Den Dreh heraußen! [0]

Eine bewegliche Brustwirbelsäule (BWS) ist die Grundlage für einen guten Golfschwung. Das wird oft stark unterschätzt, befinden die ÖGV-Verbandsärzte Bernhard Zwick und Robert Kocher.

Mangelnde Fortschritte beim Golfen, also keine Verbesserung des Handicaps, und Beschwerden beim Schwingen können darauf hinweisen, dass die körperlichen Voraussetzungen für einen guten Golfschwung nicht ausreichend vorhanden sind. Eine Grundvoraussetzung (von vielen) für einen guten, schmerzfreien Golfschwung ist die Drehfähigkeit der Wirbelsäule: durch die Verdrehung der Brustwirbelsäule gegen den Widerstand von Hüften und Beinen entsteht jene Vorspannung, die sich beim Durchschwung peitschenartig entladen soll. Dabei ist zumindest eine Drehung von mindestens 45 Grad in beide Richtungen gefordert.

KOMPENSIEREN = RUINIEREN!

Fehlt diese Beweglichkeit, kompensieren Golfer ihre Drehung im Bereich der Lendenwirbelsäule und über einen überbeweglichen Schultergürtel. Diese beiden Körperregionen sollten eigentlich während des Golfschwungs stabilisiert werden – Kreuzschmerzen und Beschwerden in den Schultergelenken sind vorprogrammiert! Aber nicht nur der Körper, auch der Golfschwung leidet bei eingeschränkter Mobilität. So müssen die Arme und das Becken im Schwung vermehrt eingesetzt werden. Das führt zu inkonstanteren und kürzeren Schlägen und vor allem zu mangelnder Koordination und Wiederholbarkeit der Schläge.

WAS ALSO TUN in Zeiten vermehrter sitzender Tätigkeit und fehlendem ganzheitlichen Körpertraining?! Es geht im Golf darum, eine gute Balance zwischen Beweglichkeit und Stabilität zu finden. Bei der Brustwirbelsäule gilt es, die Beweglichkeit der Rotation UND der Streckung zu verbessern. Das eine führt ohne das andere nicht zum Ziel. Mit einigen effektiven Übungen, unter Anleitung und Aufsicht von Physiotherapeuten oder Sportmedizinern sind schon nach wenigen Wochen große Fortschritte möglich. Erfahrene Golflehrer können davon berichten, wie Golfer nach einem gezielten Trainingsprogramm zur Verbesserung der Brustwirbelsäule scheinbar einen neuen Schwung entwickelt haben – kompakter, rhythmischer und wiederholbarer. Es kommt nicht selten vor, dass auch die Schlägerkopfgeschwindigkeit zunimmt. Und wer schlägt nicht gerne einen längeren Ball?

Testen Sie die Beweglichkeit Ihrer BWS

Teil 1: Setzen Sie sich aufrecht auf einen Tisch. Knie geschlossen halten und Golfschläger quer über die Oberschenkel legen. Dieser darf sich in der weiteren Folge nicht bewegen! Zweiten Golfschläger nehmen und vor den Schultergelenken (sollte beide vorne berühren) quer vor dem Oberkörper halten. Nun den Oberkörper so weit als möglich nach rechts drehen, den Kopf bzw. Blick dabei geradeaus richten. Eine zweite Person schätzt den Winkel zwischen dem Schaft vor den Schultern und der vorderen Tischkante. Erreicht man Werte über 45 Grad, und das in beide Richtungen, so wird ein weiterer Test angeschlossen:

Teil 2: Man nimmt zu diesem Test aus derselben Ausgangs-Position den Schaft eines Schlägers hinter den Rücken und klemmt ihn in beide Ellenbeugen ein. Die Hände werden vorne über den Bauch übereinander gelegt. Nun erfolgt dasselbe Drehmanöver nach links und nach rechts. Wichtig dabei ist, dass der Schaft stets flach am Rücken anliegt. Wieder wird der Winkel den der Schlägerschaft mit der vorderen Tischkante einschließt festgehalten. Erreicht man hier Werte von 45 Grad und mehr, so hat man eine ausreichende Beweglichkeit der Brustwirbelsäule. Ist die Drehfähigkeit im zweiten Test deutlich schlechter als im ersten, so ist dies ein Hinweis, dass die Rumpfsrotation in erster Linie im Bereich des Schultergürtels erfolgt und die Brustwirbelsäule dazu nur wenig beiträgt. Hier gilt es ein Übungsprogramm zu starten.

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