Kraft der positiven Gedanken [0]

Fußballfans kennen BCD-Geschäftsführer Norbert Draskovits vielleicht noch aus seiner aktiven Zeit bei Eisenstadt und als Meistertormann in allen Ligen, bis auf die 1. Division. Als Golfer hat Draskovits eine besondere Gabe: Frust ist für ihn kein Thema.

Golfrevue: BCD Travel ist nicht jedem ein Begriff: Was genau versteckt sich dahinter? 

Wir sind eine klassische Travel Management Company, beschäftigen uns ausschließlich mit Firmenreisen und sind weltweit in 90 Ländern vertreten. Als klassische B2B-Marke haben wir auch kein Straßenlokal. Weltweit ist BCD die Nummer 3 in diesem Bereich, im deutschsprachigen Raum  sind wir Marktführer mit über 3.000 Mitarbeitern. Unser Asset ist eine in Europa einzigartige Technologie.

Was kann man sich genau darunter vorstellen?

Unser Job ist es nicht, die billigsten Tickets zu finden, sondern den gesamten Reiseprozess zu optimieren. Das geht so weit, dass im Bestellprozess alles weitgehend automatisiert ist. Wir justieren die Reiserichtlinien ganz nach Firmenwunsch und optimieren sie vierteljährlich. Mit einer einzigen Onlinebuchungsplattform, also zeitschonend und inklusive Genehmigungsverfahren der Firma. Eigentlich sind wir mittlerweile mehr eine Technologie-Firma als ein Reisebüro.

Themenwechsel: Seit wann spielen Sie Golf und warum? 

Nachdem ich in allen Ligen bis auf die erste Division im Fußball Meister geworden bin, habe ich mich vor einigen Jahren Richtung Tennis orientiert. Vor vier Jahren kam dann eben Golf an die Reihe. Vor allem, weil es beim Tennis immer wieder zu kleinen Wehwehchen gekommen ist, die mich ein, zwei Wochen außer Gefecht gesetzt haben.

Gab es einen speziellen Auslöser?

Eigentlich nicht. Wir haben das in der Familie beschlossen: entweder alle oder keiner, und so haben wir zu viert in Achau mit Golf begonnen.

Bei einem derart sportlichen Background darf man annehmen, dass der Ehrgeiz und damit auch der Frust enorm ist?

Man muss sich im Golf natürlich mit dem Thema Frust auseinandersetzen. Aber da ich ein durch und durch positiver Mensch bin, glaube ich immer daran, dass der nächste Schlag immer der beste sein wird.

Wie sieht ein ehemaliger Profifußballer den Aspekt „Golf als Sport“?

Mich hat es am Anfang überrascht, dass man nach 12 Löchern müde, nach 15 sehr müde ist und nach 18 dann sehr gut schläft. Ich habe nicht gedacht, dass Golf eine körperlich derart intensive Angelegenheit ist.

Wer lange im Sport professionell tätig war, versteht auch den Sinn gezielten Trainings. Haben Sie sich das beim Golfen bewahrt? 

Auf jeden Fall. Ich versuche zumindest regelmäßig zu spielen. Wenn möglich, alle zwei Wochen einmal. Und ich nehme auch regelmäßig Pro-Stunden. Das ist, meiner Meinung nach, der einzige Weg, besser zu werden.

Gibt es ein Ziel, was das Handicap betrifft, oder ist Ihnen das egal?

Ich glaube, dass das keinem Golfer egal ist. Ein erstes Ziel wäre Handicap 25, grundsätzlich würde ich aber gerne unter 20 kommen.

Was sind Ihre Stärken am Golfplatz, und wo liegen diese im Beruf?

Wie gesagt: Ich bin ein positiver Mensch und kann mit Frust auf der Runde gut umgehen. Rein schlagtechnisch taugt mir alles rund ums Grün mit einem Sandwedge. Im Job sehe ich meine Stärken in der Strategie und im strukturierten Arbeiten.

Nach 25 Jahren in der Reisebranche und nunmehr vier Jahren als Golfer: Was waren die eindrucksvollsten Erlebnisse in Sachen Golfreisen?

Mir sind da zwei ganz außergewöhnliche Golftrips in Erinnerung: Vor zwei Jahren habe ich im Oman auf einem Sandgolfplatz gespielt. Für die „normalen“ Schläge haben wir kleine Abschlagmatten auf die Runde mitbekommen. Und auch ein 24-Stunden-Trip nach Island mit einer Runde am Keilir Golfclub war ein unvergessliches Erlebnis.

Gibt es eine Wunschliste an Golfplätze, die Sie gerne spielen würden?

Eigentlich nicht, aber was auf jeden Fall noch erledigt werden muss, ist ein Trip nach Schottland. Ich möchte unbedingt Linksgolf im Mutterland des Golfsports erleben.

Wie beurteilt jemand, der zig Mal um den Globus geflogen ist und de facto alles von der Welt gesehen hat, das Produkt „Golf in Österreich“?

Die Qualität der heimischen Anlagen und auch das Preis-Leistungs-Verhältnis ist schwer in Ordnung. Also muss es wohl an der Vermarktung und am Verkauf liegen.

Wie sieht es mit Golf im TV aus: Sind Sie auch Passiv-Golfer?

Und was für einer! Ich nehme mir oft Arbeit mit nachhause, die ich dann in der Nacht durchschau, und nebenher läuft Golf im Fernsehen. Erst vor wenigen Wochen habe ich mir eine Wiederholung eines Turniers bis 5.30 Uhr in der Früh angeschaut. z

ZUR PERSON – Norbert Draskovits
GF BCD Travel Österreich www.bcdtravel.at

Geboren: 28. Februar 1960
Handicap: 31,8
Mitglied: CC Gutenhof Himberg

Lieblingsschläger: Sandwedge
Lieblingsplätze in Österreich: Colony Club Gutenhof, GC Schloss Schönborn

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