320 GC Lengenfeld [0]

ABSOLUTE BODENHAFTUNG – Eine Geschichte über den GC Kamptal-Donauland, eröffnet 1995 in Lengenfeld nahe Krems, muss mit einer Rückblende beginnen.

In den Weinbergen über Krems bietet der GC Lengenfeld zwei hochkarätige 18-Loch-Kurse.

Der Hauptdarsteller ist Otmar Gschwantner, Bauernsohn aus Lengenfeld, zuerst Fabrikarbeiter und Nebenerwerbsweinbauer, dann Tennis- und Squashanlagenbetreiber, Großwinzer, Golfanlagenbesitzer und noch immer bekennender Nichtgolfer. Dieser Werdegang offenbart gleich einige von Gschwantners bemerkenswerten Eigenschaften.

Zähigkeit: „Ich war ein armer Bauernbua.“ G’spür: „Als sich Tennis entwickelt hat, habe ich Plätze und eine Halle gebaut.“ Courage: „Die Lengenfelder haben damals den Kopf geschüttelt, weil sie gedacht haben, jetzt spinnt er.“ Einen richtigen Vogel: „Und dann hab ich mir gedacht, jetzt baue ich einen Golfplatz – obwohl ich keine Ahnung gehabt habe.“ Weitblick: „Ich habe die Grundstücke gekauft, die ich für meine Plätze gebraucht habe. Ich habe gewusst: Mache ich’s nicht, bringt mich die Pacht irgendwann um.“ Demut: „Ich sage jeden Tag zum Herrgott Dankeschön.“

Und Phantasie, dank der Gschwantner Untiefen der Anfangsjahre durchtaucht. Mit der Bank im Nacken kauft er von Wagon Lits einen ausrangierten Schlafwagen, den er in einer filmreifen Aktion (wir sagen nur: Gewicht 48 Tonnen) vors Clubhaus schleppen lässt: Dort dient der Waggon als originelle 30-Betten-Herberge. Gschwantner organisiert Wein-Erlebnisrunden, während derer Kellerpartien und Stableford-Turnier Hand in Hand gehen. Er führt sein Clubrestaurant als eine Art Heurigen, was sogar golfende, asiatische Diplomaten beeindruckt. Und er durchdringt mit seinem und dem Charme seiner Familie – letztere arbeitet im Management mit – das Club- und Turnierleben auf eine sympathische Art, die im Zeitalter des Teflon-Tourismus beinahe schon ausgestorben ist.

Spaß statt Stress
Ja: Manche Golfer kommen mit Sicherheit nach Lengenfeld, um Otmar Gschwantner lachen zu hören. (Dieses Lachen löst Alltagsverspannungen effizient wie Fußreflexzonenmassage.) Nein: Es zahlt sich auch wegen des Golfplatzes aus. Otmar Gschwantner ist kein Golfer, aber vielleicht gerade deswegen so ehrlich, um zuzugeben: Championship-Wiese ist Lengenfeld keine und sie wird es auch nie werden. Aber wer von uns will tatsächlich nach Bezahlen des Greenfees 18 Marterpfähle vorgesetzt bekommen, die er nur an wenigen Tagen im Jahr bezwingt? Hingegen: Für vergnügliche Runden eignet sich die Gegend in den Weinbergen – die Natur hat viele Fairways bereits vormodelliert – bestens. Platz vom Tee, fast nur flache und deshalb fluchtfreundliche Bunker, die Grüns groß genug, um sie auch von weiter draußen zu treffen und das Grüngras nicht zu flink, damit wir auch mit einem kalten Putter nicht verzweifeln.

Die neuen 18 Loch passen gut zu den bestehenden 18 Bahnen. Natürlich sind sie vom Aufbau her moderner, etwa dank ihrer größeren Teeboxen. Doch vom Charakter her sind sie ähnlich, auch weil sie müssen: Die neuen 18 bilden nämlich nicht für sich den neuen Kurs, sondern werden mit dem Altbestand bunt zusammengemischt. Auch deshalb: Beide Plätze – sie heißen Kamptal und Donauland – beginnen und enden komfortabel beim Clubhaus.

