Senioren mit Drive [0]

Wie man mit Krafttraining auch im Alter zu Power und mehr Länge kommt, zeigen die beiden Verbandsärzte Zwick & Kocher

Dass die Länge der Drives mit dem Alter abnimmt, scheint ein Umstand zu sein, den Golfer stillschweigend akzeptieren. Es gibt aber auch Senioren, die ihre Bälle weit über 200 oder 220 m vom Tee schlagen. Sind dies Ausnahmekönner, oder haben diese Sportler einfach mehr Beweglichkeit und Kraft? Klar ist aber, dass der Erhalt der Beweglichkeit, Kraft und Schnelligkeit nach dem 35. Lebensjahr entscheidend für unseren Sport ist. Denn ab dem 50. Lebensjahr verlieren wir in jedem Jahr ein bis zwei Prozent unserer Kraft.

Im Wesentlichen brauchen wir im Alter zwei Formen der Kraft. Einerseits die Schnellkraft, und andererseits die Kraftausdauer. Schnellkraft und Kraftausdauer sind auch beim Golf gefragt. Die Schnellkraft erlaubt es uns, den Schläger im Abschwung zu beschleunigen, die Kraftausdauer gibt die Möglichkeit, kraftvolle Bewegungen mehrmals zu wiederholen und dabei eine hohe Bewegungsgeschwindigkeit zu halten.

Wenn wir die Bilder von Siegern bei Amateur- und Profiturnieren bewundern, so fällt auf, dass sich die Körper dieser Sportler in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich gewandelt haben. Golf ist wesentlich athletischer geworden, für die meisten Leistungssportler ist Golf-Fitness ein fester Bestandteil des Trainings. Golfer ab dem 50. Lebensjahr könnten von gezielten Fitness-Programmen enorm profitieren. Das Training wirkt sich nicht nur auf die Leistungsfähigkeit im Golf aus, sondern steigert auch das körperliche Wohlempfinden.

Das Krafttraining ab der fünften Dekade erfordert eine professionelle Begleitung. Internisten und Sportmediziner sollten vor Beginn des Trainings den allgemeinen Gesundheitszustand, Risikofaktoren und die Belastbarkeit des Körpers überprüfen. Nach diesem Check geht es dann an die Feststellung der allgemeinen und der golfspezifischen Fitness. Hat man sich ein Bild von der Beweglichkeit, Koordination und Kraft des Sportlers gemacht, so kann ein individuelles Programm, das in Intensität und Volumen an die Leistungsbereitschaft und die Trainingserfahrung des Golfers angepasst sein muss, erstellt werden. Hat man die ersten Trainingseinheiten hinter sich, und der Körper sich an die neuen Bewegungen gewöhnt, so stellen sich rasch die ersten Erfolge ein. Zuerst nimmt die Beweglichkeit zu, dann die Stabilität und das Gleichgewicht. Nach wenigen Wochen werden erste Verbesserungen der Muskelkraft wahrgenommen.

Entscheidend für das Krafttraining im Alter ab 50 ist die Gestaltung des Trainings und eine professionelle Begleitung, die es erlaubt, auf Veränderungen rasch zu reagieren. Dadurch wird auch die Wirksamkeit garantiert. Vor allem zu Beginn des Trainings sind schnelle Erfolge sehr wichtig – Motivation ist das halbe Training. Wenn man erst einmal ein paar Monate trainiert hat, so ist es sehr wahrscheinlich, dass das Training in die tägliche Routine übergegangen ist und man es nicht mehr missen will. Niedrigere Scores im Golf, weitere Schläge und ein besseres Körpergefühl sind der Lohn der Arbeit im Training.

Ähnliche Artikel aus dem Archiv

Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar