203 GC Moosburg [0]

VIEL PLATZ AM SEE – 18 plus 9 Loch: Der GC Moosburg Pörtschach schenkte sich zum 20. Geburtstag (im Jahr 2006) ein neues Logo und einen neuen Namen. Sonst blieb vieles beim Alten, wie Klaus Nadizar wiederentdecken durfte.

 

Mitten im Naturpark von Moosburg, leicht von Pörtschach und Klagenfurt zu erreichen, liegt die Golfanlage, die zu unvergesslichen Golfrunden einlädt.

Aus Golfrevue 4&5/2006

Die Taufe erwies sich als ein wenig patschert, bekam der Club doch den holprigen Namen Golfclub Austria Wörthersee verpasst, was zu serienweisen Verwechslungen geführt hat.

Jedenfalls darf man das Projekt in Pörtschach, es war der dritte Golfplatz Kärntens nach Dellach und Bad Kleinkirchheim, durchaus als visionär betrachten, war damals doch noch die Filzkugel en vogue, der Golfball dagegen als schrullig angesehen. Auch bei mir: Golf war in meiner Vorstellung noch rund ein Lichtjahr entfernt. Das Lichtjahr verkürzte sich dann auf sechs normale Erdenjahre und der Golfclub in Pörtschach wurde mein zweiter innerösterreichischer Platz, den ich beackerte, nach Klopein.

Die Erinnerungen sind gute, vorrangig. Etwa an die Buschenschank, die damals noch existierte (und auch jetzt nach einer längeren Pause wieder fallweise öffnet), nach dem hügelab Par 3 (Loch 4). Dort konnte ich meine Girlies zu moderaten Preisen ableisten (in Most). Oder an die Eagle-Bar nach Loch 18, die ein Weiterziehen ans 19. Loch meist verhinderte – hohe Versumperungsgefahr! An einen Lehrer, der damals mit Golf begann und gerne das Trolley mit aufs Grün nahm.

Wir haben Golf damals noch nicht so ernst genommen und das war gut so. Der Platz selbst dagegen zählte schon damals zu den seriösen Kursen mit hohen sportlichen Ambitionen und spielte sich recht knackig. Zwar hat uns die technische Entwicklung bei den Schlägern und Bällen einige Meter geschenkt und den Platz im Laufe der Jahre quasi verkürzt – eine g’mahte Wiese ist er deswegen noch lange nicht.

Es hat sich auch in den Jahren nicht all zu viel getan, das kann man positiv wie negativ sehen. Fakt ist, dass Clubgastronom Werner Fischer immer noch sensationell gut kocht, eine prachtvolle Vinothek sein Eigen nennt, aber damit nach wie vor eher beim Greenfee-Gast punktet. Das Mitglied zieht die urige Eagle-Bar und Eddie, das Faktotum, der vielleicht schon zu gehobenen Küche im Clubhaus vor. Jedenfalls weiß ich aus eigener Erfahrung, dass der Toast von Eddie landauf, landab der beste ist, wenn ich auch die perfekt al dente gekochte Pasta mit Eierschwammerln beim Fischer famos gefunden habe. Aber wie heißt es so schön: Jedem Tierchen sein Plaisierchen.

 

 

Das Kursbuch
Der Platz ist in die Jahre gekommen – für einen Golfplatz ein durchwegs positives Zeichen. Was diesem designtechnischen Schmuckstück aber immer noch fehlt, ist der letzte Schliff, was die Pflege betrifft. Die Fairways, von sorglos verlegten Drainagen gequert und optisch in eine Waschrumpel verwandelt, könnten durchaus liebevoller gemäht sein. Den Grüns fehlt’s ein wenig an Speed und Gleichmäßigkeit. Dazu kommen kleine Makel wie Abflussrohre, die bei den Teichen weit aus dem Wasser ragen.

Seltsam: Bei der zur Golfanlage gehörenden Akademie auf dem 9-Loch-Platz funktioniert das alles blendend. Vielleicht sollte man einen Technologietransfer innerhalb des eigenen Clubs anregen?

Spielerisch gibt der große Kurs einiges her, haben doch die Architekten-Brüder Gunther und Gerold Hauser dereinst die Spielbahnen gediegen in Teilen einer alten Moorlandschaft verlegt. Zart bis hart geknickte Doglegs prägen den Charakter und einige Holes laden zu riskanten Abkürzmanövern ein.

