Scoresaver – Gary Felton [0]

Während „schottische“ Verhältnisse den gemütlichen Golfer eher an kuschelige Abende vor dem Kamin träumen lassen, treibt es den echten „Golfisti“ auf Fairways und Greens. Wie man mit ein paar Tricks gut durch die Herbststürme kommt, zeigt Gary Felton

Warm ums Herz – die Bekleidung:
Ein Spruch, den kein Golfer mehr hören kann: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung.“ Wir werden an diesen Spruch denken, wenn wir in nächster Zeit im Nassen stehen, während uns der Sturm die Tropfen ins Gesicht peitscht. Unser erster Gedanke ist natürlich: Pfeif drauf und ab in die nächste Stube mit Kamin, aber
unser Ehrgeiz und die Golferehre lassen uns die Schläger nicht in die Ecke werfen und dann kommt die Erkenntnis: Ja stimmt, die falsche Kleidung.

Der Tipp unseres Teaching-Gurus:
Der dicke Anorak den wir uns jetzt wünschen, ist aber nicht die beste Wahl. Erstens ist die Bewegungsfreiheit im Daunenkleid doch nicht ganz golfgerecht und fürs Wärmeempfinden sind zahlreiche Luftschichten besser. Außerdem, wenn der Anorak doch ein wenig zu warm wird steht man ziemlich nackt da, sollte man ihn ablegen. Besser ist mehrere Schichten moderner Funktionsbekleidung zu tragen. Erstens bleibt die Bewegungsfreiheit eher gewährleistet und es ist auch leichter zu variieren. Spätestens jetzt weiß man, dass die Investition in einen guten Regenanzug Gold wert ist. Die wichtigsten Regionen bei Kälte sind aber der Kopf und die Hände. Über den Kopf verliert man am meisten an Körperwärme und die Hände sind unser „missing link“ zum Schläger, daher sind gute Winterhandschuhe ein Muss im herbstlichen Bagfach. Zur Not kann man auch die lustigen Schlägerhauben als Handschuhe verwenden, aber schlagen sollte man damit nicht. Unverzichtbares Accessoire bei Regenrunden sind zusätzliche Handtücher und Handschuhe, um sich selbst und die Ausrüstung möglichst trocken zu halten. Wie ein neuer Schlägersatz gehört auch der Gebrauch von Regenbekleidung eingespielt, also sollte man mit voller Montur ein paar Mal auf die Range, dann ist man das Gefühl von Jacke und Überhose gewöhnt und es wird auch nicht mehr stören.

Solid like a rock – Harte Bälle:
Wer schon einmal bei Temperaturen unter 10 Grad einen Ball schlecht getroffen hat – kommt leider viel zu oft vor – weiß davon ein Lied zu singen. Die Vibration die von einem harten Ball ausgeht, durchzuckt den ganzen Körper und man hat das Gefühl, alle seine Plomben zu verlieren. Bälle sind von niedrigen Temperaturen am meisten betroffen. Sie werden spröde und verlieren ihre Fähigkeit zur Kompression erheblich.

Der Tipp unseres Teaching-Gurus:
Haltet die Bälle warm! Es ist zulässig nach Beendigung eines Lochs den Ball zu wechseln. Also kann man ein Loch spielen, während man einen zweiten Ball in der warmen Jackentasche oder Hose wärmt. Vor dem nächsten Teeshot wechselt man den kalten gegen den angewärmten Ball. Aber unbedingt den Wechsel dem Zähler ansagen, sonst spielt man mit einem falschen Ball. Im Herbst sind die meistens Greens auch sandiger und mit Schmutz und Laub bedeckt, daher ist es umso wichtiger immer ein Tuch bei sich zu haben und die Bälle häufiger zu reinigen. Ein sandiger Ball stoppt viel schneller und unkontrollierbar ab. Bei Kälte und Regen verlieren die Bälle auch an Flugweite, daher ist es notwendig mindestens ein bis zwei Schläger mehr zu nehmen.

In den Wind gereimt – Windspiel:
Rückenwind ist bei den meisten Golfern eher wünschenswert. Mit der Berechnung von Seitenwinden haben wir auch nicht so große Probleme wie mit der Einschätzung des Gegenwinds, der speziell im Herbst recht kräftig sein kann und das störende Empfinden wird durch Kälte auch noch gesteigert. Die Devise: Behaltet Ruhe!

Der Tipp unseres Teaching-Gurus:
„Swing with ease against the breeze.“ Noch eine Binsenweisheit im Golf, aber auch hier gilt: Es funktioniert! Denke an einen entspannten Walzer und versuche gegen den Wind einen guten Rhythmus zu finden. Ein ein bisschen breiterer Stand hilft die Balance zu halten. Es ist auch ratsam rohe Gewalt zu vermeiden, da dann erstens die Gefahr besteht den Ball zu sehr steigen zu lassen, was bei Gegenwind für erheblichen Weitenverlust sorgt und zweitens funktioniert Golf mit Brachialgewalt selten. Schwing mit 60 Prozent und einem Dreiviertel-Schwung. Auch ein flacher aufgeteeter Ball wird weniger steigen und leichter durch den Wind gehen, der Distanzverlust wird daher geringer ausfallen.

 


der golfrevue teaching-guru

Gary Felton
Gary Felton Golf Schools / CCG Himberg
Tel.: +43/699/111 06 909
gmfelton@gmail.com
www.learngreatgolf.com

 

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