Robert Kanduth / GREENoneTEC [0]

Der Sonne entgegen

 

Robert Kanduth, Boss der Kärntner Firma GREENoneTEC, setzt seit 1991 auf die Kraft der Sonnenenergie. Im Golfsport hat Kanduth den perfekten Ausgleich zu seinem immer stressigeren Leben gefunden.

Es ist nicht ganz die Vom-Teller­wäscher-zum-Millionär-Story, eindrucksvoll ist der Lebenslauf von Robert Kanduth aber allemal: 1991, der Kärntner ist Produktionsleiter bei Philips und hat dort bereits etliche Innovations­preise gewonnen – „Ich habe mich schon damals über jeden Fehler im Fertigungsprozess geärgert, als wäre es mein Geld“ –, macht er sich mit Sonnenkollektoren „halb selbständig“.
„Ich habe nebenher das Business aufgebaut, immer mit dem Wissen, dass ich mit meinem Gehalt alles zurückzahlen kann, sollte ich mit der Idee Schiffbruch erleiden“, erzählt Kanduth von den Anfängen, die ein wenig an Bill Gates erinnern: Auch Kanduth startet seine zweite Karriere in einer Garage, wo er die ersten Sonnenkollektoren selbst ­zusammenbastelt.
Golf entdeckt der unfassbar quirlige 47-Jährige schon vor gut 15 Jahren, bei einem ­Urlaub in Bad Kleinkirchheim. Quasi nebenbei. Heute hat sich Golf beim Handicap-18-Spieler einen Fixplatz gesichert. Aus gutem Grund. Kanduth: „Bei allem, was ich mache, egal ob ich Laufen oder Radfahren gehe, denke ich immer an die Arbeit. Da hat man Zeit dazu. Nur beim Golf denke ich nicht an die Arbeit, das sind vier Stunden Entspannung pur. Ich will dann auch mit niemandem über die Arbeit reden.“
Derzeit muss das Lieblingshobby aber ein wenig pausieren: Ein Geschäftsführer eines Tochterunternehmens hat quasi über Nacht das Handtuch geworfen, Robert Kanduth springt selber ein: „Zurzeit arbeite ich für zwei.“

Golf ohne Ärgern
Wenn es dann aber auf die Runde geht, steht der Spaß im Vordergrund. Klar ärgere man sich kurz über den einen oder anderen missglückten Schlag, so der oft als „Sonnenkönig“ zitierte Kärntner, aber das war’s auch schon. Und wenn’s mal ganz danebenlaufe, gebe es für ihn immer noch Tischfußball, lächelt Kanduth verschmitzt: „Da bin ich nämlich fast unbesiegbar.“ Auch mit dem Handicap nimmt er es nicht ganz so ernst, weil er nur allzu gut weiß, dass es ohne Fleiß keinen Preis gibt: „Wer hat schon die Zeit, sich stundenlang auf die ­Range zu stellen? Ich könnte wahrscheinlich locker ein Singlehandicap erreichen, müsste dafür aber meinen Job aufgeben.“
Was den innovativen Unternehmer am Golfplatz aber schon ein wenig aus der Fassung bringt, sind Schwindler: „Solche Menschen ärgern mich. Auch, weil ich selbst nicht konsequent genug bin, die Schummeleien ­anzusprechen. Es wird aber immer Golfer ­geben, die sich Vorteile erschwindeln wollen. Wenn ich mit solchen spiele, weiß ich genau, wie diese Menschen im Geschäftsleben ­ticken.“
Kanduth selbst bevorzugt am Golfplatz ­übrigens das Risiko: Sobald sich nur eine kleine Chance eröffnet, den Ball etwa auf ­einem Par 5 mit zweitem Schlag übers Wasser an die Fahne zu spielen, wird sie genutzt. So gab es auch schon zwei Eagles auf Par-4-Holes zu bejubeln, wobei einer erst im Nachhinein als solcher „aufgedeckt“ wurde, wie Kanduth amüsiert erzählt: „Auf Mauritius dachte ich, ich hätte einen Eagle gespielt, beim Eintragen stand aber auf der Karte, dass es ein Par 3 ist, also nur ein Birdie. Zwei Tage später hab ich den Platz noch einmal gespielt und bin draufgekommen, dass ich beim vorhergehenden Par 3 vergessen hatte einzutragen. Also war es doch ein Eagle. Wir haben mit zwei Tagen Verspätung gefeiert!“

Sonnenkraft fürs Clubhaus

Mit seinen mittlerweile 500 Mitarbeitern und über einer Million Quadratmetern produzierter Sonnenkollektoren zählt GREENoneTEC zu den Big Players im grünen Energiebusiness, mit dem Kanduth auch Golf erobern möchte: „Wir wollen in Seltenheim und Finkenstein mit Kollektoren arbeiten, weil eine Solaranlage perfekt für Warmwasseraufbereitung ist:
Im Winter ist ohnedies keiner im Club, da braucht man auch fast nichts. Die meiste Einstrahlung ist von Frühjahr bis Herbst, und ­damit amortisiert sich eine solche Anlage in drei bis fünf Jahren.“ Nach den Kernmärkten in Europa schickt sich der scheinbar ständig unter Strom Stehende an, Lateinamerika zu erobern: Ende Juni geht es nach Mexiko, wo der Weltmarktführer von Flachkollektoren nun Fuß zu fassen versucht.

 

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