4Ball-Challenge

Wenn verlieren Spaß macht [0]

Verlieren ist nie lustig, es kann aber dennoch Spaß machen, weiß Vierball-Reporter Georg Engl.

Ein Bild aus entspannteren Zeiten. Mag. Georg Engl bei einer Golfrunde im Australien-Urlaub 2010.

Mein lieber Partner Hans-Peter Mayr und ich, seit vielen Jahren durch das gemeinsame Hobby Bridge miteinander befreundet, wollten bereits im Vorjahr die Saab-Challenge gewinnen. Dabei haben wir aber leider nicht bedacht, dass es unendlich viele, bessere Golfspieler gibt, noch weniger, dass man auch die Regeln studieren sollte, nach denen dieser Bewerb gespielt wird. Wenn man dann auch noch das Pech hat, ein Paar aus dem Böhmerwald zugelost zu bekommen, das nur auf einen Regelverstoß wartet, ist einem dieser Bewerb ein bisschen verleidet. Ein solcher Regelverstoß ist uns natürlich auch passiert. Loch 13 hatten wir nach mehreren Katastrophenschlägen nicht fertig gespielt. Aber, und Bridgespieler neigen manches Mal zur Selbstkritik (zur Selbstüberschätzung ohnedies des öfteren), diese Niederlage im Vorjahr hatten wir uns auf Grund der fehlenden Regelstudie wohl selber zuzuschreiben.

Daher war es klar, diese Scharte der Dummheit wird im nächsten Jahr ausgemerzt. Schließlich wollten wir nicht die einzigen Bridgespieler bleiben, die im Golf keine Erfolgserlebnisse haben (Anmerkung: In den Staatsmeisterlisten für Golf finden sich einige Namen, die diese Ehre auch im Bridgesport erreicht haben). Anmelden, Auslosung abwarten, Termin vereinbaren, spielen und schon ging es los mit der Saab-Vierball-Challenge 2011. Die Auslosung brachte uns Vater und Sohn (15 Jahre) Karl (Hcp 13) und Gabriel Söllinger (Hcp 36) aus dem Salzkammergut, gespielt wurde in Bad Ischl, einem der ältesten Golfplätze in Österreich. Das Wetter war prächtig, 30 Grad sind ohnedies die ideale Temperatur für eine Golfrunde zur Mittagszeit und der Flight war ein netter. Sportlich fair war auch die Einstellung unserer Gegner, die mich die Runde mit einem Cart spielen liessen (ein Fersensporn ist nicht die geeignetste Verletzung für eine Golfrunde) und um 12.00 Uhr war es soweit. Start auf Loch 1 und gleich 2 Schläge Vorsprung; so könnte es ruhig weitergehen, dachte ich mir. Leider ist es bis zum Schluß unsere einzige Führung geblieben, denn ab Loch 2 ging es bergab. Nicht nur, dass dieses Loch (zum Klubhaus gespielt) wirklich bergab gespielt wird, sondern unser Spiel funktionierte nicht so, wie wir das gedacht hatten. Hans-Peter verzog den ersten Abschlag auf der 2 ins seitliche Out, ich den zweiten Schlag statt auf das Grün ins seitlich davor liegende Wasser. Und die Söllingers; Golf vom Feinsten. Karls Abschlag kurz vor das Grün, Gabriels Schlag aus fast unspielbarer Lage auf das Grün; uns schwante bereits, was auf den kommenden Löchern noch alles auf uns zukommen würde. Dazu kam, dass auf den ersten sechs Löchern mein Partner ein bisschen mit sich kämpfen musste und ich die Punkte „retten“ musste; ich hatte mir das aber ganz anders vorgestellt. Peter scorte regelmässig und ich spielte drei bis vier Löcher Par, somit über meinen Möglichkeiten (nach meinem Girlie beim ersten Abschlag war wenigstens die Getränkefrage nach dem Spiel sehr rasch geklärt). Tja, zweitens kommt es anders und erstens als man denkt. Karl und Gabriel spielten ihr Spiel, ergänzten sich während der gesamten Runde ausgezeichnet und ließen sich durch uns leider nicht anstecken, auch einmal ein bisschen schlechter zu spielen. Wahre Zauberschläge der beiden wurden von uns bestaunt und schon bald war klar, wer die nächste Runde erreichen wird; das Ergebnis von 65:83 spricht ohnedies Bände.

Wir haben nicht gerne verloren, aber verdient, weil die Söllingers ganz einfach um „Klassen“ besser waren; die Niederlage hat aber nicht geschmerzt, weil es über 18 Löcher ein faires und nettes Match war und wir zwei neue Golffreunde gewonnen haben. Die Revanche wurde bereits ausgemacht, dieses Mal im Innviertel. Peter und ich werden trainieren, um wenigstens ein bisschen dagegen halten zu können. Ob wir eine Chance haben, zu gewinnen, wird sich zeigen. Ganz sicher werden wir aber Spaß haben und das 19. Loch dann auch etwas länger geniessen. Den beiden noch viel Glück für den weiteren Bewerb.

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