Jetzt wird’s ernst [0]

Die letzte Stunde: Vor dem ersten Drive ist kein Platz für komplizierte Schwung-Gedanken. Wir haben die Pros gefragt, wie sie sich auf wichtige Runden vorbereiten.

Nervosität vor der Runde und voller Fokus auf das sportliche Ziel: die Anspannung vor dem ersten Abschlag ist das Salz in der Golfsport-Suppe. Zur optimalen Einstimmung auf den Turnierstart hat jeder Spieler sein eigenes Rezept. Bei den Lyoness Open haben wir einige Pros nach ihrer Routine gefragt. Schließlich müssen sie bei jeder ihrer Runden die optimale Leistung abrufen, und unter der Anspannung darf das Aufwärmen und Einspielen keinesfalls leiden. Wenn wir Amateure auch bei Schwungradien und Schlägerkopf-Geschwindigkeiten nicht mithalten können: Bei der effizienten Runden-Vorbereitung gibt es einiges zu lernen.

Leo Astl: Putten für das Gefühl

1PuttenAstl

Der Start in den Golftag beginnt für Leo Astl am Putting Grün. Hier wird gescort, und hier ist ein optimales Gefühl für die aktuellen Verhältnisse wichtig.
Astl: „Am Anfang spiele ich längere Putts, um die Grün-Geschwindigkeit zu testen; aus etwa 6 Meter, aus 10 Meter, aber auch quer über das Grün. Danach geht es zu den Break-Putts aus etwa 2 bis 3 Meter. Die Putts können ordentlich hängen. Wichtig ist, dass man den Putt auch von der anderen Seite spielt. Zum Schluss suche ich mir einen flachen Putt und arbeite am Selbstvertrauen für die Pflicht-Putts aus unter zwei Metern. Die müssen sitzen!“

 

Martin Wiegele: Flacher Chip

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Mit dem kurzen Spiel beginnt auch Martin Wiegele seine Vorbereitung auf die Turnierrunde.
Wiegele: „Es geht los mit Standard-Chips, dann passe ich mein Programm den Platzverhältnissen an. Lobshots, Chips aus dem tiefen Rough, Bunkerschläge – was der jeweilige Kurs fordert. Besonders wichtig ist für mich der flache Chip mit viel Roll. Dabei bleibt das Handgelenk steif wie beim Putten. Ich empfehle gerne den „Stick-Drill“: Der verlängerte Schaft verhindert das Durchbrechen der Hände, stabilisiert den Schwung und verhindert zumindest eine Fehlerquelle.“

 

Lukas Nemecz: Visier justieren

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Vor dem ersten Schlag mit dem Driver nimmt sich Lukas Nemecz Zeit, einen Schaft in der Ziellinie auszurichten.
Nemecz: „Der Stand in der Ziellinie ist eine grundlegende Voraussetzung für einen gelungenen Golfschlag. Wenn ich falsch stehe, kann ich nur mit einem fehlerhaften Schwung den Ball ins Ziel bekommen. Vor dem ersten Drive lege ich einen Schaft oder einen Trainings-Stick in die Zielrichtung, ungefähr auf halber Höhe zwischen mir und dem Ball. Mit der Hilfe beim Zielen kann ich ständig meine Ausrichtung kontrollieren.“

 

Matthias Schwab: noch 10 Minuten!

4MentalSchwab

Der junge Amateur beeindruckt durch seine gelassene Ausstrahlung. Womit beschäftigt er sich in den letzten Minuten vor dem ersten Abschlag?
Schwab: „Der erste Abschlag gibt die Richtung für die ganze Runde vor. Am Ende des Einspielens auf der Range stelle ich mir das erste Loch vor, und übe noch einmal genau diesen Drive. Auch am Weg zum Tee habe ich das erste Loch im Kopf. Dabei darf man aber nicht mental verkrampfen. Dann lerne ich meine Spielpartner kennen und überprüfe ein letztes Mal meine Ausrüstung.“

Zur mentalen Entspannung vor, aber auch während der Runde helfen einfache Dehnungsübungen:
– Hände dehnen
– Wirbelsäule mobilisieren
– Oberschenkel strecken

 

 

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