Manfred Huber [0]
Bilanzierte Lebensfreude
Course management macht sinn, aber Spass muss sein: EURAM-BANK- Vorstandsmitglied Manfred Huber erzählt von Disziplin, Freude und Sean Connery, mit dem er schon gegolft hat.
Fotos: Kurt Pinter
Aus der Golfrevue 1/2010

Wenn es um Golf geht, fällt bei Manfred Huber häufig der Aus- druck Lebensfreude. Etwas, das sich das Vorstandsmitglied und der Mitbesitzer der Euram Bank zeitbedingt jedoch nicht allzu oft leisten kann. „Wir haben Niederlassungen in Monaco und Dubai und ein gesund wachsendes Unterneh- men. Da ist im Moment der Golfsport ein wenig auf Eis ge- legt“, erklärt Huber, der seit 25 Jahren im Bankengeschäft ist, von Beginn an bei der Euram Bank an Bord war und 2006, gemeinsam mit drei Kollegen, die Bank schlussendlich mitübernommen hat.
In homöopathischen Dosen sei Golf daher im Vorjahr auf dem Programm gestanden, unter anderem stand Hubers bislang einziger Einsatz bei einer großen Meisterschaft an: Für seinen Heimatclub Adamstal spielte der 45-Jährige bei den MidAm- Mannschaftsmeisterschaften mit – und schaffte mit dem Team den Aufstieg. Ansonsten beschränkt sich der Handicap-6- Spieler auf Spaßrunden mit Freunden, nur hie und da wird ein Turnier eingestreut. „Ich bin weder handicapfixiert noch scoregetrieben, Golf sollte einfach nur Spaß machen“, kokettiert Huber, wenngleich er zugibt, dass ein gewisser Ehrgeiz ihn früher deutlich mehr an- getrieben habe. Von allein geht nix, schon gar nicht im Golf. Mit der richtigen Einstellung kann man alles schaffen – ein Credo, das den Banker seit jeher begleitet.
Auch als man die An- fänge der Euram Bank 1999 von allen Seiten milde belächelt. „Seit dem Management Buy Out wachsen wir stetig und Personal wurde aufgestockt. In einer Zeit, wo es den meisten Banken nicht wirklich gut gegangen ist“, gibt sich Huber zu Recht stolz und findet einen passenden Vergleich aus dem Golfsport: „Course Management ist das halbe Leben: Was nützt es mir, mit einem Driver 300 Meter zu schlagen, wenn ich dann im Wald, im Wasser oder im Out lande? Die richtige Strategie ist auch im Bankengeschäft wichtig, und das wissen unsere derzeit rund 500 Kunden zu schätzen. Wir versuchen nicht, mit aller Gewalt Top-Ergebnisse zu erzielen, oft reicht auch ein solides Eisen, um ordentlich Gewinne einzufahren.“
Locker, entspannt & diszipliniert
Dass Huber, der seit 19 Jahren golft, ein derart niedriges Handicap führt, liegt an seinem kurzen Spiel. Sagt Huber selbst, der früher seinen Garten immer wieder als Short-Game-Area „missbrauchte“ und wohl auch so den nötigen Touch mitbringt, um sich in diesen golferischen Sphären zu bewegen. Denn eines weiß er ganz genau: Das kurze Spiel ist der Rettungsanker eines jeden Golfers. Trotzdem: Trai- niert wird wenig, bestenfalls dient das Wohnzimmer als „Ran- ge“, wenn Huber die PGA Tour via Sky verfolgt und sich nebenbei in Golfschwung-Literatur vertieft. Da bricht auch immer wieder das enorme theoretische Wissen durch, wenn Huber etwa vom Schwung eines Anders Hansen schwärmt – „Der müsste eigentlich viel mehr gewinnen“ – oder auch das System in Österreichs Golfsport hinter- fragt: „Da muss irgendwo der Wurm drinnen sein, wenn, bei allem Respekt vor Markus Brier, seit so vielen Jahren nix nach- kommt.“ Zurück zum Amateurgolf, wo in Wahrheit die Runde, der Spaß und die Natur selbst das Ziel sein müssten, wie Huber postuliert. Und wenn er ehrlich sei, würde ein Handicap von 12 oder 13 eher seiner aktuellen Spielstärke entsprechen, wundert sich der Euram-Bank-Vorstand, um kokett nachzuwerfen: „Ich spiele, für mich selbst, nur Zählwettspiel. Das erfordert durchgehend Disziplin. Stableford dagegen ist ein bisschen wie Selbstbetrug, und trotzdem sieht man so viele verbissene Golfer, die sich am Platz dauerärgern.“ Deshalb auch die Empfehlung von Huber, die Verbissenheit, die sich nur allzu oft am Golfplatz wiederfindet, vor allem bei Turnieren, abzulegen und Golf als das zu betrachten, was es ist: ein Hobby mit viel Erholungswert. Apropos: Diesen lässt er sich auch nicht durch „vergessliche“ oder regelunwissende Flightpartner nehmen. Im Gegenteil: Der Banker geht eventuelle Probleme pro-aktiv an, um sie aus der Welt zu räumen, Zivilcourage sei da gefragt. „Erst einmal in 19 Jahren habe ich eine Runde wegen unausstehlicher Spielpartner abgebrochen“, erinnert sich Huber, der den einzig richtigen Zugang zu den Golfregeln gefunden hat: „Die helfen einem, wenn man sie gut kennt.“
Sean connery & Phil Mickelon
Dass man in 19 Jahren Golf ausreichend Golfplätze kennen lernt, österreich- und weltweit, liegt auf der Hand. Und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass man auch darüber mit dem Banker ins Plaudern und ins Fachsimpeln gerät: Adamstal läge ihm nicht nur als Heimatclub am Herzen, es sei einfach die perfekte Mischung aus Natur, Top-Golfplatz, netten Leuten und einem guten Pro – Billy Mahaffy, den Huber auch ab und zu aufsucht. Ebenso schätzt Huber die Mannigfaltigkeit der Plätze in Dubai, schwärmt von Mallorca und hat auch Portugal ganz wunderbar gefunden. Eine quasi „heilige“ alljährliche Golf-Reise mit seinen besten Freunden sorgt für entsprechenden Zuwachs an Golfkursen. Eine dieser Reisen führte ihn nach Son Gual auf Mallorca – samt netter Episode, wie sich Huber erinnert: „Plötzlich stand Sean Connery neben mir am ersten Tee. Es wurde eine nette Golfrunde mit einem Superstar, der in keiner Weise affektiert war. Wir haben ein bisschen über Immobilien geplaudert, weil ich wusste, dass er ein Haus auf Mallorca besitzt.“ Könnte es sich der Euram- Bank-Vorstand aussuchen, würde er sich übrigens Phil Mickelson als Flightpartner wünschen: „Allein der Ausstrahlung wegen. Und dann noch Sergio Garcia, wegen seines aggressiven Spiels.“






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