401 GC Salzkammergut [0]

VOM HUHN ZUM BIRDIE – Der Wein wird mit dem Alter besser. Bei Golfplätzen ist das nicht anders. Jahrgang 1933 verrät: Ein in Österreich äußerst seltener Jahrgang.

Ein Klassiker mit Verwandlungskünsten: Der GC Salzkammergut in Bad Ischl hat in den vergangenen 80 Jahren sein Aussehen mehrfach verändert.

Dabei läuft in Bad Ischl anfänglich alles Richtung Hühnerfarm. Von Golf ist keineswegs die Rede, als sich Felix Mandl 1930 das Grundstück in Wirling, wo heute große Teile des Golfplatzes liegen, kauft, um dort die erste Geflügelfarm dieser Art in Oberösterreich zu errichten.

Somit wird klar: Am Anfang des Golfclubs steht eindeutig die Henne.
Erst den Feriengästen, die gerne und häufig nach Bad Ischl reisten, verdanken wir den Gesinnungswandel von Mandl. Die Sommerfrischler bemängelten das Fehlen eines Golfplatzes und lagen damit den Hotelbesitzern in den Ohren. Mandl, selbst Sport begeistert, lässt sich schließlich von den Hoteliers überzeugen, pachtet noch etwas Land dazu und verwandelt die Hühnerfarm in einen Golfplatz. Finanziert wird der Bau aus Spenden der Hoteliers, der Villenbesitzer und durch eine aufgenommene Hypothek. Die Gäste jedenfalls bekamen ihren Golfplatz, der während der 30er-Jahre gleich von einer Heerschar blaublütiger und berühmter Golfer heimgesucht wird: Der Herzog von Windsor hackte ebenso auf dem Platz herum wie König Leopold II von Belgien, der Großherzog von Mecklenburg oder auch John Roosevelt, der Sohn des berühmten US-Präsidenten Teddy Roosevelt.

Noch vor den Wirren des Zweiten Weltkriegs gerät Golf verständlicherweise ins Hintertreffen, der Club wird aufgelöst, der Platz verrottet mangels Pflege und schlussendlich brennt sogar während der letzten Tage des Krieges das Clubhaus komplett ab.

Sechs Jahre nach Kriegsende küsst Baron Oscar von Cohorn den Golfplatz aus seinem Dornröschenschlaf. Er lässt den renommierten deutschen Golfplatzarchitekt Bernhard von Limburger ein Gutachten und einen Entwurf erstellen, gebaut wird der Platz dann allerdings nach den Plänen eines gewissen Emil Türk. Die Ehrenpräsidentschaft des 1953 neu eröffneten 9-Loch-Golfplatzes übernimmt kein geringerer als der damalige Bundeskanzler Julius Raab.

Von Laimer bis Ballesteros
Danach verläuft die Geschichte des Golfclubs langsam aber stetig hügelauf, garniert mit fantastischen Highlights zwischendurch. Der legendäre „Bunkerschlag“ von Königin Friederike von Griechenland ist eine gern erzählte Ischler Schnurre: 1972 hatte die adelige Griechin ihren Ball gar nicht blaublütig, nach einigen erfolglosen Versuchen mit dem Schläger, mit der Hand aus dem Bunker befördert. Mittlerweile ist auch Golf ein wenig gewachsen und erstmals wagen sich Sponsoren in diese Gefilde: 1966 wird erstmals der „Preis der Kurstadt“ ausgetragen. Dieser Event ist damit 2003 nach 37 Wiederholungen ohne Unterbrechung das traditionsreichste Turnier in Bad Ischl.

1979 wird Franz Laimer Golfpro und unterrichtet in Bad Ischl unter den Fittichen des Engländer Ian Hay, der 20 Jahre lang bis 1999 den Head-Pro im Salzkammergut GC Bad Ischl gibt. Heute unterrichtet mit Rodney Richards ebenfalls ein „Routiner“ im GC Bad Ischl. Franz Laimer hat sich derweil nebenbei sein eigenes feines Trainingszentrum am Golfplatz aufgebaut.

