4Ball-Challenge

Sturm in Hainburg [0]

Die Begegnung fiel im wahrsten Sinne des Wortes beinahe ins Wasser… verkündet Vierball-Reporter Lucian Rehm eine wetterbedingt ziemlich stürmische Begegnung.

Gruppe 7 – Runde 1:
Flora Stiglechner & Lucian Rehm (GC Brunn/Gebirge) vs. Helmut Omenitsch & Josef Schradmayer (GC Hainburg)
Spielort: GC Hainburg

 

 

Die Begegnung fiel im wahrsten Sinne des Wortes beinahe ins Wasser. Der Platz des GC Brunn am Gebirge stand nämlich mehr oder weniger unter Wasser und war zum vereinbarten Termin gesperrt. So trug man die Partie kurzerhand im Heimatclub Hainburg des gegnerischen Teams von Helmut und Josef aus. Flora und Lucian nahmen die Herausforderung auf dem fremden Platz gerne an und die guten acht Windstärken mit frischen zwölf Grad machten wenigstens den Platz mit dem Spitznamen „Gelsenkirchen“ zur moskitofreien Zone. Weniger bekannt ist, dass der Golffreund in Hainburg sich nicht nur spielerischen Herausforderungen zu stellen hat , sondern auch eine gute Kondition beweisen muss.  Viele Höhenmeter gilt es nach oben und unten in einer hochgebirgsartigen Landschaft zu überwinden. Diese erinnert eigentlich mehr an Tirol, als an die sonst eher flache niederösterreichische Umgebung.

Team Flora/Lucian ging auf Loch 1 gleich mit einem Pitch tot zur Fahne in Führung, doch war diese durch ein Bogey beim nächsten Loch wieder verspielt. In dieser Art ging es auch auf den nachfolgenden Löchern weiter und jede Führung wurde von den stark spielenden Gegnern wieder ausgeglichen. Dann aber sicherte sich Lucian mit einem Gegenwind-Monsterdrive auf Loch 4 mit anschließendem kurzen Eisen gegen Sturmböen einen kurzen Birdieputt, der nach gründlicher Grünreinigung von weißen Blüten und aus der Au geflohenen Kleintieren zur Führung fiel. Doch Helmut und Josef ließen danach nichts mehr anbrennen und spielten auch bei Loch 6 „easy Par“. Im Gegensatz dazu entschieden sich Flora und Lucian auf diesem gemeinen Par3, wenn auch etwas unfreiwillig, für die beiden linken Bunker, die bedrohliche Ähnlichkeiten mit den Reisterassen von Bali hatten. Während Lucian sehr grünschonend herausspielte, schaffte es Flora mit einem Pitch und „unmöglichen Putt“ vom Vorgrün, noch das Par zu retten und die Führung auszubauen. Dann gelang Helmut bei Loch 9 die Sensation: er spielte mit Rückenwind und etwas „lucky bounce“ fast ein Hole-In-One(!). Dabei fehlten zum Ass nicht einmal 15cm, ein Tap-In zum Birdie war die Folge und damit der Gleichstand zur Halbzeit. Dabei fiel es kaum auf, dass jedes Team nach den ersten neun Löchern nur vier Schläge über Par lag.

Auf Loch 10 holte Lucian mit einem „gefühlten Birdie“ wieder einen Schlag Vorsprung für das Duo Flora/Lucian heraus, doch schaffte Helmut bereits 3 Löcher später mit einem sehr guten Par wieder den Ausgleich, da sich Lucian überwiegend im Wasser aufhielt und Flora überraschend einen kleinen Durchhänger erlitt. Immerhin lochte sie noch einstellig ein! Die zweiten neun ließen die Teams immer mehr die Botanik des Platzes entdecken, doch trotz einiger Einbrüche aller Kontrahenten gab es bei Loch 14 wieder Gleichstand. Eine Vorentscheidung war das Tap-In-Birdie von Lucian auf der 15, da sich Flora und Helmut durch „Spielen des falschen Balls“ aus der Entscheidung heraushielten und Josef nur das Bogey retten konnte. Bei Loch 17 sah alles wieder nach Egalité aus, doch vermeintliche Bälle von Flora und Lucian im Aus entpuppten sich dann doch als spielbar und die schwierige 18 musste nun für den Showdown herhalten. Für Kenner genau das richtige Loch für eine ultimative Entscheidung: der Blick vom nach oben versetzten Abschlag aufs Grün verriet eine ermutigende  Distanz von 188 Meter über einen Teich, entlang einer Ausgrenze auf das hinten vom Clubhaus begrenzte Grün; das alles natürlich bei starkem Wind von schräg vorne. Die Nerven beider Teams waren aufs Äußerste strapaziert. Lucian entschloss sich, sein gut getroffenes 4er-Eisen mitten in den Teich verblasen zu lassen, Josef schoss sich und den Ball ins Aus. Dafür hatte Helmut noch die Chance auf den Gleichstand mit einem langen Putt zum Par. Doch Flora zeigte unter Druck ihr bestes Golf, ließ alle ihre Lieblingsschläger im Bag stecken und folgte beinhart der Strategie durch konservatives Vorlegen. Ein sensationeller Pitch mit gelochtem Putt reichte zum Par und führte zum wohlverdienten Sieg. Damit ging eine windige Hainburger Runde mit dunklen Wolken am Himmel, dafür ohne Gelsen, für das Team Flora/Lucian erfreulich zu Ende.

Einen besonderen Glückwunsch an Helmut und Josef, die absolut fair kämpften und ein hartes Duell mit guten Schlägen bis zum letzten Loch lieferten.

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