Pi mal Daumen [0]

Beim richtigen Schlägerkauf gilt es ein Motto zu beherzigen: Gemessen ist besser als Geschätzt. ÖGV Sportdirektor Niki Zitny zeigt worauf es beim Kauf ankommt. MIT VIDEO.

 

Wer auf der Suche nach neuem Material ist, sollte sich eines vor Augen halten, egal, welches Handicap er hat: Fitten zahlt sich immer aus. Auch wenn nach gängiger Meinung diese Prozedur nur besseren Golfern hilft, hat das Clubfitting auch bei High-Handicappern und Anfängern seine Berechtigung. Der einzige Vorteil, den bessere Golfer mitbringen, ist ihre Erfahrung. Sie wissen um ihren Schwung schon Bescheid und haben sich bereits eine Meinung zum Thema Golfschläger gemacht. Anfänger sind aber bei den mittlerweile durch die Bank gut geschulten Clubfittern ebenso gut aufgehoben. Was trotz aller technischen Parameter, die für den einen oder anderen Schläger sprechen würden, auf die Schlägerwahl entscheidend einwirkt, ist die Optik. Denn auch Hunderte Jahre nach seiner Erfindung und bei allen technischen Errungenschaften findet Golf immer noch zum allergrößten Teil zwischen  den Ohren statt: Und nur was gefällt, trifft man auch … Unumgänglich ist jedenfalls ein intensives Testen, und das nicht nur an einem Tag. Der Grund liegt auf der Hand: Nur weil man bei einem Testtag einen Driver oder ein Eisen gut trifft, muss es noch lange nicht das richtige Material sein. Eventuell lag es nur an der positiven Stimmung an diesem Tag. Es heißt ja auch: Drum prüfe, wer sich ewig bindet …

Hat man sich schließlich an ein Produkt herangetastet, gilt es, gemeinsam mit dem Pro oder dem Clubfitter die finalen Bedürfnisse zu eruieren: Passt ein Stahlschaft besser, oder sollte es doch Graphit sein? Stimmen Loft und Lie, und muss die Griffgröße adaptiert werden? Das alles passiert bei Profis unter mehr oder weniger wissenschaftlichem Blickwinkel: Launch-Monitore und andere technische Hilfsmittel unterstützen den Pro oder Clubfitter bei der Suche nach dem perfekten Schläger für Ihr Spiel.Wer heute neue Schläger kauft, sollte jedenfalls ins Auge fassen, auf die Eisen 2 und 3 zu verzichten und dafür Hybride ins Bag zu nehmen: Diese spielen sich deutlich einfacher als Eisen, und Performance ist das Zauberwort unserer Zeit.

Ich plädiere, unabhängig von der Spielstärke, für das am einfachsten zu spielende Gerät. Golf ist schließlich schwierig genug. Der Markt bedient diesen Trend mit den sogenannten Super-Game-Improvement-Schlägern. Diese liefern zwar bei weitem kein so tolles Feedback wie Blades, aber wie viele SpielerInnen brauchen das wirklich. Und Hand aufs Herz: Wie viele GolferInnen in den mittleren und höheren Handicap-Klassen können einen Ball shapen? Also, es geht um Spaß, und der kommt mit den richtigen Schlägern! Und deshalb macht es auch Sinn, ein wenig Zeit und vielleicht den einen oder anderen Euro mehr in ein Clubfitting zu investieren. Denn nur glückliche Golfer sind gute Golfer.

Scoresaver Niki Zitny
Ex-European Tour Playing Pro
Sportdirektor des ÖGV
www.golf.at

 

Ähnliche Artikel aus dem Archiv

Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar