101 GC Donnerskirchen [1]

LINKS-GOLF IM BURGENLAND – Nach den Überschwemmungen ist dem Klassiker am See eine Verjüngungskur widerfahren. Der Links-Charakter wurde aufgewertet; durch die neuen strategischen Herausforderungen und – bei Bedarf – mehr Länge können auch Elite-Turniere wieder kommen.


Zwischen Weingarten und See – der GC Neusiedlersee Donnerskirchen ist ein echter Links-Course.

Einem reißenden Wildbach gleich haben sich die Wassermassen nach dem Dammbruch über den Golfplatz ergossen, und bis zu einem Meter hoch ist die erstickende Brühe wochenlang über den Fairways gestanden, als der GC Donnerskirchen vergangenes Jahr ein Opfer der katastrophalen Regenfälle wurde. „Es war nicht klar, ob wir überhaupt noch einmal von vorne beginnen sollen. Wir haben auch einige Mitglieder verloren – die haben gesagt, das wird nie mehr was“, schildert Günter Nemeth, der seit einem knappen Jahrzehnt Manager am Platz ist und nun hauptverantwortlich für die Neuinterpretation des Links-Klassikers. Im Clubraum stehen wir tiefgebeugt über Kopien der Originalpläne, die durch bunte Linien quer über den Platz ergänzt sind. „Wir haben uns die alten Pläne von Architekt Rossknecht genau angeschaut und uns überlegt: Was hat er machen wollen? Bei allen Umbauten war es uns wichtig, behutsam mit dem Charakter der Anlage umzugehen“, erläutert Nemeth.

Nachdem die Verantwortlichen schon vor einigen Jahren korrigierend über den Platz gegangen waren und damals vor allem verwachsene Hindernisgrenzen vom Schilf befreiten, war der Neubeginn nach der Überschwemmung Anlass, intensiver in das Layout einzugreifen. Fest stand, dass man umfassend neu drainagieren wollte. Dazu bedurfte es entsprechender Entlastungsgerinne, die das auf den Fairways gesammelte Wasser Richtung See abführen sollten. Indem sie die rund zwei Meter breiten „swales“ an manchen Stellen bewusst ins Spiel bringen, haben Nemeth und die Golfplatzbauer von Pittel & Brausewetter die Not zur Tugend gemacht. „Unsere Vorbilder waren die großen schottischen Linkskurse wie Carnoustie oder St. Andrews“, schildert der in ¬Sachen Golf weit gereiste und erfahrene Clubmanager.

 

 

 

 

Die Umbauten im Detail
Vor den Grüns der Löcher 12 und 18 verläuft nun ein Graben, die Drives auf den Löchern 1 und 10 sind durch frontales und seitliches Wasser gefährdet, und die 18 hat auf der gesamten Länge ein Bacherl auf der rechten Seite bekommen. Doch der Platz wurde nicht nur schwieriger gemacht. Auf der 13, dem fantastischen Doppeldogleg mitten im Schilf, wurde in der Drivingzone links mehr Platz geschaffen, was aggressives Spiel vom Tee fördert. Als die Maschinen schon am Platz waren, wurden einige neue Championship-Tees installiert, damit der Platz – bei Bedarf – auch von der Länge her wieder Tourniveau hat. Mit der Ausrichtung eines Challenge-Tour-Turniers 1993 und 1994 – Champion im zweiten Jahr war damals der noch junge Michael Campbell (NZL) – hat man sich in die ewigen ¬Statistiken des Profigolfs eintragen können.

Dass der Kurs jedenfalls hat gerettet werden müssen, verlangte das landschaftliche Kapital der Anlage. Im schwer zu bewirtschaftenden Grenzland zwischen Ackerbau und Schilfgürtel entspricht die Lage den Links-Plätzen in Schottland, wo in den Wiesen zwischen den Dünen das moderne Golfspiel seinen Ursprung gefunden hat. Neben den sanften Ondulationen der Grünaufbauten hat Donnerskirchen eine weitere Gemeinsamkeit mit den britischen Wurzeln. Oft bläst der Westwind übers Leithagebirge, und wenn er weht, dann richtig. Shotmaking à la Linksgolf, Platzkenntnis und eine ausgefeilte Strategie sind notwendig, um die Wiese bei Wind zu knacken – ganz wie in Schottland.

Jetzt steht Nemeth auf einem der neuen Backtees und freut sich zu Recht auf den Neustart: „Es macht einen Riesenspaß, zu sehen, was in so ¬kurzer Zeit alles geschehen ist. Vor einem Jahr sind hier noch die Tief¬lader gefahren, und wir haben uns nicht vorstellen können, dass es noch einmal weitergeht.“ In Verbindung mit dem reichen Kulturangebot, der bodenständigen Kulinarik und viel Wassersport in der Umgebung bietet sich Donnerskirchen nach dem kleinen Umbau umso mehr als Ausflugs- und Kurzurlaubsziel an.

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Adresse:
Am Golfplatz 1, 7082 Donnerskirchen
Telefon:
+43 2683/81 71
Fax:
+43 2683/81 71-4
Email:
golf@gcdonnerskirchen.at
Webseite:
www.gcdonnerskirchen.at
Präsident(in):
Holger Stefanitsch
Manager(in):
Günter Nemeth
Sekretariat:
Irene Wiedermann
Öffentlich:
ja
Loch:
18 Loch
Par:
72
Länge:
5285 m bis 5957 m
CR Gelb:
71,8
CR Rot:
73,9
Slope Gelb:
130
Slope Rot:
130

Übungsanlage
 
Löcher:
3
Beheizte Range:
nein

Greenfee:
 
Art:
18-Loch-Fee
Greenfee:
Mo–Do € 50,–
Fr € 60,–
Sa, So, Fei € 80,–
Nur Rangefee:
€ 10,–

Amateur:
-
Schlagzahl/Jahr:
-
Pro:
-
Schlagzahl/Jahr:
-
Golfschule:
ja
Name:
Mag. Albrecht Kaplan
Telefon:
0650/663 32 77
Email:
a.kaplan@aon.at
Headpro:

Albrecht Kaplan
25 Min. € 32,–

Pro:

Golfschnuppern:
ja
Datenstand: 2016-05-10

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Kommentare

Ein Kommentar zu “101 GC Donnerskirchen”
  1. KPH sagt:

    Habe an einem wunderschönen (windarmen) Montag abgeschlagen-
    alles herrlich vom freundlichen Personal bis hin zur Platzpflege und
    vor allem der Anlage her: Herausfordernd-landschaftlich wunderbar-
    nachteilig nur das eigene Handycap, weil das Wasser kaum Bälle wieder los lässt.
    So wie ich von diesem Platz.
    MbGr
    KPH

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