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Damengolf macht Spaß

(aus GR 6/2007)

Erwin Hameseder, Generaldirektor der Raiffeisen-Holding und Raiffeisen Landesbank NÖ-Wien, musste zehn Jahre lang Golf einsickern lassen, ehe die Leidenschaft entflammte.

Heute schätzt der bekennende Fan des Damengolfsports die Vorzüge von Golf, das zwar nicht all zu oft, dafür aber mit Verve und Spaß betrieben wird.

Man stelle sich vor, jemand bekommt ein Golfbag geschenkt, lässt es dann zehn Jahre lang im Keller verstauben, um schlussendlich doch mit diesem Sport zu beginnen. So geschehen bei Erwin Hameseder, Chef der Raiffeisen-Holding. Ausschlag gab die Tatsache, dass immer mehr Freunde Richtung Golf abwanderten und auch seine Frau immer häufiger damit kokettierte. Der Familienrat beschließt, die Platzreife zu machen, gemeinsam. Als Location wählt man Ottenstein, wegen des feinen Rundumpakets und der geographischen Nähe zum Wohnort.

Eine Wahl, die zur Zufriedenheit aller ausfällt, wie der Banker heute noch schwärmt: „Ottenstein ist genau das, was ich mir von einem Golfclub erwarte: herrliche Landschaft, schöner Platz, eine hervorragende Gastronomie und nicht zuletzt mit John Carnegie ein grandioser Golflehrer.“

Diesen frequentiert Hameseder heute noch regelmäßig, weil er um die Wichtigkeit Bescheid weiß, speziell als Anfänger, und das, so Hameseder, sei man ja doch einige Zeit. „Die technischen Basics müssen immer wieder runderneuert werden“, weiß der Handicap-38-Golfer, dessen Ehrgeiz an die kaum verfügbare Zeit angepasst ist. Ziel für 2008, so Hameseder, sei „irgendwo in die Nähe von 30 zu kommen.“ Ein schwieriges Unterfangen, wie er selbst zugibt, wenn man auf kaum mehr als vier, fünf Turniere pro Jahr kommt. Da müsse einfach alles passen, weiß der Raiffeisen-NÖ-Wien-Generaldirektor.

Spaß ist übrigens von der ersten Minute dabei gewesen, weil die Abschläge funktioniert haben. Der Frust ist aber auch gekommen, wie bei jedem. „Nach einiger Zeit, ich hatte schon etliche Stunden bei John Carnegie hinter mir, ist plötzlich alles abgerissen und ich war voller Selbstzweifel: Bin ich zu untalentiert? Ist Golf doch nicht mein Sport?“, erinnert sich Hameseder.

Allerdings finden sich auf der Habenseite seiner kurzen Golf-Karriere auch schon drei Turniersiege in seiner Handicapgruppe, womit jeglicher Frust rasch weggefegt ist. Hameseder: „Das ist das Tolle an Golf: Auch mit einem hohen Handicap kann man gute Platzierungen erreichen und es ist auch der Beweis, dass das Training doch Sinn macht.“ Dabei betont der Banker auch die mentale Komponente, die über die Jahre Läuterung gebracht hat: Anfänglich oft über sein Spiel verärgert, steht seit heuer fast nur mehr der Spaß im Vordergrund. Dazu gehört übrigens auch die Runde mit seiner Frau – „Sie ist am Golfplatz viel ausgeglichener und daher auch besser als ich, obwohl wir dasselbe Handicap haben“ – oder guten Freunden: „Golf ist für mich die beste Gelegenheit, einen geruhsamen Tag in entspannter Atmosphäre zu verbringen. Dass dabei das Mentale, natürlich anders als im Beruf, aber doch anspruchsvoll ins Spiel kommt, gefällt mir auch. Der Kopf muss frei sein, um Platz für eine gute Runde zu haben.“

Um sich die entsprechende Zeit für dieses Hobby herauszureißen, bedarf es entsprechender Disziplin, die Hameseder gerne aufbringt. Auch, weil im Job Disziplin unabdingbar ist. Joggen, Hameseders liebstes Hobby, sei ja quasi jederzeit möglich.

Wie sehr der Banker Golf innerhalb seiner ersten drei Jahre verinnerlicht hat, beweist auch sein Engagement für karitative Aktionen, für die er via Golfturniere Geld sammelt. So gibt es etwa einmal im Jahr einen Charity-Event in Maria Taferl für die dortige Basilika – „Das habe ich heuer sogar gewonnen“, so Hameseder stolz – und eines in Ottenstein für das Europahaus in Pulkau.


Föhrenwald ist wichtig

Das Engagement für den Ladies European Tour Event ist aus mehrerlei Gründen zustande gekommen. Einerseits ist Raiffeisen in Niederösterreich tief verwurzelt, andererseits ist der Event im GC Föhrenwald wichtig, den Golfsport in Österreich weiter an Breite zu verschaffen.

