404 GC Am Mondsee [0]

OPERATION GELUNGEN – Die Szenerie am Ufer des Mondsees mit dem wuchtigen Felsmassiv der Drachenwand als Kulisse war seit jeher ein Grund zum Wiederkommen.

Championship-Course direkt am Wasser – der GC Mondsee gehört zu den spektakulärsten Golfanlagen in Österreich.

Und der von Max Graf Lamberg Ende der 80er Jahre designte Platz des GC Am Mondsee mit seinen vier furiosen Schlusslöchern – nix für Wasserscheue! – ein weiterer. Doch Lambergs Kreation war ein wenig in die Jahre gekommen: Das empfand nicht nur Thomas Reiter, Captain der Mondseer Mannschaft und mehrfacher Staatsmeister, so.

Der Platz war zwar spielerisch trickreich, aber golferisch nicht so hochwertig, wie er hätte sein können, kritisierte Reiter etwa den Schwachpunkt „Abschläge“. Dazu kam mangelnde Länge: Nur zwei der vier Par-5-Löcher (7/18) waren echte Par 5, und auf den Par-3- und Par-4-Bahnen brauchten Könner insgesamt kaum ein langes Eisen ins Grün (als ersten bzw. zweiten Schlag). Schließlich war die Position der Fairway- und Grünbunker auch durch das in den letzten Jahren verbesserte Material obsolet geworden.

Klassespieler Reiter (Stammvorgabe 1,5) ist klarerweise kein Maßstab für die breite Golfgemeinde: Wenn er die alte Vier (384 Meter alt, 403 Meter neu) kurz nennt, kommen einem Golfjedermann die Tränen. Dennoch trifft Reiter den Nagel auf den Kopf. Der Ehrgeiz des für den Umbau verantwortlichen Vorstands, dessen Ideen von Lamberg umgesetzt wurden, war: den GC Am Mondsee wieder so resch zu machen, dass man in Zukunft problemlos um internationale Großereignisse Mitbieten kann.

Neue Abschläge
Mondsee neu (unverändert geblieben sind nur die Spielbahnen 8/ 10/14/17) heißt allgemein: Verlängerte Spielbahnen (2/3/4/6/ 12/15, ab Herbst auch die 9) machen den Platz von den hintersten Tees wieder zur Challenge. Einige neu aufgebaute Abschläge, eben wie nie zuvor. Nachdrücklich positionierte Fairwaybunker, durch shapen (nach oben gezogene, grünnahe Kante) vom Tee aus besser sichtbar und damit auch optische Hindernisse. Außerdem wurden zahlreiche Grüns verändert: Neubau des ersten und großzügiger Umbau des zweiten Grüns, Neugestaltung der Grünlandschaften der Holes 3/4/5/6/7/11/12.

Gehen wir ins Detail. Viele Golfer schreckte im GC Am Mondsee bisher Loch eins, dessen kleines Grün sich in einer Waldschneise versteckte. Nach dem Umbau ist der Waldeingang breiter und das nun sattelförmige, üppige Grün einfacher zu treffen. (Dass die Putterei damit nicht einfacher geworden ist, steht auf einer anderen Scorekarte.)

Auf der Zwei ist der Fairwaybunker links nun deutlich sichtbar, was aggressive Spieler mehr irritiert als High-Handicapper. Letztere loben das deutlich vergrößerte Grün, das nach hinten gezogen wurde.

Das dritte Loch, ein diffiziles Par 3 mit Briefmarken-Grün, wurde dank eines neuen Champion-Abschlags und neu platzierter Bunker deutlich haariger. An der Vier schnappen sich die zwei Bunker in Drive-Distanz nur extrem unpräzise Abschläge, weil zwischen ihnen viel Platz ist. Auch der links ans Grün herangezogene Teich ist noch kein Störenfried. An der Fünf finden Mondsee-Kenner nun zwei geshapte Fairwaybunker links und eine neue Grünlandschaft, die den bisher eher störenden Schutzwall elegant mit einbezieht.

Knie mit Bunker
Eine rare Schönheit ist die Sechs geworden, das markante Dogleg rechts. Zurückversetzte Abschläge und neu gepflanzte Bunker an der Kniescheibe bzw. Kniekehle erschweren Abkürzen bzw. Platzieren des Abschlags. Knifflig auch der Schlag ins Grün dank neuer Hügel rechts und dem ans Grün herangerückten bestehenden Teich links.