Schon verdächtig nahe der Gegenwart, nämlich 1988, wird Bad Ischl auf 18 Loch erweitert. Eingeweiht wird der 18-Loch-Platz stilgerecht mit dem Golf-Superstar der 80er-Jahre, Seve Ballesteros. Ganze 1500 Zuschauer lockt der Spanier, der beim Eröffnungs-Pro/Am mit spielt, damals nach Bad Ischl. Wegen des tollen Erfolgs wiederholen die Ischler im darauf folgenden Jahr diesen Event und laden erneut etliche Superstars ins Salzkammergut ein, wie etwa Mark McNulty oder Gordon Brand.
Der GC Bad Ischl ist auch mehrmals Austragungsort feiner Profi-Turniere: So organisiert der damalige Präsident des Golfclubs Ludwig Stummer 1991 erstmals ein Shoot-Out für die besten zehn österreichischen Pros. Stimmer fädelt auch das traditionsreiche „Lodenfrey Salzkammergut Open“ ein, ein feines Pro/Am, das von 1997 bis zum Jahr 2000 Österreichs Golfelite ins schöne Bad Ischl lockt.

Symphonie in B-Moll
Acht Präsidenten hat der GC Salzkammergut Bad Ischl in seinen sieben Jahrzehnten „verbraucht“. Der neunte, Josef Zeppetzauer, bemüht sich seit Anfang 2002, den traditionsreichen Golfclub in eine noch schönere Zukunft zu steuern. Zeppetzauer, im Zivilberuf Chef der Baufirma ZeBau und ebenso umtriebig wie sein Vorgänger Stummer, will gemeinsam mit den übrigen Plätzen der Umgebung das Salzkammergut als Golf-Destination branden.

Zeppetzauer optimistisch: „Mein Ziel ist es, diese bekannte Gegend unter dem Namen 5-Seen-Golfsymphonie auch im Bewusstsein der Golf-Urlauber im In- und Ausland zu verankern. Dafür wird noch viel Arbeit nötig sein, aber davor haben wir uns hier in Bad Ischl noch nie gescheut.“ In diesem Sinn: Alles Gute zum Geburtstag und viel Glück für die nächsten 70 Jahre!

Adresse:
Wirling 36, 5360 St. Wolfgang
Telefon:
+43 6132/263 40
Fax:
+43 6132/267 08
Email:
office@salzkammergut-golf.at
Webseite:
www.salzkammergut-golf.at
Präsident(in):
Hannes Hettegger
Manager(in):
Walter Watzinger
Sekretariat:
Claudia Gruber
Öffentlich:
ja
Loch:
18 Loch
Par:
71
Länge:
4707 m bis 5406 m
CR Gelb:
69,5
CR Rot:
70,6
Slope Gelb:
126
Slope Rot:
124

Übungsanlage
 
Löcher:
1
Beschreibung:

Überdachte Abschlagplätze; Chipping Grün; Bunker

Beheizte Range:
nein

Greenfee:
 
Art:
18-Loch-Fee
Greenfee:
Mo–So € 69,–
Ermäßigungen:

Diverse Ermäßigungen für Partnerclubs und Partnerhotels

Golfkarten:
Steiermark Golf Card Golf Alpin Card Mozart Golf Card
Nur Rangefee:
€ 8,–

Amateur:
Lukas Nemec
Schlagzahl/Jahr:
63 Schläge/2009
Pro:
Gordon Manson
Schlagzahl/Jahr:
66 Schläge/2009
Golfschule:
ja
Telefon:
+43 664/333 92 87
Email:
office@salzkammergut-golf.at
Internet:
www.salzkammergut-golf.at
Headpro:

Tristan Schulze-Bauer

Pro:

PE-Kurs:
je nach Aufwand / Kundenwunsch
TE-Kurs:
ja nach Aufwand / Kundenwunsch
Golfschnuppern:
ja
Datenstand: 2016-05-17

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