213 Gailtalgolf Kärnten [0]
Mit den Worten der Natur
Es geht nichts über einen Golfplatz, der sich mit der Gegend auf ein Packel haut, wie das in Waidegg bei Hermagor der Fall ist. Gailtalgolf, der jüngste Golfkurs Kärntens, beweist eindrucksvoll, dass Golfplatz & Naturschutz kein Widerspruch sein müssen.
Aus Golfrevue 4&5/2009

Prächtig viel Gegend zimmert das obere Gailtal als schmucken Rahmen für seinen neuen Golfplatz zusammen: An der breitesten und waldreichsten Stelle klettern links und rechts die Berghänge sanft Richtung Himmel, Biotope ohne Ende begleiten die Fairways. Was 1991 zum ersten Mal als Projekt durch das Gailtal geisterte, ist mit Mitte Juli 2006 Realität. Endlich. Und das, so erzählt uns Manager Roland Zankl, mit zwei Nicht-Golfern als Geburtshelfer: Albert Pernull, Wirt in Waidegg, und Hannes Berger – „ein Multisassa“, sagt Zankl – finalisieren das Projekt Gailtal Golf.
| 213 GC Gailtalgolf Kärnten | |
|---|---|
| Anschrift | Am Golfplatz 1 A-9631 Waidegg |
| Telefon | 04284-251 34 |
| Fax | 04284-251 35 |
| Web | www.gailtalgolf.eu |
| office@gailtalgolf.eu | |
| Greenfee | 60 Euro |
| Mitgliedschaften | auf Anfrage |
| Jahresgebühren | auf Anfrage |
| Platzdaten | 18 Loch, Par 72, 5348 bis 6136 Meter 6 Loch Par-3-Platz |

„Albert hat die Landwirte an einen Tisch gebracht, um das Areal, rund 70 Hektar, zusammenzutragen“, weiß Zankl. Eine Aufgabe, für die der Wirt, der nun auch das Club-Restaurant betreibt, wohl die Idealbesetzung war. Immerhin hat sich zumindest er so weit bewegen lassen, doch mit Golf zu beginnen, während Hannes Berger das schiere Zuwegebringen des Golfplatzes als Motivation anführt. Und das war in Anbetracht des Naturschutzgebietes, durch das die 18-Loch-Anlage nun führt, eine mehr als pikante Angelegenheit in Zeiten der Umweltverträglichkeitsprüfung. Am Ende dieses Verfahrens war die Errichtungsgesellschaft zwar um 240.000 Euro ärmer, aber um etliche Erfahrungen reicher, so Zankl: „Wir haben vermutlich jenen Golfplatz mit dem meisten Areal an Naturschutzflächen, was wir in nächster Zukunft auch in unser Konzept einbauen werden.“
Ein Lehrpfad für Golfer soll entstehen – „Ich glaube, dass ein Interesse besteht“, so Zankl –, der auf die Artenvielfalt der Fauna, aber auch der Flora hinweisen wird. So blüht im Frühjahr das nahezu völlig verschwundene, prachtvolle Wollgras großflächig über den Platz verteilt, etliche Vogelarten brüten in den Biotopen, die zum Großteil natürlich nicht betreten werden dürfen, und für den hier heimischen Dohlenkrebs gab es einen zarten Umsiedlungsplan. Alles natürlich unter den Argusaugen der Verantwortlichen, die dem Platz nun das beste Einvernehmen mit der Natur attestieren. Zankl: „Wir hatten bei der Umsetzung sämtlicher Vorgaben mit dem Landtagsabgeordneten Helmut Haas einen perfekten Begleiter und Unterstützer in allen Belangen.“
18 plus 6
Ab sofort darf sich also das Gailtal über einen durchaus gelungenen 18-Loch-Platz freuen, dessen Infrastruktur das Gesamtbild perfekt abrundet: eine großzügige Driving-Range – mit Daniel Lamprecht übrigens als famosen Head-Pro –, ein ebenfalls üppig geratenes Putting-Grün und ein 6-Loch-Par-3-Platz, der als Unterfutter für den Golf-Nachwuchs dienen soll. Zankl, enthusiastisch: „Ich spiele den Kurzplatz unglaublich gerne, bin ich doch in etwas mehr als einer Stunde durch. Was aber viel wichtiger ist: Unsere Platzreife-Schüler stehen schon nach zwei Kurstagen auf einem echten Golfplatz.“
Der „große“ Platz schüchtert einen auf den ersten Blick ein wenig ein: Über 6.400 Meter von Back-tees, teils enge, Biotop-gesäumte Fairways, querlaufende und parallel zum Fairway laufende Bäche und Entwässerungsgräben helfen dem Selbstvertrauen auch nicht auf die Sprünge. „Man darf den Kurs nicht reizen, sollte passiv bleiben“, erklärt Zankl den Grundgedanken hinter einem vernünftigen Score auf dem recht schnittig gezeichneten Kurs: Zwar fehlt es vor allem, was das Bunker-Placement betrifft, noch an der einen oder anderen Nachjustierung, dafür gibt es herrliche Biotope und Wasserläufe sowie fünf, teils mächtige Teiche. Einer davon sorgt auf Loch 7 (Par 4) für ein schickes Inselgrün, die übrigen haben Begleitfunktion auf weiteren sechs Holes. Dem Geschäftsführer haben es übrigens die Spielbahnen 16 (Par 4) und 17 (Par 3) angetan, wie er hinter vorgehaltener Hand verrät: „Vor allem auf Loch 16 taugt mir der Abschlag, der durch eine hautenge Schneise geschlagen werden muss. Bei etwa 150 Metern macht das Fairway aber auf.“ Auf dem elendslangen folgenden Par 3 (219 Meter von den Back-tees!), sorgt dann der zentrale Bunker für Verwirrung: Scheinbar das Grün verteidigend, erkennt man nach einem Blick ins Birdie-Buch, dass das Hindernis rund 30 Meter vor dem Grün liegt und damit vermutlich nur schwächeren Spielern zum Verhängnis wird. Die werden an diesem Platz übrigens am meisten zu kiefeln haben.
Dennoch hofft Zankl auf möglichst viele Neu-Golfer aus der Region. „Mittelfristig sollen es rund 400 Mitglieder, langfristig 700 werden“, gibt der Geschäftsführer als Businessplan an, der auch intensive Kooperationen mit Schulen aus der Gegend vorsieht. Und wenn alles so läuft, wie sich die Gailtaler das vorstellen, soll in Zukunft sogar ein Hotel am Platz nachgereicht werden. Bis dahin aber dürfen sich Greenfee-Gäste über die breite Vielfalt der rund 30 Gründerhotels der Region freuen, mit denen der jüngste Kärntner Golfplatz zusammenarbeitet: Und da ist von Sissy Sonnleitner bis zum Kinder-Hotel alles dabei.
Und wenn ein Gary Player als Stargast den Platz eröffnet, ist das wohl das beste Omen für eine fruchtbare Entwicklung im Gailtaler Golfsport.
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