424 Golfpark Metzenhof [0]

Schritt für Schritt

(aus GR 3/2004)

Der Golfpark Metzenhof bei Kronsdorf geht behutsam mit sich um: Vorerst liefert man neun Loch, verdoppelt wird später, auch das Clubhaus folgt.
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Eines erkennen Metzenhof-Gäste auf den ersten Blick: Platzdesigner Hans-Georg Erhardt hat sich mächtig ins Zeug gelegt und fesche neun Holes in eine nicht wirklich attraktive Gegend verlegt: flaches Geläuf, leichte Hügellage, topographische Besonderheiten null!

Viel Platz also, sich designtechnisch aus zu toben, will man etwas Besonderes schaffen. Und so wurde modelliert, bis die Baggerschaufeln glühten. Knapp 200.000 Kubikmeter Erde wurden bewegt, um so die Fairways optisch zu trennen und die Grünumgebung fesch zu akzentuieren.

424 Golfpark Metzenhof

Anschrift Dörfling 2
A-4484 Kronstorf
Telefon +43 7225/73 89-10
Fax +43 7225/73 89-12
Web www.golfpark-metzenhof.at
Email office@golfpark-metzenhof.at
Greenfee 50/60 Euro
Mitgliedschaften ohne Einschreibgebühr
Jahresgebühren ab 1383 Euro
Platzdaten 18 Loch, Par 71,
4711 bis 5737 Meter

Mit Bunkern ist Hans-Georg Erhardt auch nicht sonderlich sparsam umgegangen, was dem Platz ein leicht amerikanisches Flair verleiht. Erhardt kokett: „Es schaut nur nach viel Bunker aus, weil wir in Österreich sehr reduziert damit arbeiten. Im internationalen Vergleich habe ich in Metzenhof eher wenige Bunker angesiedelt.“ Die hat er dafür ebenso detailgetreu gezeichnet wie den übrigen Platz, den wir uns jetzt im einzelnen Anschauen.

Schon auf Loch 1, einem 420 bis 500 Meter langen Par 5, lässt Erhardt eine Bunkerzunge aus einem Fairwaybunker sich in die Spielbahn strecken. Gerade so, dass man vom Tee die Gefahr erkennt. Ohne Zunge würde sich der Bunker listig hinter einem der Elefantengräber verstecken.

Loch 2 präsentiert sich als starkes, aber kurzes Dogleg links (273 bis 325 Meter), bei dem Longhitter durchaus mit einer Abkürzung über das Wasser spekulieren dürften. Damit es dabei bleibt, liegen genau in dieser Linie versprengt Bunker im Fairway. Also wird man sich mit einem Eisen 5 vom Tee bescheiden und ein zünftiges Wedge (oder mehr) nachlegen.

Ein optisch sehr ansprechendes Loch ist die Nummer 3: Dieses  126 bis 150 Meter lange Par 3 macht das Wasser links vom Grün interessant. Die Ausläufer des Hindernisses ziehen sich noch weit bis vor das Grün.

Ein Platz in zwei Etappen

Es folgt das längste Par 4 (330 bis 398 Meter) des Platzes, bei dem Erhardt jedoch auf vordergründige Gemeinheiten verzichtet: Der Zugang zum großen Grün ist unverstellt, einzig die Fairwaybunker am linken Rand der Spielbahn könnten  ein bisschen Gefahr ins Spiel bringen. (Aber wer von uns spielt schon Hooks?) Parallel zur vierten Spielbahn verläuft Loch 5, ebenfalls ein Par 4 (277 bis 330 Meter). Auch dieses Loch ist wieder ein feines Beispiel gelungener Golfplatz-Architektur: Die Spielbahn hängt vom Rough und dem Wald, der das Loch linker Hand begleitet, weg und bestraft damit nur wirklich katastrophal geschlagene Bälle (Hooks!). Allerdings wird’s in der Drivezone durch Fairwaybunker eng: D’rüber oder nicht, das ist hier die Frage! Wer auf Nummer sicher gehen will und vorlegt, hat dennoch keinen brutal gemeinen Schlag ins Grün.
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Topographisch bedingt erleben wir Loch 6 als Hügelauf- Par 3 (134 bis 160 Meter), was viele Golfer ein Schnoferl ziehen lässt: „Ein Loch, auf dem man die anzuspielende Fahne nicht einsehen kann, ist kein gutes Loch.“ Stimmt theoretisch, praktisch erleben wir auf beinahe jedem Links-Kurs solche Überraschungen. Also: Einfach einen Schläger mehr nehmen, um vor allem die hantigen Bunker vor dem Grün zu überwinden.

Vorsicht ist auf Loch 7 (265 bis 315 Meter) vor allem – wieder – den Hookern ans Herz gelegt: Wer hier zu weit links bleibt, hat kaum eine Chance, das hinter einem Wald versteckte Grün mit dem zweiten Schlag anzuspielen.

Das Highlight für Longhitter ist schließlich Loch 8: Kurz (210 bis  250 Meter) und hügelab. Werden wir hier die meisten Eagles in Österreich erleben? Markus Brier, der zur offiziellen Eröffnung den Platz am 19. Juni einweiht, wird hier wohl bestenfalls eine Holz 4 vom Tee spielen. Aber, so Erhardt, das wird nur während der ersten Phase möglich sein. Später nämlich soll das Loch um gut 30 Meter verlängert werden. Zurück Richtung provisorisches Clubhaus geht es dann auf dem längsten Loch des Platzes. Das 455 bis 525 Meter lange Par hat einige Schwierigkeiten eingewoben: Hautenger Tee-Shot von den Back-Tees und viel Wasser links entlang der Spielbahn. Netterweise hat uns Hans-Georg Erhardt jedoch rechts ausreichend Platz für Fehler eingeräumt.

Teil zwei des Kurses, also die Löcher 10 bis 18, werden nachgereicht, sobald die Wirtschaftlichkeit (genügend Mitglieder) zulässt, erklärt Robert Leitner, der Initiator des Golfparks Metzenhof. Platz dafür ist bereits vorhanden. Und auch hier wird wieder Hans-Georg Erhardt seinen Pinsel schwingen.

Woran Sie sich erinnern

Mächtige Elefantengräber, hübsch herausgearbeitete Grüns und ein für wenig Raum viel Platz bietender Golfkurs. Schläge, die Sie brauchen: Die Länge macht diesen Kurs nicht aus, wohl aber die vielen Bunker, ob am Fairway oder rund ums Grün. Jedenfalls braucht‘s viel Feingefühl rund um die Grüns.

Danke fürs Par: Loch 4 (Par 4, 330 bis 390 Meter) hat zwar nicht all zu viele Tücken eingebaut, allein die Länge macht dieses Loch zäh.

Beste Birdie-Chance: Loch 8, ein zu lange geratenes Par 3, das als Par 4 (210 bis 250 Meter) sein Dasein fristet, wird vor allem bei Longhitter das große Zittern am Tee hervorrufen: Angreifen oder Vorlegen?

Driving-Range: Komplette Anlage mit einstöckiger Range und viel Platz zum Üben des kurzen Spiels.

Clubhaus: Ein hübscher Vierkanter wurde als zum Clubhaus umgebaut und bietet alle Annehmlichkeiten und viel Platz.
Anreise: Via A2 Abfahrt Enns, dann Richtung Kronstorf. In Kronstorf (beschildert) rechts Richtung Hargelsberg.

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