Der Planer der Erweiterung, Peter Mayrhofer, ist für drei besonders gelungene Ecken zu loben. Die erste (5/ 6/7/8 vom Kurs Donauland) bleibt durch die markanten Terrassen in Sichtweite des Feuerwehrhauses (Otmar Gschwantner: „Zuerst haben die Leute gedacht, das wird das Golfhotel.“) in Erinnerung. Die zweite in Richtung des Kremser Flughafens Gneixendorf (Spielbahnen 12/13 des Kurses Donauland) lenkt durch schöne Aussichten ab, liegt sie doch ein Stockwerk über dem Rest des Platzes. Und die dritte hat Mayrhofer mit einem üppigen Teich mitten drin behübscht: Zwei Par 4 und ein langes Par 5 den Berg hinunter, letzteres nix für Wasserscheue, umrunden als die Bahnen 12/13/14 des Platzes Kamptal das Wasserhindernis. Diese Ecke war längst fällig: Spielte man auf den alten 18, baumelten einem die nun genützten Wiesen im Out wie eine Karotte vor der Nase und nicht nur ein Golfer seufzte: „Wann kommen da endlich einige Bahnen dazu?“

Noch ein Wort zum Clubhaus: Das bisher bestehende wurde durch einen neuen Baukörper erweitert. Gerade weil er – ausgeführt in Holz und Glas und teilweise in den Hang gebaut – komplett anders ausschaut, werden sich die beiden vertragen. Die Zusammenarbeit mit Architekt Franz Gschwantner (nicht verwandt) offenbart noch eine von Otmar Gschwantners positiven Eigenschaften: Er hat bei seinen Projekten ein G’spür für die richtigen Partner. (Ist er deswegen auch Lengenfelder Bürgermeister und das mit den meisten Vorzugsstimmen aller angetretenen Kandidaten?)

Adresse:
Am Golfplatz 1, 3552 Lengenfeld
Telefon:
+43 2719/87 10
Fax:
+43 2719/87 10-5
Email:
office@golflengenfeld.at
Webseite:
www.golflengenfeld.at
Präsident(in):
Dr. Wolfgang Teichtmeister
Manager(in):
Ali Kern, Petra Lackner-Gschwantner
Sekretariat:
Petra Lackner-Gschwantner, Regina Hieke, Andrea Postler
Platzname:
Kurs Kamptal
Öffentlich:
nein
Loch:
18 Loch
Par:
71
Länge:
5373 m bis 6023 m
CR Gelb:
71,6
CR Rot:
73,9
Slope Gelb:
129
Slope Rot:
122

Platzname:
Kurs Donauland
Öffentlich:
nein
Loch:
18 Loch
Par:
72
Länge:
5302 m bis 6051 m
CR Gelb:
71,3
CR Rot:
73,1
Slope Gelb:
122
Slope Rot:
124

Übungsanlage
 
Löcher:
6
Beschreibung:

6-Loch Kompaktanlage
Überdachte Driving Range mit Pitching & Chipping Area, Putting Green

Beheizte Range:
nein

Greenfee:
 
Art:
18-Loch-Fee
Greenfee:
Mo–Fr € 59,–
Sa, So, Fei € 69,–
Ermäßigungen:

Jugend und Studenten 50%

Golfkarten:
Heart of Golf
Nur Rangefee:
ab € 6,–

Golfschule:
ja
Name:
Golfschule Lengenfeld
Telefon:
+43 2719/87 10
Email:
office@golflengenfeld.at
Internet:
www.golflengenfeld.at
Headpro:

Petr Michalek, Thomas Hofstätter
Preise auf Anfrage

Pro:

Golfschnuppern:
ja
Datenstand: 2016-05-12

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