315 GC Schönfeld [0]

SCHOTTISCH FÜR KÖNNER – Schönfeld kennt man, keine Frage. Immerhin hatte der Platz ausreichend Zeit, sich im Gedächtnis der österreichischen Golfer festzusetzen.

Der Wind, der sandige Untergrund und das makellose Layout sorgen im Weiten Land für Links-Golf-Stimmung.

Die Golfer haben den Hauser-Kurs mittlerweile lieb gewonnen, was weit über 600 Mitglieder und eine beachtliche Zahl Greenfee-Spieler eindrucksvoll beweisen. Seit Oktober 2004 segelt der Golfclub unter neuer Flagge und die drei neuen Gesellschafter – Andreas Hausammann, Robert Fiegl und Hans Zillinger – sind kräftig am Aufräumen.

Das Trio ist voller Ideen und Enthusiasmus, ganz besonders der neue Hauptgesellschafter Andreas Hausammann, der am Ziel seiner Träume angelangt ist.

„Ich wollte immer schon einen Golfplatz betreiben und nach langen Verhandlungen, die sich schlussendlich über sechs Jahre gezogen haben, ist es nun so weit,“ freut sich Hausammann, der schon lange in der Golfszene umtriebig ist. Unter anderem hatte er Golf-Pro Niki Zitny zu Beginn von dessen Karriere als Manager betreut.

Jetzt sprüht der Handicap-8-Golfer voller Ideen, von denen einige bereits umgesetzt wurden: So hat man den kleinen 9-Loch-Platz ein wenig verlängert, vom ÖGV raten lassen und positioniert ihn nun als den klassischen Einsteiger-Kurs. Um schlanke 69 Euro kann man auf „Schönfeld 9“, wie der outgesourcte Club nun heißt, einen Monat lang Golf spielen, erhält drei Trainerstunden und natürlich Leihschläger. Hausammann über die Idee dahinter: „Wir wollen, dass sich möglichst viele Nicht-Golfer zumindest den Sport einmal anschauen. Und um 69 Euro ist einen Monat lang Golf spielen eigentlich eine Mezzie. Wem’s nicht gefällt, der hat keinen wirklichen Verlust zu beklagen und wer Feuer fängt …“

Verdichten wir noch einmal kurz die Anfänge des Golfclubs, der auf Initiative von Kommerzialrat Karl Schmid entstanden ist: Schmid, Besitzer von mehreren Wäschereien in Wien, war der Schmutzwäsche überdrüssig und stürzte sich auf Golf. Punkt 1: Standortsuche. Ein geeignetes Terrain fand sich nach einigen Leerkilometern im Nordosten von Wien, wo das Erzbistum Wien ausreichend Hektar bis zum Jahr 2060 an Schmid verpachtete.

Die Gebrüder Hauser durften in der Folge aus dem tektonischen Bügelbrett einen Golfplatz meißeln, was ihnen auch vortrefflich gelungen ist.

Die Aufwürfe zwischen den Fairways nicht aufdringlich, aber ausreichend akzentuiert, die Roughs zurückhaltend und die Grüns tapfer onduliert. Für das entsprechende Links-Feeling sorgt der Wind, der in Schönfeld ein Zuhause gefunden hat.

Das Pech von Schmid: Er hat den Platz zu einer Zeit gebaut, da Golf gerade mal in Schwung kam, aber noch nicht zum echten Renner wurde. Immer wieder legte Schmid aus seiner Privatschatulle nach, wenn es dem Golfclub nicht so gut ging. Und das war doch öfter, als Schmid lieb war. Also verkaufen. Der erste Übernahmeversuch von Andreas Hausammann scheiterte noch, das war 1999. Ein zweiter im Jahr 2001, bei dem auch die Mitglieder involviert werden sollten, kam ebenfalls nicht zustande. Dann schließlich 2004, Oktober: Schmid wollte gar nicht mehr, Hausammann noch immer. Hausammann: „Herr Schmid hat viel geleistet und sich seinen Ruhestand redlich verdient.“

Und so übernehmen Hausammann, Zillinger und Fiegl den Club, der vor allem durch sein intaktes Clubleben besticht, was die drei auf die etwas dezentrale Lage zurückführen. „Bei Turnieren bleibt meist ein Kern von bis zu 100 Golfern im Clubhaus picken. Wo gibt’s denn das sonst noch?“ fragt Hausammann. Weil solch seltene Pflanzen aber gut gehegt werden wollen, startet im Zuge der Neustrukturierung auch eine noch intensivere Mitgliederpflege. Auf der Homepage sollen einzelne Golfer web-gesteuert zueinander finden und vielleicht Zweier-Flights bilden, im August findet beim „Bring your friends“-Turnier ein Tag der offenen Tür samt Modeschau statt, bei den Monatsbechern wird jeden zweiten Freitag bunt und nicht nach Handicap gemischt undsoweiterundsofort. Andreas Hausammann nennt das die Kommunikation zwischen Club und den Mitgliedern erhöhen.

