Gesund Golfen – Die Hüfte [0]
Aus Golfrevue 06/2009
Was haben Jack Nicklaus, Greg Norman, Tom Watson und Jesper Parnevik gemeinsam? Sie sind bekannt für ihre Athletik, ihren dynamischen erfolgreichen Golfschwung – und sie mussten sich Hüft-Operationen unterziehen. Die Liste der Spieler der Profi-Touren, die in den letzten Jahren an der/den Hüfte/n operiert wurden, ließe sich noch lange fortführen.
Drehmoment
Aus biomechanischen Untersuchungen wissen wir heute, dass ein Freizeitgolfer eine Drehbeweglichkeit der Hüften von etwa 30 Grad Innendrehung und 45 Grad Außendrehung benötigt, um seine Hüftgelenke im Golfschwung nicht zu überlasten. Dagegen wird von guten Amateuren und Profigolfern zur Ausführung eines athletischen Golfschwungs eine Innendrehung von 45 Grad und eine Außendrehung der Hüften von 60 Grad gefordert. Eine Reduktion der Hüftgelenks-Beweglichkeit erhöht den Stress auf diese Gelenke beim Golfschwung enorm. Verletzungen und Überlastungen sind die Folge.
Kreuzschmerzen?
Das Problem bleibt jedoch im Golfsport nicht auf diese kugelartigen Gelenke beschränkt. Ist die Beweglichkeit der Hüften eingeschränkt, so müssen andere Gelenke der Beine sowie die Zwischenwirbelgelenke der Lendenwirbelsäule dieses Defizit kompensieren. Es besteht ein eindeutiger Zusammenhang zwischen der eingeschränkten Beweglichkeit der Hüftgelenke und dem Auftreten von Kreuzschmerzen bei Golfsportlern. Dieser Zusammenhang gilt nicht nur für Hobbyspieler, deren Schwünge von Armen und Oberkörper dominiert werden, sondern auch für Profigolfer, deren Schwünge ein hohes Maß an Dynamik in den Beinen und im Unterkörper aufweisen. Fazit: Die Verbesserung der Beweglichkeit der Hüften ist in jedem Fall ein Langzeitprojekt, das in seiner Wichtigkeit nicht zu unterschätzen ist. „Wir können Golfsportlern jeder Spielstärke nur empfehlen, ihre Hüften mobil zu machen und damit die Hüftgelenke langfristig zu schonen und ihre Lendenwirbelsäule zu entlasten“, so die Verbandsärzte. Fazit: Beim Auftreten von Knie- oder Kreuzschmerzen den Sportarzt oder Orthopäden aufsuchen, um die Hüftgelenke und ihre Beweglichkeit zu untersuchen.Zur Hüft-Lage der Nation
Bei einer großen Anzahl von Golfern (vom Hobbyspieler bis zum Tour-Professional), die Kocher und Zwick in den letzten zwei Jahren auf ihre Golf-Fitness exakt untersucht haben, wurde festgestellt, dass lediglich 7,5 Prozent der Golfer die (oben angeführten) Referenzwerte für die Hüftbeweglichkeit erreichen. Bei nicht weniger als 35 Prozent der Untersuchten bestanden akute oder chronische Kreuzschmerzen, die eine Unterbrechung des Golfsports für drei oder mehr Wochen innerhalb des letzten Jahres vor der Untersuchung erforderlich machten. Dieser Zusammenhang macht das Hüftgelenk nach Meinung der -Verbandsärzte des ÖGV zu einem der wichtigsten Gelenke im Golf. Beim Femoroacetabulären Impingement (kurz: FAI) kommt es zu einem -mechanischen Konflikt zwischen dem vorderen Hüft-Pfannenrand am -Becken und dem Schenkelhals des Oberschenkelknochens. Bei Beuge- oder Einwärts-Drehbewegungen der Hüfte bzw. des Beines kommt es zu Schmerzen in der Leistenregion. Hier kann nur der Orthopäde oder Sportmediziner Abhilfe schaffen.
Dr. Ernst Bernhard Zwick ist Oberarzt an der Abteilung für Kinder- und Jugendorthopädie in Graz (Hcp -7,5).
Dr. Robert Kocher ist Facharzt für Chirurgie und für Unfallchirurgie in Leoben (Hcp -3).






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