212 St. Veit-Längsee [0]
Schritt für Schritt
Dass der Platz überhastet aus dem Boden gestampft wäre, darf man den St. Veitern nicht vorwerfen. Die ersten Pläne entstanden in den 1980er Jahren.
Aus Golfrevue 1/2008

Über den fertigen Platz freut sich auch der St. Veiter Bürgermeister Gerhard Mock, der quasi in Eigenregie das Projekt schlussendlich über die Ziellinie gebracht hat, Finanzierungen & Förderungen inklusive.
| 212 Jacques Lemans GC St. Veit-Längsee |
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|---|---|
| Anschrift | Unterlatschach 25 A-9313 St. Georgen am Längsee |
| Telefon | +43 4213/41 41-30 |
| Fax | +43 4213/41 41-33 |
| Web | www.golfstveit.at |
| office@golfstveit.at | |
| Greenfee | 60/65 Euro |
| Mitgliedschaften | 1.000 Euro |
| Jahresgebühren | 1.112 Euro |
| Platzdaten | 18 Loch, Par 72, 5306 bis 6193 Meter |
„Stünde ich noch einmal vor einer derartigen Entscheidung, ich würde eher darauf verzichten. Es war insgesamt deutlich schwieriger als erwartet“, so der Bürgermeister über die vielen Kalamitäten im Laufe der Projektierung und Planung. Vor allem die UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung), die in das Design von Wolfgang Haluschan (Austrogolf) und das allgemeine Setup, inklusive Clubhaus und Co. eingreift, bringt etliche Abstriche mit sich: Ein Par 3 zu Beginn und ein 18. Loch, das eine halbe Tagesreise vom Clubhaus entfernt liegt, sind die gröbsten „Sünden“, die vorgeschriebener Weise begangen werden mussten.
Auch die neunte Spielbahn (Par 5) tastet sich nur auf Sichtweise ans Clubhaus heran. Da wird wohl eine eigene Halfway-Station den Spielfluss aufrechterhalten müssen. Der Rest wird sich über die Jahre (nicht von selbst, aber doch) erledigen. Das Geläuf ist ideal, sanftes Re-Design keine Schande: Auffallend kleine, nur zärtlich mit Erdaufwürfen akzentuierte Grüns und teils (nicht nur für Slicer unangenehm) weghängende Spielbahnen, die ohne Auffangbecken in ein finales Rough übergehen, werden einige GolferInnen magerln.
Endlich gehts auf die Runde
Andererseits: Jetzt hat man so lange auf einen Golfplatz gewartet, wer will solche Kleinigkeiten überbewerten? Wir nicht und schon gar nicht die Mitglieder. Und davon hat der Golfclub St.Veit-Längsee schon über 400, die beweisen, wie sehnsüchtig das Projekt in der Region erwartet wurde. Mock: „Wir sind über den Zulauf überrascht und erfreut. Es herrscht im ganzen Bezirk durchwegs positive Stimmung, was den Golfplatz betrifft.”
Zurück also zum bereits erwähnten Par 3, das den Kurs eröffnet. Ungewöhnlich einerseits, andererseits startet man auch im Royal Lytham & St. Annes, immerhin mehrfach Heimat der British Open, mit einem Par 3. Dass das Loch am Jacques Lemans Golfplatz – der St. Veiter Uhren-Großbetrieb übernahm die Namenspatenschaft – ursprünglich als Par 4 geplant war, erkennt das geschulte Auge rasch: Fairway-Bunker an einem Par 3 gibt’s nur allzu selten. Danach lauert zum ersten Mal das omnipräsente Rough – wahlweise hübsch hoch und grausam, oder getrimmt und konsumentenfreundlich – auf allfälliges Geslice: Die zarte Hanglage – das Fairway kippt nach rechts weg – macht das von den Backtees knapp 500 Meter lange Par 5 auch nicht einfacher.
Richtig hantig könnte es für Shorthitter dann auf Loch 3 werden: Zunächst gilt es, vom Tee einen Graben zu überspielen, ehe es zügig hügelauf Richtung Grün weiter geht. Das war’s dann aber schon in Sachen Steigung und auch, was die Abgeschiedenheit vom übrigen Kurs betrifft: Die restlichen 15 Spielbahnen breiten sich kompakt auf dem Geläuf oberhalb des Längsees aus. Und betrachtet man das Areal aus der Vogelperspektive, erinnert es durchaus an einen traditionellen In-Out-Kurs nach schottischem Vorbild.
Noch hat sich auch kein echtes Signature-Hole etabliert, vielleicht wird es Loch 8, ein Par 4 mit Inselgrün? Oder das üppig lange 13. Loch, ein Hügelab-Par 3? Wie viele andere Holes ein echter Slice-Killer. Darüber wird sich höchstens Rainer Mente freuen. Der Großbauer, dem die Gründe gehören, auf denen der Golfplatz entstand, wird wohl bald einen Gebrauchtballhandel aufmachen können: Das fünfte Tee und Fairway liegen Schulter an Schulter mit seinem Gutshof und einer kleinen Pferdekoppel.
Am Ende sind wir alle glücklich, endlich auch in dieser Gegend Golf spielen zu können – auch der Bürgermeister, der nun die Gelegenheit beim Schopf packen und bald ins Clubgeschehen aktiv eingreifen will. „Ich mache noch heuer im Frühjahr die Platzreife“, verspricht Gerhard Mock. Wir werden es überprüfen. Ebenfalls versprochen, Herr Bürgermeister.





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