirgendwo sonst am Platz gehen so viele Bälle verloren.“
Retour über die Mur heißt es dann auf Loch 12, dem Ende des Lungauer Amen Corner, wo wiederum taktisches Kalkül gefragt ist. „Mehr als ein langes Eisen vom Tee ist auf diesem etwas über 300 Meter kurzen Par 4 nicht notwendig. Weitaus wichtiger ist es, den Ball auf der linken Fairwayseite zu platzieren, um beim zweiten Schlag das Grün einsehen zu können“, gibt Graimann die Marschrichtung vor.

Sein Ansatz in Sachen Coursemanagement lautet übrigens: Wie nutzt du deine guten Schläge noch besser. Was einfach klingt, ist letzten Endes wirksam. Am Ende treffen wir noch auf einen guten alten Bekannten, den Teich von Loch 9, der auch für das finale Par 5 den Ballfresser gibt. Graimanns Tipp: Wir sollen uns via linker Fairwayhälfte Richtung Grün hanteln, dann nehmen wir zumindest das Wasser aus dem Spiel. Und weil’s diesmal (noch) nicht nach Wunsch geklappt hat, verordne ich mir eine Trainingsrunde am 9-Loch-Kurzplatz. Das hilft garantiert, dem Spiel mit den Eisen wieder einen Feinschliff zu verpassen.

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