Sabine Schauer [0]

Die Zeit als Feind

Sabine Schauer ist bei Henkel für quasi die halbe Welt zuständig – als Leiterin der Unternehmenskommunikation. Die andere Hälfte, nämlich die USA, wo sie während einer Job-Rotation mehr als ein Jahr lebt, bringt der gebürtigen Kärntnerin Golf in einer neuen Dimension nahe. Aber: Noch muss das Handicap warten.

Fotos: Kurt Pinter

Aus der Golfrevue 4/2010

Golf – ein Thema, mit dem Sabine Schauer von dem Moment an in Berührung kommt, da sie bei Henkel 2001 – davor war sie als Journalistin unter anderem bei der „Kärntner Wirtschaft“ tätig – ihre steile Kar- riere startet: Das Unternehmen ist Sponsor eines großen Medien- Golfturniers, also bekommt die Kärntnerin quasi vom Start weg diesen Event „umgehängt“. Und weil die heute 37-Jährige keine halben Sachen macht, nimmt sie Golf so ernst, dass sie es bald darauf lernt. Schauer: „Zunächst, um ein wenig mitreden zu können. Es war für mich damals, als ich noch nicht Golf gespielt habe, faszinierend, dass man sich Stunden über eine Golfrunde unterhalten kann.“
Heute, Schauer spielt mittlerweile Handicap 32,9 – „Hätte ich mehr Zeit, wäre es vielleicht besser“ –, kann sie das Memorieren von Runden besser nachvollziehen. Für sie selbst wäre ein Handicap von unter 20 ein klei- ner Wunschtraum, wiewohl dieser angesichts ihres neuen, zusätzlichen Jobs – neben den CEE-Ländern ist Schauer nun auch für den Nahen Osten und Nordafrika zuständig – noch länger ein solcher bleiben wird. Was der Verbesserung des Handicaps ebenfalls im Weg steht: Turniergolf ist nicht gerade die große Passion der Kommunikationsfachfrau. Schon eher eine gemütliche Runde mit Freunden. Das, so Schauer, sei eine der Kraftquellen und der ideale Ausgleich zu ihrem Beruf, wiewohl sie das Kommunikative an Golf schätzt und es dabei ein wenig mit Watzlawick hält. „Auf einer Runde interagiert man ständig und erkennt, wie jemand mit Frust umgeht oder mit Erfolg. Dazu kommen die Körpersprache und das Eingehen auf die Flightpartner. Golf ist ein perfektes Biotop der Kommunikation“, weiß Schauer.

Das etwas andere Golf

In den Jahren 2007/2008 verschlägt es die Doktorin der Medienwissenschaft im Zuge einer Job-Rotation zu Henkel of Americas just ins Paradies für Golfer: Scottsdale, Arizona – wir sagen nur Greyhawk, Troon North, TPC at Scottsdale etc. – wird für über ein Jahr ihre Heimat, und Golf bekommt eine neue Dimension: Niemand fragt nach einem Han- dicap, die Runde dient einzig und allein dem Vergnügen. „Wenn ich mit Kollegen Golf gespielt habe, ging es nur darum, vielleicht einmal unter 100 Schlägen zu bleiben.“ Von dieser Lockerheit ist Schauer, nicht nur als Golferin, begeistert: „Es war spannend, den Vergleich zwischen Problemlösungen in Europa und den USA zu ziehen. Die Amerikaner sind entscheidungsfreudiger und packen ein Problem an, bei uns in Europa werden erstmal die Dinge lang und breit besprochen.“ Zum Abschluss ihres Amerika- Auftenthaltes, den die Kommuni- kationsarbeit für das Henkel- Sponsorship der Eishockey-Welt- meisterschaft in Kanada krönt, gönnt sich die Kärntnerin noch ein weiteres Golf-Paradies: Ein paar entspannende Tage auf Hawaii, garniert mit Runden auf so berühmten Plätzen wie Kaana- pali, brennen sich tief in das golferische Gedächtnis von Sabine Schauer: „In dieser Hinsicht ist Golf wirklich einzigartig.“

Eine Zeitung für die Nachbarn

Henkel Österreich hat – schon vorausschauend früh – Mitte der 1980er-Jahre begonnen, Standorte beim östlichen Nach- barn aufzubauen. Von der Öster- reichzentrale aus, zu der auch eine Produktionsstätte mitten im 3. Wiener Gemeindebezirk ge- hört. Um die Anwohner über die Aktivitäten am Laufenden zu halten, hat Schauer eine eigene Zeitung für die Nachbarn der Zentrale herausgegeben: „Schließlich wollen wir, dass die Anrainer über Henkel informiert sind. In der Zeitung berichten wir natürlich über Neuigkeiten vom Standort im 3. Bezirk, aber auch über die Produktvielfalt von Henkel.“ Tatsächlich trägt der Weltkonzern – weltweit beschäftigt Henkel 50.000 Menschen – im übertrage- nen Sinn einen Bauchladen vor sich her: Vom Wasch- und Geschirrspülmittel (Persil, Somat) über Duschgel (etwa Fa) und Haarpflege (Schwarzkopf ) bis hin zum Klebstoff (Pattex) reicht die Bandbreite der Produkte, die allesamt im Haushalt Anwendung finden – und darüber hinaus. Schauer: „Was die wenigsten wissen: Henkel ist einer der Marktführer bei Industrieklebstoffen, die in den meisten elektronischen Geräten und in der Automobilindustrie zum Einsatz kommen.“

Henkel & Charity

Mit rund 7,5 Millionen Euro (Zahlen aus dem Jahr 2008) an Charity-Geldern engagiert sich der Konzern auch weltweit stark im sozialen Bereich. In Österreich wird dafür unter anderem mithilfe eines eigenen Golfturniers, der Henkel Smile Trophy, Geld gesammelt. Schauer, die nunmehr von Wien aus 32 Märkte mit 500 Millionen Konsumenten in Mittel- und Ost- europa sowie Zentralasien als Leiterin der Unternehmenskom- munikation bedient: „Das Turnier hat mittlerweile Tradition und hilft Henkel-Smile, einem Social- aid-Programm von Henkel bei dem MitarbeiterInnen den Ärmsten der Ärmsten helfen“.

 

 

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