Donnerstag 2. August 2012, 21:29 Uhr

App-solut fantastisch [0]

Über den eigenen Score lückenlos Buch führen? Die eigenen Stärken und Schwächen schwarz auf weiss vor sich sehen? Mit den neuen Golf-Apps kein Problem.

Eines gleich vorweg: Durch Golfapplikationen auf dem Smartphone werden Sie Ihr Handicap nicht verbessern. Sie werden allerdings schonungslos – vorausgesetzt Sie sind ehrlich zu sich bei der Eingabe – mit Ihren Schwächen konfrontiert. Und diese Erkenntnis ist ja bekanntlich der erste Schritt zum besseren Spiel. Rund um den Golfsport gibt es weit mehr als 300 mehr oder weniger sinnvolle Applikationen. Wir haben die Kategorie Rangefinder & elektronische Scorecards genauer unter die Lupe genommen und die drei vielversprechendsten, kostenlosen Applikationen ausgiebig getestet.

 

Golfshot & Golfshot Lite

Diese Applikation gibt es für Apple und Android Smartphones. Neben einer einfach zu bedienenden Scorecard-Funktion zeichnet diese App vor allem ein akkurates Analysetool aus. Weltweit wurden dafür mehr als 38.000 Golfplätze kartiert. Österreich ist, mit 198 aufgenommenen Golfanlagen, de facto komplett abgedeckt. Von den 198 heimischen Golfplätzen sind bei allen die Scorekarten hinterlegt, bei rund 80 Prozent wurden auch Luftbilder sowie GPS-Ziele exakt eingegeben. Und hier liegt auch einer der Unterschiede zur Kaufversion (22,71 €): Während die kostenlose Lite-Version nur als elektronische Scorecard sowie Analysetool verwendet werden kann, ist die Kaufversion zusätzlich ein vollwertiges, digitales Yardage Book mit Schlagweitenmessung, durchschnittliche Schlägerlängen und Entfernungsangaben.

Die Eingabe der jeweiligen Schlaganzahl, Bunker- und Strafschläge, Anzahl der Putts sowie Fairwaytreffer (Mittig, links, rechts, kurz und lang) erfolgt bequem über ein virtuelles Drehrad, das auch mit nur einer Hand einfach zu bedienen ist.

Hat man alle Schläge auf allen 18 Löchern eingegeben, wird automatisch eine detailliert ausgefüllte Scorekarte inklusive Anzahl der Fairwaytreffer (total und in Prozent), Green in Regulation (total und in Prozent) sowie Anzahl der Straf- und Bunkerschläge erstellt. Eine detaillierte Analyse, basierend auf den eingegebenen Daten, wird automatisch am Server von Shotzoom (Entwickler) erstellt und kann jederzeit abgerufen werden. Dazu muss man vorab ein Konto bei Golfshot anlegen. In diesem passwort-geschützten Konto werden die Scorekarten und Statistiken von allen gespielten Runden gesichert und können bei Bedarf via E-Mail versendet werden.

Diese Analysen sind grafisch ansprechend aufbereitet und sehr aussagekräftig: Unter anderem werden Fairway-Treffer, Fairway links oder rechts verfehlt, getroffene Grüns, Sand-Saves, Putts pro Loch, Recovery Scrambling, durchschnittliche Punkte und der durchschnittliche Score bei Par 3, 4 und 5 ausgewertet. Jede statistische Kategorie wird dabei als Kreis- oder Balkendiagramm angezeigt. Die gesammelten Daten können nach Anzahl der Runden, einem gewissen Zeitraum oder einem bestimmten Golfplatz ausgegeben werden. Ein nützlicher Punkt, der in den Einstellungen an- und ausgeschalten werden kann ist das automatische Handicap. Es aktualisiert das Handicap nach jeder Runde vollautomatisch, womit man am Ende der Saison sein wahres Handicap kennt!