Wasser erschwert auch die Sieben – das Grün ist nunmehr eine Halbinsel –, während sich der Drachensee an der Neun nach der Verlängerung (528 Meter, das dazu notwendige Tee wird erst im Herbst am Ufer gebaut) noch unverschämter einmischt: Das halbmondförmige Fairway, das im Rechtsbogen am Ufer liegt, ist dank des veränderten Abschlagwinkels vom Tee eher ein Par 5 als bislang, obwohl Kapazunder wie Reiter im Idealfall mit Driver/Holz 3 auskommen.

Spannender geworden auch Elf und Zwölf (geshapte Fairwaybunker, hübsche Hügel ums Grün), auf der Dreizehn wurden nur die zwei Fairwaybunker links und rechts nachdrücklicher gestaltet. Die Fünfzehn, schon bisher ein Signature Hole, geriet noch spektakulärer: Der Champion-Abschlag dieses Par 3, das voll über Wasser gespielt wird, liegt nun auf einem künstlich aufgeschütteten Steinwall.

Die Sechzehn, der tunnelschmale linksgebogene Dogleg-Schlauch zwischen Birken und Wasser, wurde etwas verbreitert. Champions müssen jedoch auf den nun spielbar gemachten hintersten Abschlag und haben damit jede Menge Zores vor sich.

Achtung vor der 18
Bloß kosmetische Veränderungen erfuhr die 18, jedoch mit beachtlicher Wirkung: Der bestehende, bislang nicht verwendete Championabschlag wurde reaktiviert, was das Schlussloch durch einen anderen Winkel vom Tee in Richtung Fairway zum fulminanten Killer Hole (Zitat Reiter) macht. Das Grün ist damit kaum in zwei Schlägen zu erreichen – außer, man hat genügend Adrenalin getankt und muss etwa im Matchplay seine allerletzte Chance nützen.

Thomas Reiters Resümee über Mondsee neu ist auch das unsere: Operation gelungen, Patient lebt auf, Besucher begeistert. Reiters einziger Wermutstropfen: Seine 66, mit der er den Platzrekord auf dem alten Platz hielt, wird sich nicht so leicht wiederholen lassen.

Adresse:
St. Lorenz 400, 5310 Mondsee
Telefon:
+43 6232/38 35
Fax:
+43 6232/38 35-83
Email:
gcmondsee@golf.at
Webseite:
www.golfclubmondsee.at
Präsident(in):
Dipl. Bw. Franz Stallinger
Manager(in):
Roland Geringer
Sekretariat:
Beate Gottal, Katharina Erhart-Menzel
Platzname:
Golfclub Am Mondsee
Öffentlich:
nein
Loch:
18 Loch
Par:
72
Länge:
5115 m bis 5952 m
CR Gelb:
72,0
CR Rot:
73,0
Slope Gelb:
131
Slope Rot:
128

Übungsanlage
 
Beschreibung:

Puttinggreen, Pitchinggreen, Chippinggreen, überdachte Range mit modernsten Trainingsmöglichkeiten, Explanar, Trackman. Freier Drivingrangebereich mit Rasenabschlägen.

Beheizte Range:
ja

Greenfee:
 
Art:
Tagesfee
Greenfee:
April, Mai, September, Oktober Mo–Fr € 70,–
April, Mai, September, Oktober Sa, So, Fei € 80,– (HC-Beschränkung -36)
Juni, Juli, August Mo–Fr € 80,–
Juni, Juli, August Sa, So, Fei € 90,– (HC-Beschränkung -36)
Ermäßigungen:

Jugendliche bis 18 Jahre 50 %

Golfkarten:
Mozart Golf Card
Nur Rangefee:
€ 8,–

Amateur:
Andreas Christ
Schlagzahl/Jahr:
66 Schläge/2007
Amateur:
Christoph Weninger
Schlagzahl/Jahr:
66 Schläge/2009
Pro:
Marcel Haremza
Schlagzahl/Jahr:
66 Schläge/ 2006
Golfschule:
ja
Name:
Shaun Cunningham Scoring School
Telefon:
+43 6232/44 14
Email:
pro-shop@cunningham.at
Internet:
www.cunningham.at
Headpro:

Shaun Cunningham – Headpro
30 Min. € 33,–

Pro:

Mike Haasis – PGA Pro
30 Min. € 32,–

PE-Kurs:
auf Anfrage
TE-Kurs:
auf Anfrage
Golfschnuppern:
ja
Datenstand: 2016-05-17

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