Etwa Loch 4, wo man vom Tee gut 50 Meter einsparen kann, geht man bei diesem linksgeknickten Hundebein den Weg links über die Fairwaybunker. Allerdings: Ein Hook darf dabei einem Rechtshänder nicht auskommen, sonst muss er Out-bedingt nachladen. Ebenfalls nachladen heißt es auf Loch 8, einem 318 Meter schlanken Par 4, nimmt man den Shortcut rechts über den Teich und einen Slice. Immerhin: Knapp 100 Meter Raumgewinn sind inkludiert. Für Longhitter lässt sich auch Loch 17, ein 475 Meter-Par-5, umfassend abkürzen: Wer den Drive zwischen den auf knapp 170 Meter stehenden Bäumen perfekt platzieren kann, hat nur noch rund 180 Meter vor, aber auch einen Teich zwischen sich und dem Grün. Die weniger gefährliche Umleitung führt links um den Teich herum.

Zu den optischen Highlights zählt unter anderem Loch 3, ein Hügelab-Par-4, das links vom Wald begrenzt wird, aber via rechts dank einer Böschung auch weniger gut getroffene Bälle fröhlich aufs Grün hoppeln lässt.

Auch Loch 14, einem recht hantigen Par 4 mit einem Biotop vor dem Grün, ist vom Tee weg ausgesprochen schmuck. Vorsicht ist in jedem Fall angesagt: Vom Abschlag weg gilt es, konzentriert zu agieren. Wer aus Vorsicht zu weit rechts zielt, hat keinen Schuss mehr ins Grün, links lauert das Out. Nicht minder knifflig spielt sich das folgende Par 3. Leicht abschüssig, aber 180 Meter lang und ebenfalls wassergeschützt.
Angenehm dann das Finale, sieht man von Loch 17 ab. Sowohl Loch 16 als auch die 18 spielen sich als kurze Par-4-Holes so, dass noch ein bisschen was an Score gut gemacht werden kann, sollte man zuvor ein paar Schläge liegen gelassen haben.

Akademisch Golfen

Auch für Anfänger ist Pörtschach, dank der sukzessive verbesserten Akademie, ein famoses Pflaster. Wurden in den Frühzeiten des Clubs nur fünf Loch angeboten und die noch dazu mit künstlichen Grüns zur Vermeidung von all zu groben Schäden durch die Rabbits, so erfreut heute eine schmucke, gut gepflegte 9-Loch-Anlage mit viel Auslauf auf der Range und den übrigen Übungsfacilities. Kaum wo lässt sich das kleine Golf-ABC g’schmackiger erlernen.

Adresse:
Golfstraße 2, 9062 Moosburg
Telefon:
+43 4272/834 86
Fax:
-
Email:
office@golfmoosburg.at
Webseite:
www.golfmoosburg.at
Präsident(in):
Peter Schrott
Manager(in):
Ernst Tscherteu
Sekretariat:
Sieglinde Hasitzka, Katja Pregl, Helene Duss, Tamara Pirker, Silvia Jäger
Öffentlich:
ja
Loch:
18 Loch
Par:
72
Länge:
5137 m bis 5862 m
CR Gelb:
70,8
CR Rot:
72,3
Slope Gelb:
120
Slope Rot:
124

Übungsanlage
 
Löcher:
9-Loch
Beschreibung:

Unsere Golfakademie ist mit 3 ausgezeichneten Trainern besetzt. Vom Einsteigerkurs bis zum VIP-Kurs bieten wir alles an.
Unsere Anlage bietet sowohl Anfängern als auch Profis ein „Schönes Spiel“!

Beheizte Range:
nein

Greenfee:
 
Art:
Tagesfee
Greenfee:
Mo–So € 75,–
9-Loch € 35,–
Golfkarten:
Alpe Adria Golf Card
Nur Rangefee:
€ 5,50 inkl. 30 Rangebällen

Golfschule:
ja
Name:
Golfakademie Moosburg
Telefon:
+43 4272/834 86 16
Email:
akademie@golfmoosburg.at
Internet:
www.golfmoosburg.at
Headpro:

Jonathan Mills
25 Min. € 30,–

Pro:

Freddy Sieker, Marco Lamberger
25 Min. € 28,–

PE-Kurs:
ab € 99,–
Golfschnuppern:
ja
Datenstand: 2016-05-10

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