Apropos Hausammann: Der Ex-Flaga-Besitzer nimmt seinen Job als neuer Hauptgesellschafter mehr als ernst. Den Pro-Shop hat er erweitert und erhellt, „damit man die Ware besser präsentieren kann.“ Und er will erwähnt haben, dass das Sortiment bei Soft- und Hardware ein ähnliches Breites ist, wie in den großen Golf-Fachgeschäften. Vor allem die Mode hat es ihm angetan. Sein Favorit: Lindeberg.

Und wenn Andreas Hausammann von den nüchternen Zahlenspielen im Büro im ersten Stock genug hat, setzt er sich lustig an die Kassa im Pro-Shop und kassiert Greenfees oder verkauft Bälle.

Auch das Restaurant, das – nahe liegend – der Gastronom Hans Zillinger führt, wurde einem kleinen Facelift unterzogen. Mit einigen wenigen Akzenten – wir sprechen lediglich von der Polsterung und den Vorhängen, erstaunlich – ist plötzlich alles heller und freundlicher. Das Personal war’s ohnedies schon immer. Deshalb bleibt auch die Küchen-Crew unverändert, der Koch heißt nach wie vor Peter und die Schinkenfleckerln sind eine Wucht. So zusagen Haus(a)mannskost auf Bestellung, unterstützt von einer prächtig gefüllten Vinothek, die viel Österreich beherbergt. Gaumenkitzler gefällig? Umathum, Sabathi, Polz, Jamek, was Sie wollen.

Ein echter „Sitzenbleiber“ ist die Chill-out-Lounge hinter der Neun, auf der schon so manches Fest bis spät morgens gefeiert wurde.

Fehlte nur noch, dass die etwas in die Jahre gekommen Garderoben und Sanitärräume dem Rest angepasst werden. Und es sollte nicht Schönfeld sein wenn da nicht auch was Besonderes gemacht wurde. Neben sehr sauberen, hellen und großzügigen neuen Gardaroben kann man sich sein eigenes „Kastl“ mit diversen Sonderausstattungen (Stecker, Klappspiegel usw.) aufpeppen. Quasi Custom Fitting für die Umkleide. Als kleinen Vorgeschmack auf den geplanten kleinen Wellness-Bereich ordiniert ab sofort jeden Samstag ein Masseur im Golfclub.

Bevor wir nun noch einen kleinen Abstecher auf den Platz machen: Schönfeld hat ein großes Herz für Kinder. Bis zum 12. Lebensjahr dürfen diese gratis in Schönfeld spielen, Schläger inklusive. Ein feines Vorbild in Sachen Jugendarbeit.

Jetzt aber: Für alle, die den Platz schon kennen als Erinnerung, für alle anderen als Anreiz, die 40-minütige Reise aus dem Zentrum Wiens in Angriff zu nehmen. Es lohnt sich allemal.

Das mit dem Inland-Linkskurs ist hinlänglich bekannt. Dass der an sich breit gestrickte Kurs trotz alledem seine Tücken hat, ebenfalls. Was aber bestimmt nicht so viele wissen: Seit mehreren Jahren frisiert Simon Mechtl, vormals Fontana, den GC Schönfeld und hat in dieser Zeit enorm viel bewirkt. Die früher etwas stiefmütterlich betreuten Bunkerkanten sind nun scharf gestochen, wie wir Feinspitze das mögen, die Grüns haben an Geschwindigkeit und Halt gewonnen und sind damit in die erste Liga aufgestiegen. Jetzt geht man daran, Kosmetik zu betreiben: Die einst so holprigen Verbindungswege sind nun entweder ein feiner Rasenteppich oder Rindenmulch; ein Blitzschutzhaus im klassischen Schönfeld-Stil wurde gebaut, mit Balkon und Blumen. Richtig hübsch. Und wer weiß, wie ruhig es in Schönfeld ist, der weiß auch, wie entspannt eine Runde Golf hier abgeht. So gemütlich eben, wie der gesamte Club.

Adresse:
Am Golfplatz 1, 2291 Schönfeld/Marchfeld
Telefon:
+43 2213/20 63-0
Fax:
+43 2213/20 63-1
Email:
office@gcschoenfeld.at
Webseite:
www.gcschoenfeld.at
Präsident(in):
Andreas Hausammann
Manager(in):
Andreas Hausammann
Sekretariat:
Inge Lajza, Karin Hausammann, Maria Zillinger
Öffentlich:
nein
Loch:
18 Loch
Par:
72
Länge:
5151 m bis 5854 m
CR Gelb:
70,7
CR Rot:
72,4
Slope Gelb:
121
Slope Rot:
124

Übungsanlage
 
Beschreibung:

Drivingrange mit überdachten Abschlägen

Beheizte Range:
nein

Greenfee:
 
Art:
18-Loch-Fee
Greenfee:
ab € 40,–, nähere Info siehe Clubhomepage
Nur Rangefee:
€ 10,–

Amateur:
Sepp Straka
Schlagzahl/Jahr:
66/2010
Golfschule:
ja
Telefon:
+43 676/339 10 02
Email:
bakesgolf@gmail.com
Internet:
www.bakesgolf.at
Headpro:

Paul Baker
25 Min. € 30,–
50 Min. € 58,–

Pro:

PE-Kurs:
Termine und Kosten auf Anfrage
TE-Kurs:
Termine und Kosten auf Anfrage
Golfschnuppern:
ja
Datenstand: 2016-05-12

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