332 GC GolfMaxX Tuttenhof [0]

EIN PLATZ FÜR DENKER – Der 9-Loch-Platz sieht radikal aus. Der Auftrag an mich lautete, einen kleinen Golfplatz zu entwickeln, der für Anfänger ermutigend sein sollte.

Verkehrsgünstig gelegen, für die schnelle Runden zwischendurch – der Tuttenhof bei Korneuburg

Er sollte aber auch eine Herausforderung für intelligente Spieler sein, für Golfer, die schon einige Jahre spielen und die verstehen – so wie ich es verstehe –, dass die Konturen eines Platzes das Spiel mehr beeinflussen als alles andere, mehr als Wasser, mehr als Sand, mehr als Bäume.

Ich habe mit Tuttenhof versucht, Österreichs Golfern den traditionellen britischen Hintergrund von Golf vorzustellen. Und obwohl ich das nur auf einem moderaten, niedrigen Niveau tun kann (die gesamte Anlage hat ohne Clubhaus rund 600.000 Euro gekostet, Anmerkung der Redaktion), bin ich froh, dass ich die Möglichkeit dazu hatte.
Unter Konturen verstehen Architekten und Golfplatzbetreiber auf dem europäischen Kontinent oft hohe Hügel am Rand der Fairways. Ich finde diese Philosophie hässlich und teuer. Sie hat zudem wenig Einfluss auf unser Golf. Die Hügel haben nur einen visuellen Einfluss: Sie schauen entweder gut aus oder nicht. Und wenn nicht, wozu sind sie dann gut?

Ich wollte einen moderaten Anfängerkurs entwerfen, aber ihn durch gute Konturierung von Greens und Fairways auch interessant machen für den denkenden, routinierten Spieler. Diesen Platz muss man kennen lernen, damit man weiß, wo seine Schwierigkeiten liegen. Damit unterscheidet er sich von Plätzen, auf denen du am Tee stehst und einen Bunker siehst, ein Wasserhindernis und die Strategie, der plan of attack, ist auf einen Blick offensichtlich. Du siehst das Loch einmal – und du weißt für immer, wie du es anlegen musst.

Die Philosophie hinter meinem Platz ist hingegen die, die hinter britischen Links-Plätzen steckt. Egal, wie oft du einen Links-Platz spielst, da lernst immer dazu. Solange du lernen willst, natürlich: Spielst du mit Scheuklappen, wirst du nie was lernen.

Was ich glaube und hoffe: Spieler, die in Tuttenhof mit Golf groß werden und die noch nicht glauben zu wissen, dass auf einem Golfplatz Wasser sein muss und Bunker, die werden erkennen, worauf es es im Wesentlichen ankommt im Golf: auf guten Boden und gute Konturen.

Kritiker sagen, dass die Landschaft zwischen Autobahn und Donau langweilig ist. Kritiker sagen auch, Tuttenhof sei ein Kurs für die Greenkeeper geworden – sehr schlicht und deshalb sehr einfach zu pflegen.

Zum ersten Vorwurf: Großes Golf muss nicht auf großen Landschaften stattfinden. Es ist eine enorme Hilfe für den Architekten und der Spieler hat mehr Genuss, aber es muss nicht sein. Und: Richtig, kostengünstige Pflege war ein wichtiger Punkt im Lastenheft. Aber dieser Kurs kann auf zwei Arten gepflegt werden. Zum einen nach den absolut höchsten Standards, was Bewässerung und Düngung betrifft. Auch beim Bau haben wir übrigens höchste Standards eingehalten – die Grüns etwa haben einen 100-Prozent-USGA-Aufbau. Man kann den Platz aber auch trocken und hart sein lassen. Das Gute daran: Nur auf trockenem, festem Untergrund kann man erleben, was die Konturen alles bewirken können. Das ist ein Element, das auf 90 Prozent aller österreichischen Plätzen fehlt.

Wasser und Bunker fehlen, dafür gibt’s feines Rough
Wer den Kurs abgeht, wird sehen: Er ist zwar flach, besitzt aber ausgeprägte Niveauunterschiede. Zwar nicht zwei, drei Meter hoch, aber sie beeinflussen den Golfball, sobald er auf dem Boden aufkommt. Wir haben mit diesem Platz nichts entstehen lassen, was die Augen beeindruckt. Aber wenn einmal das Rough erwachsen ist, zeigt sich der strategische Charakter dieses Golfplatzes. Die bestrafenden Elemente wie Bunker und Wasser fehlen, aber das Rough macht viel wett.

Tuttenhof ist nicht als Wettkampf-Platz gedacht, wir reden hier von der Möglichkeit, mit diesem Platz neuen Golfern die Chance zu geben, Erfahrungen zu sammeln. Es überrascht mich deshalb nicht, wenn Golfer sich den Platz Tuttenhof anschauen und 90 Prozent von ihnen dann sagen: Das ist kein Golfplatz. Ich kann damit leben, denn diesen Platz versteht man nicht, indem man ihn anschaut. Diesen Platz muss man spielen.

Wird es eine Problem sein, dass es keine Bunker und kein Wasser gibt? Das ist möglich. Obwohl: Es gibt einige Plätze in England, die bunkerlos sind, und es sind gute Plätze. Ich würde mich auch wehren, wenn man irgendwo einen Teich dazufügt – das hieße, einer Mode folgen. Warum gibt es denn eigentlich Teiche auf Golfplätzen? Weil man sie zur Bewässerung braucht, nicht weil man sie zur Gestaltung dienen. Teiche sind nur Strafe: Die Anfänger kommen nicht drüber, sie kommen nicht herum, was sollen sie jetzt machen? Den Ball aufgeben?

Neue Golfer sollen die Möglichkeit erleben dürfen, einen Ball gerade zu schlagen, ihn laufen zu sehen, zu sehen, wie der Boden seine Bahn beeinflusst. Je mehr ein Platz durch sein Design bestraft, desto weniger Möglichkeit haben die Golfer, das zu erleben. Das einzige, was sie machen können, ist, einen perfekten Schlag auszuführen und dann noch einen. Dazu müssen sie aber nicht auf einen Golfplatz, das können sie auch der Driving-Range erledigen.

Adresse:
Am Hechtenfang, 2103 Langenzersdorf
Telefon:
+43 2244/295 59
Fax:
-
Email:
gctuttendoerfl@golfrange.at
Webseite:
www.golfmaxx.at
Präsident(in):
Dr.Georg Reutter
Manager(in):
Werner Albrecht
Sekretariat:
-
Öffentlich:
ja
Loch:
9 Loch
Par:
64
Länge:
3368 m bis 3926 m
CR Gelb:
59,5
CR Rot:
59,0
Slope Gelb:
85
Slope Rot:
86

Übungsanlage
 
Beheizte Range:
nein

Greenfee:
 
Art:
9-Loch-Fee
Greenfee:
-
Nur Rangefee:
Aktuelle Greenfeepreise entnehmen Sie bitte der Homepage www.golfmaxx.at

Golfschule:
nein
Headpro:

Pro:

Datenstand: 2016-05-12

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