 

Swing by Swing Golf

Die Swing by Swing Golf Applikation ist eine kostenlose Software für Apple, Android Smartphones und Blackberrys. Die Entwickler haben derzeit weltweit über 34.000 Golfanlagen, knapp 50 davon in Österreich, implementiert. Sie inkludiert einen Range Finder (Luftaufnahme jedes Lochs) sowie eine Basis Scorekarte. Für 14 US-Dollar pro Jahr kann man zusätzliche Scorekartenfunktionen sowie einen Club-Tracker (durchschnittliche Schlagweite jedes einzelnen Schlägers im Bag) erwerben.

Die Eingabe ist ident mit dem Golfshot Lite, unterscheidet sich in der Methode aber grundsätzlich: Während man bei Golfshot Lite ein praktikables, virtuelles Einstellrad zur Verfügung hat, muss man bei Swing to Swing jeden Schlag über den Touchscreen des Mobilephones bestätigen. Auch die Auswertungen und Statistiken sind bei beiden Tools ähnlich.

 

mScorecard

mScorecard ist die einzige der drei Apps, die neben Apple, Android und Blackberry auch auf Windows Mobilephones funktioniert. Die Software ist intuitiv aufgebaut und besticht durch ein hervorragendes User-Interface. Wie bei den beiden anderen Applikationen muss man sich auch hier registrieren, um in den Genuss aller Funktionen zu kommen. Die Entwickler haben derzeit 20.064 Golfplätze in ihrer Datenbank. Erfreulich, dass auch alle heimischen Plätze dazugehören.

Die elektronische Scorekarte ist optisch wie das gedruckte Pendant und muss wie bei den beiden vorher beschriebenen Applikationen pedantisch ausgefüllt werden damit die Spielanalyse schlüssig und aussagekräftig ist. Die Analysen werden ebenfalls auf dem Server des Anbieters zwischengespeichert, sind informativ, reichen aber optisch nicht an jene von Golfshot & Golfshot Lite heran. Auch hier gibt es eine Premium-Version (0,99 US-Dollar/Monat) mit der Sie unlimitiert Runden am Server abspeichern können. In der kostenlosen Version sind es maximal 25 Runden.

Für alle Rangefinder Applikationen gilt: Wenn man die GPS Funktion nutzt, ist die Anwendung ein echter Stromfresser. Bei den von uns genutzen Smartphones (Apple iPhone 4 & Samsung Galaxy Note) war nach einer 18-Loch-Runde die Akkukapazität zu 50 Prozent erschöpft. Es empfiehlt sich daher vor einer Runde den Akku voll aufzuladen oder ein externes Batteriepack mitzuführen. Manche E-Trolleys haben übrigens serienmäßig bereits einen Stromanschluss für Smartphones integriert, wodurch das Thema Akkukapazität hinfällig wird.

Resümee

Alle von uns getesteten Programme sind praxistauglich und bieten einen echten Mehrwert sofern man die gewonnenen Erkenntnisse aus der Analysefunktion in sein Training einfließen lässt. Alle drei Applikationen bieten mehr oder minder die gleichen Funktionen und unterscheiden sich nur in der Handhabung, der optischen Aufmachung und den Funktionen der kostenlosen Basisversion. Hat man die Apps erstmals in Verwendung, ist die Suchtgefahr praktisch vorprogrammiert: Diese Programme wecken einerseits den Spieltrieb und fördern den Ehrgeiz bei der nächsten Runde noch besser zu spielen.

Von allen getesteten Programmen ist Golfshot Lite unserer Meinung nach das am einfachsten zu bedienende und auch ausgereifteste Programm. Es besticht durch seine aussagekräftigen und grafisch perfekt aufbereiteten Analysen, der Implementation von praktisch allen österreichischen Golfplätzen sowie der Systemstabilität: Es war  das einzige Programm, das während des Testzeitraumes keinen Systemabsturz verursachte. Der Kauf der Vollversion empfiehlt sich, wenn man oft auf unbekannten Plätzen spielt und sich die Anschaffung eines gedruckten Yardage Books sparen möchte. z

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