Dienstag 31. Januar 2012, 00:15 Uhr

Tourpros privat [0]

Ein Interview hoch Zwei. Was bewegt Bernd Wiesberger und Martin Wiegele, wenn sie gerade nicht Golf spielen, und warum machen sie so wenig Urlaub?

aus der Golfrevue 7/2011

 


Martin Wiegele

#1 Es kommt immer auf mein Spiel drauf an. Wenn ich schlecht gespielt habe, möchte ich auf der Range daran arbeiten, weil es mich anspannt. Ab und zu schaue ich mir DVDs an. Lesen ist zwar auch o. k., aber das nimmt zu viel Zeit in Anspruch, und nach
der Runde ist man meist zu müde. Auch das Telefonieren mit meiner Freundin Claudia ist entspannend.

#2 Ich bin darauf bedacht, mich nicht zu vergiften, und schau, dass es Dinge sind, die man kennt. Meeresfrüchte, Hirn und Innereien mag ich nicht. Am liebsten ess ich italienisch, meine Leibspeise ist Faschiertes Laiberl mit Püree. Mein Caddie Kevin ist der große Experimentierer. Der hat Hirn im Darm gegessen in Südkorea. Er nimmt, was kommt.

#3 Bis jetzt habe ich noch nicht die finanzielle Basis, dass ich mit Business Class fliegen kann, und in Europa würde ich das sowieso nie machen. Auf der Langstrecke gönne ich mir mittels Meilen ab und zu ein Upgrade. Und wenn’s nicht klappt, ist Emirates ohnedies perfekt durch die große Beinfreiheit selbst in der Economy.

#4 Früher war ich ein Partytyp. Bis so 20 Jahre, und da war ich gerne und auch heftiger unterwegs. Das hat sich mit dem Wechsel ins Pro-lager total geändert. Ab und zu gönne ich mir ein, zwei Bier, aber nicht mehr.

#5 Heuer ist es mir einmal gelungen, da war ich zehn Tage in Venedig und in der Toskana. Im Schnitt alle zwei Jahre einmal. Und über Weihnachten ist auch ein paar Tage Pause.

#6 Foo Fighters, da war ich beim Frequency -Festival. Einer der zwei besten Drummer und Sänger aller Zeiten. Ich hab‘ davor schon jedes Album gemocht, seit dem -Konzert noch mehr.

#7 Das ist reine Gefühlssache, und zusätzlich lass ich mir die Daten per Trackman erheben. Ich habe vor kurzem – in einer Turnierpause – von den Titleist-710er-Eisen zu den 712ern gewechselt. Der Unterschied war zum Glück nicht allzu groß. Ich lass mich da aber nicht von den Robotertests beeindrucken. Speziell bei den Drivern muss man richtig lange, vor allem an den Schäften, herumbasteln. Ich spiele zum Beispiel härtere Schäfte als Daly und Wiesberger. Bei den Puttern wechsle ich minimal, da ist Scotty Cameron erste Wahl. Ich habe für gute Grüns einen 2-Grad- und für schlechte Grüns einen 4-Grad-Putter.


Bernd Wiesberger

#1 Ich lege mich meistens ins Hotelzimmer und lass es mir einfach gut gehen. In Wahrheit gibt es kein fixes Prozedere.

#2 Ich esse gerne gut und versuche auch anderes, aber alles muss ich auch nicht essen. Südamerika und Südafrika sind meine Favorites, weil es dort fantastische Steaks gibt.

#3 Ich flieg eigentlich nie Business, außer wenn es echte Langstreckenflüge sind und ich das mit meinen Meilen upgraden kann. Ich möchte mir aber durch meine Leistungen quasi die Business Class erarbeiten, vielleicht auch durch Sponsordeals. Emirates ist gerade für Asien, wo wir oft sind, ein guter Carrier.

#4 Ehrlich gesagt, bin ich eher der Partytyp.

#5 Im Vorjahr gar nicht, heuer haben wir unserem Vater einen Segeltörn zum 50er geschenkt, und da waren wir eine Woche in Kroatien.

#6 Ich hoffe, dass ich am 7. Dezember die Red Hot Chili Peppers in Wien anschauen kann. Das ist genau meins im Moment.

#7 Das mache ich vom persönlichen Gefühl abhängig. Mein Wechsel zu den Titleist-712ern war nach einigen mäßigen Wochen auf der Tour genau das Richtige, weil ich damit gleich Vierter in Irland wurde. Die neuen Vokey-Wedges werde ich zwar probieren, weil sie aber mehr spinnen sollen, werde ich sie wahrscheinlich nicht nehmen.

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