Doc Baltl: Der fette Schlag [0]

fat-shot, der [fät-schot]. Diese Krankheit kann mit der Zeit recht schmerzhaft werden, da dabei der Boden weit vor dem Ball getroffen wird. Oft bohrt sich der Schläger richtiggehend in die Erde, was unter Umständen zu schmerzenden Handgelenken führt

Aus der Golfrevue 4&5 2010 / Produktion & Fotos: Alex Kramel

Das Fatalste am fett getroffenen Ball ist aber der extreme Distanzverlust bis hin zum verfehlten Ball. Die fehlende Länge macht so aus einem Par 4 oft ein Par 5. Fette Schläge resultieren allein aus dem Unvermögen, den Schlägerkopf im Schwung nicht mehr an seine Ausgangsposition zum Ball zu bringen.

1. Falsche Ballposition
Bei mittleren bis kurzen Eisen sollte die optimale Ballposition leicht links der Standmitte liegen. Bei einer Ansprechposition zu weit beim linken Fuß, also zu weit vorne, muss der Körper eine extreme Lateral bewegung (Seitwärtsbewegung) machen, also ein Schieben der Hüfte. Was meist aber nicht so exakt bewerkstelligt werden kann, dass man wieder sauber zum Ball kommt, und man meist zu weit vor dem Ball den Boden berührt. Außerdem belastet ein derart „geschobener“ Schlag die Wirbelsäule extrem.
Die Medizin:
Zur Kontrolle der Ballposition im Stand nehmen Sie einen zweiten Schläger, einen abgebrochenen Schaft oder einfach einen dünnen geraden Stock und legen diesen in der Verlängerung des Balles zwischen Ihre Füße. Damit können Sie exakt bestimmen, wo Ihre Standposition ist. Die absolut richtige Position gibt es jedoch nicht – jeder Spieler muss individuell seine optimale Position finden.

2. Ein wandernder Rotationsmittelpunkt
Das Schwungzentrum ist ein virtueller Punkt, zirka eine Ballbreite links vom Brustbein, um den der Schläger im Kreis schwingt. Vergleichbar wie die Spitze eines Zirkels. Wenn sich dieser Punkt im Schwung nach links, rechts, oben oder unten bewegt und bleibt, hat man keine Chance, wieder zur Ausgangsposition zurück zu kommen. Bei Verlagerungen nach rechts oder nach unten wird man unweigerlich zu früh Bodenkontakt haben. Es ist ganz wesentlich, im Golfschwung sein Schwungzentrum ruhig zu halten.
Die Medizin:
Eine Übung, um seine Stabilität zu verbessern ist der so genannte ­„Storchenstand“. Nehmen sie einen Ball aufs Tee, positionieren Sie Ihren linken Fuß auf Höhe Ihres Balles und stellen Sie den zweiten Fuß nach hinten auf die Zehenspitze. Versuchen Sie nun in diesem Stand Bälle im vollen Schwung zu schlagen. Sollte die Balance fehlen, werden Sie den Ball kaum treffen. Mit der Zeit wird sich mit dieser Übung Ihre ­Balance garantiert verbessern.

3. Der Handflächengriff
Auch ein falscher Griff kann eine Ursache für fett getroffene Bälle sein. Zumeist wird dabei der Schläger zu sehr in der Handfläche gehalten, was ein Winkeln der Handgelenke verhindert. Dadurch überholt der Schlägerkopf die Hände zu früh und trifft deutlich vor dem Ball den Boden. Auch diese Handgelenksblockade hat logischerweise Distanzverlust zur Folge.
Die Medizin:
Kontrollieren Sie Ihren Griff regelmäßig. Dabei sollten Sie darauf achten, den Schläger in den Fingerspitzen zu halten, sodass die Knöchel der Hand in einer Linie mit dem Schaft liegen. Dadurch ergibt sich auch automatisch eine ­bessere Flexibilität der Handgelenke, was den perfekten Release erleichtert.

 

 

 


Ihr behandelnder Schwungdoktor / Alle Kassen:
Max Baltl

Head-Pro Golfclub Murhof
Tel: 03126/3010
www.murhof.at

 

 

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