Hameseder: „In jeder Sportart braucht es besondere Persönlichkeiten und Top-Veranstaltungen. Nur mit Hilfe solcher Aushängeschilder gelingt es, entsprechend Aufmerksamkeit zu schaffen. Und Sport ist in jedem Fall ein wichtiger Faktor für die Volksgesundheit, da gehört Golf eben auch dazu. Und das liegt uns am Herzen.“

Ebenso am Herzen, wie die Tatsache, dass es für Frauen in jeder Sportart schwierig ist, Sponsoren zu finden. Und auch da will Raiffeisen mit ihrem Engagement einen entsprechenden Schritt setzen. Denn die Leistung der besten Golferinnen Europas sei auf die selbe Stufe zu stellen, wie jene der Herren, bricht Hameseder eine Lanze für den Damengolfsport: „Es ist auch schön zu beobachten, wie viel amikaler es auf der Damentour zu geht und um wie viel näher die Fans diesen Top-Spielerinnen sein können. Das gibt es bei den Pros der European Tour kaum oder gar nicht.“

Dass er aus terminlichen Gründen auf einen Start beim Pro/Am in Föhrenwald, das er liebend gerne gespielt hätte, verzichten muss, nimmt er trotz aller Leidenschaft für Golf, gelassen: „Ein unverschiebbarer geschäftlicher Termin im Ausland macht es mir unmöglich dabei zu sein. Der Job geht eben vor.“

Apropos Job: Golf ist zwar, so sieht es der Banker, mittlerweile ein gewichtiger Wirtschaftsfaktor – vor allem auch in touristischer Sicht – geworden, als Schuhlöffel für Geschäfte am Green sieht Hameseder den Sport dennoch nicht: „Ich habe noch nicht einen einzigen Vertrag am Golfplatz abgeschlossen. Diese Geschichten sind oftmals eine Mär. Natürlich fällt auf einer Runde das eine oder Wort auch übers Business, aber das war es dann auch schon. Das gehört einfach getrennt.“

Genauso strikt wie das Thema „Geschäfte am Golfplatz“ lehnt der Raiffeisen-NÖ-Wien-Chef „unsauberes Zählen.“ Golf – und da sind wir wieder bei der Disziplin – lebt zu einem Teil auch von seinen Regeln, die ohne Wenn und Aber eingehalten werden müssen. Hameseder: „Die Golfregeln sind ein wesentlicher Bestandteil der Philosophie, die hinter dieser Sportart steckt und wenn jemand versucht zu mogeln, lässt das Rückschlüsse auf seinen Charakter zu. Ich muss mich ja auf meine Flightpartner verlassen können.“ Natürlich habe er als Anfänger hie und da Probleme beim Interpretieren derselben, ist aber dankbar, wenn ihm da erfahrenere Golfer zu Hilfe kommen. Und wenn ihm etwas auffällt, zögert er ebenfalls keine Sekunde, die Situation klar zu stellen. Beruflich verlässt sich Hameseder übrigens oftmals auch auf sein Bauchgefühl und seine Menschenkenntnis, mit der er bislang noch nie Schiffbruch erlitten hat: „Ich kann von mir behaupten, dass ich ausschließlich mit Menschen zusammenarbeite, die ich mag und zu denen ich daher rasch hohes Vertrauen entwickle.“

Aller Anfang ist schwer. Dass mit der Leidenschaft zum Golf auch die zum Golfurlaub entflammt ist, liegt auf der Hand. Und so kommt Hameseder, der in Österreich in drei Jahren bereits cirka zehn Plätze kennen gelernt hat, bei Destinationen wie Süd-afrika oder Mauritius ins Schwärmen: „In Durban haben wir in 12 Tagen acht tolle Plätze gespielt, wie etwa Wild Coast. Das war mein erstes intensives Golferlebnis. Aber auch der Langer-Kurs ,Le Touessrok‘ auf Mauritius hat mir sehr gut gefallen, obwohl er für mich extrem schwierig zu spielen war.“

In Österreich ist neben Ottenstein auch noch Bad Tatzmannsdorf einer seiner deklarierten Lieblinge. Wohl auch, weil er damals, als Raiffeisen noch Besitzer der Anlage war, ebenda sein Golfbag geschenkt bekommen hat. Ein Bag, das nun endlich seine Bestimmung gefunden hat.

Zur Person:

Mag. Erwin Hameseder
Generaldirektor Raiffeisen-Holding und Raiffeisenlandesbank
Niederösterreich-Wien
Geboren am: 28. Mai 1956
verheiratet, zwei Kinder
Handicap: Hcp 38
Mitglied im GC Ottenstein
Lieblingsplätze in Österreich: Ottenstein, Schloss Schönborn, Bad Tatzmannsdorf
Lieblingsplätze im Ausland: Le Touessrok/Mauritius, Wild Coast/Südafrika

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